Ingenieurleistungen Technische Ausrüstung nach HOAI Teil 4, Abschnitt 2, § 51 (2) Nr. 1 Abwasser-, Wasser- und Gasanlagen, Nr. 2 Wärmeversorgungsanlagen, Nr. 3 Lufttechnische Anlagen und Nr. 8, Gebäudeautomation für die Umstrukturierung der Eichendorffschule

Landeshauptstadt Stuttgart, Hochbauamt

Gegenstand der Aufgabe ist die Umstrukturierung und die Modernisierung der Eichendorffschule in Stuttgart Bad Cannstatt zuzüglich Neubau eines Schulgebäudes und einer Zweifeldsporthalle inklusive Überarbeitung der Außenanlagen.
Bei der Schule handelt es sich derzeit um eine Grund- und Werkrealschule mit ca. 500 Schülern.
Durch die Umstellung der Grundschule auf den Ganztagesbetrieb seit dem Schuljahr 2011/2012 entsteht nun Bedarf an Ganztagesräumen, Mensa, Küche und zusätzlichem Sportangebot.
Derzeit hat die Eichendorffschule einen Außenstandort mit 13 Klassenräumen im benachbarten Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium, dieser muss aber mittelfristig aufgelöst und die Räumlichkeiten zukünftig auf dem Grundstück der Schule nachgewiesen werden.
Desweiteren ist geplant, den Sportstättenfehlbedarf im Stadtbezirk Bad Cannstatt durch den Neubau einer Zweifeldsporthalle anstelle der vorhandenen Einfeldhalle zu decken.
Zusätzlich zu diesen Maßnahmen muss die Gesamtanlage überarbeitet werden, um einen barrierefreien Zugang in alle Bereiche gewährleisten zu können. Die starke Terrassierung der Anlage schließt dies im derzeitigen Zustand aus.
Neben energetisch optimierten Konstruktionen und einer sinnvollen Nutzung der bestehenden Gebäudestruktur wird insbesondere auf die Umsetzung der pädagogischen Vorgaben Wert gelegt.
Die Bildungslandschaft steht heute wie selten zuvor vor großen strukturellen und pädagogischen Herausforderungen und Veränderungen. Gerade der Wegfall der Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung wirkt sich bereits heute in großem Maße auf das Wahlverhalten der Eltern bei der Frage nach der weiterführenden Schulart und damit auf die Arbeit und Perspektiven der Schulen im Sekundarbereich aus. Immer weniger Eltern entscheiden sich bei der Schulwahl ihres Kindes für eine Haupt- bzw. Werkrealschule. Demgegenüber steigt die Anzahl der Schülerinnen und Schüler an den Realschulen und den Gymnasien, deren Schülerschaft im Zuge dieser Entwicklung zunehmend heterogener wird. Gleichzeitig wächst der Bedarf an ganztägigen Bildungsangeboten.
Die damit einhergehenden konzeptionellen Herausforderungen bewirken einen pädagogischen Paradigmenwechsel, der mit Stichworten wie Inklusion, individuelle Förderung, rhythmisierter Unterricht und Ganztagesschule, aktivierende Lern- und Lehrformen in Einzel- und Gruppenarbeiten grob umrissen ist. Vor diesem Hintergrund ist dabei die Einführung der Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg zu sehen, die als inklusive Ganztagesschule alle Bildungsstandards anbietet und die Schülerinnen und Schüler bestmöglich nach ihren individuellen Voraussetzungen, Fähigkeiten und Interessen fördern soll.
Um diesem Paradigmenwechsel Rechnung zu tragen, wird an der Eichendorffschule derzeit ein moderierter Schulentwicklungsprozess durchgeführt mit dem Ziel, ein Raumprogramm zu erarbeiten, das auf dem individuellen pädagogischen Konzept der Schule basiert.
Die Architektur erlangt bei der räumlichen Umsetzung dieses pädagogischen Konzeptes - unter den Leitgedanken Der Raum als dritter Pädagoge und Pädagogische Architektur - eine zentrale Bedeutung.
Projekt-, Gruppen-, Einzelarbeit, Anregung zum selbstständigen Lernen statt Reproduktion überprüfbaren Wissens und aktivierende Lern- und Lehrformen in heterogenen Schulklassen verlangen einen hohen Grad an Flexibilität in der architektonischen und baulichen Umsetzung, die beispielsweise in multifunktionalen Räumen, die Mehrfach- und Mischnutzungen ermöglichen und in Lernclustern mit Gemeinschafts- und Differenzierungsbereichen für Einzel- und Gruppenarbeiten münden.
Die Aufgabe der Architektur ist es, innovative und zukunftsorientierte Raummodelle zu entwickeln, die sich verändernden pädagogischen Konzepten auch in Zukunft gerecht werden und damit die Schule als Ganztagesschule zu einem Lebensort wird, an dem sich Lehrer und Schüler wohl fühlen.
Die Machbarkeit der Umstrukturierung wurde im Rahmen einer Studie der Hausmann Architekten GmbH im Sommer 2011 nachgewiesen. Im Rahmen dieser Studie wurden verschiedene Szenarien durchgespielt. Am Ende wurde ein Schulneubau zusammen mit einer neuen Sporthalle und der Sanierung des Fachklassen- und Oberklassenbaus als favorisierte Lösung vorgeschlagen und vom Gemeinderat beschlossen.
Die Studie ist Grundlage für den Kostenrahmen von 19 000 000 EUR brutto und kann dem Bewerber auf Anfrage durch die unter I.1 genannte Kontaktstelle zur Verfügung gestellt werden.
Der Verfasser der Studie kann am Bewerbungsverfahren teilnehmen.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-02-08. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-01-09.

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Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2013-01-09 Auftragsbekanntmachung