Leistungen bei Gebäuden für die Grundinstandsetzung des Hauptgebäudes der Humboldt-Universität zu Berlin, am Standort Unter den Linden 6, 10099 Berlin – 1. Bauabschnitt

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Abteilung V Hochbau

1. Projektangaben:
Für die Grundinstandsetzungsmaßnahme des Hauptgebäudes der Humboldt- Universität zu Berlin am Standort Unter den Linden sollen die Leistungen bei Gebäuden vergeben werden.
Der Auftrag beinhaltet Planungsleistungen entsprechend der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) Teil 3 Objektplanung, Abschnitt 1 im Leistungsbild Gebäude § 33 für die Leistungsphasen (LP) 1 bis 9. Zunächst soll die LP 1 Grundlagenermittlung und die LP 2 Vorplanung beauftragt werden. Der Auftraggeber behält sich die stufenweise Beauftragung einzelner Leistungsabschnitte als Option bis zum Abschluss der Baumaßnahme vor.
Für das Hauptgebäude ist durch die Humboldt-Universität eine Zielplanung aufgestellt worden. Diese Zielplanung umfasst für einen Zeitraum von 2009 bis 2020 Modernisierungen, Umstrukturierungen und Instandsetzungen. Die Grundinstandsetzung des Hauptgebäudes wird parallel zu den baulichen Maßnahmen aus der Zielplanung der Humboldt-Universität zu Berlin erfolgen.
Die Maßnahme ist in einem engen Zeitfenster zu planen. Die Vorplanungsunterlage (LP 2) soll im Oktober 2013 zur Prüfung vorliegen, die Leistungen einschließlich der Entwurfsplanung (LP 3) müssen im März 2014 vorliegen, Baubeginn ist für IV.Quartal 2014 vorgesehen. Zur Zeit ist vorgesehen, die Bauausführung weitgehend bei laufendem Betrieb in neun Realisierungsabschnitten durchzuführen. Im Zuge der Planung kann sich durch neue Erkenntnisse auch ein anderer Ablauf ergeben.
Grundlage der Planung der Baumaßnahme bildet das Bedarfsprogramm vom 25.10.2012, das in der 2. Stufe des Verhandlungsverfahrens den Bewerbern zur Einsichtnahme zur Verfügung gestellt wird.
Die Baukostenobergrenze beträgt 43 Mio. EUR (brutto) und ist zwingend einzuhalten.
2. Gebäudebeschreibung:
Das Hauptgebäude Unter den Linden 6 besteht aus dem spätbarocken Prinz-Heinrich-Palais, Baujahre 1749-1766 und Anbauten aus den Jahren 1913-1920. In seiner 200-jährigen Nutzungsgeschichte als Universitätsgebäude wurde es mehrfach umgebaut. Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurden 1949-62 Grundrisse und Innenräume in großen Bereichen verändert und dem internationalen Architekturstil der 50er-Jahre angepasst.
Das Hauptgebäude und die Außenanlagen sind ein eingetragenes Bau- und Gartendenkmal. Seit 1990 wurde es in Teilbereichen saniert, teilweise umgebaut und technisch modernisiert, weist aber noch immer einen erheblichen Instandsetzungsbedarf auf. Demnach sind umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen an der Bausubstanz, der Fassade, den technischen Anlagen und im Besonderen die brandschutztechnische Ertüchtigung erforderlich.
Das Gebäude hat eine Grundfläche von rd. 29.000 m², hat fünf Hauptgeschosse (KG, EG, 1. und 2. OG, DG) sowie in Teilbereichen Zwischengeschosse und beinhaltet neben Räumlichkeiten der Verwaltung auch unterschiedliche Nutzungsbereiche für studentische Ausbildung wie Hörsäle und Seminarräume, Gastronomiebereiche, Kinosaal und Audimax.
Der Schnittdarstellung in der Anlage sind die zu bearbeitenden Gebäudeteile als Grobübersichten zu entnehmen.
3. Vorgesehene Instandsetzungsmaßnahmen:
Derzeit besteht das Gebäude aus einem Brandabschnitt. Demnach ist es erforderlich, die brandschutztechnische Ertüchtigung des Gebäudes der Maßnahme Grundinstandsetzung in einem separaten ersten Realisierungsabschnitt RA 0A voranzustellen. In einem weiteren vorbereitenden Realisierungsabschnitt RA 0B soll die zentrale Energieversorgung neu aufgebaut werden.
Die Grundinstandsetzungsmaßnahmen sollen voraussichtlich in weiteren 7 Realisierungsabschnitten umgesetzt werden. Bei den nachfolgend genannten Maßnahmen sind auch begleitende Hochbaumaßnahmen erforderlich:
- denkmalgerechte Fassadeninstandsetzung inkl. Fenster, Türen und Schmuckelemente, Figuren etc.
- brandschutztechnische Ertüchtigungsmaßnahmen, Schaffung von Brandabschnitten
- Be- und Entlüftung des Audimax und des Kinosaals sowie Entrauchung des Audimax
- baubegleitenden Maßnahmen im Rahmen der Erneuerung der technischen Anlagen
- hochbauliche Instandsetzungsmaßnahmen in den einzelnen Geschossen, incl. Sanitäranlagen
- Dachsanierung
- Kellertrockenlegung und Abdichtungsmaßnahmen
Folgende Schwerpunktaufgaben in der Baumaßnahme Grundinstandsetzung sind vorgesehen:
Grundlagenermittlung:
Durch den Auftragnehmer ist -als Ergänzung zu den im Bedarfsprogramm vorliegenden Unterlagen- eine intensive Bestandsaufnahme des Gebäudes einschließlich Schadens- und Maßnahmekartierung vorzunehmen, insbesondere der Fassade im Hof und des Ostflügels; Recherche der Bestandsunterlagen, Aufstellen eines Maßnahmen- und Schadenskatasters; Aufstellen eines Pflichten- und Lastenheftes; Abgleich der erforderlichen Maßnahmen mit den durch die Humboldt-Universität durchgeführten baulichen Maßnahmen im Gebäude; Stetige Aktualisierung der Maßnahmenmatrix der Humboldt-Universität und Führen eines Abstimmungsprozesses mit der Humboldt-Universität; Abgleich der Maßnahmen mit der Zielplanung der Humboldt-Universität, sowie ggf. Planungsanpassung.
Maßnahme bei laufendem Betrieb:
Die Grundinstandsetzungsmaßnahme muss voraussichtlich weitgehend bei laufendem Betrieb erfolgen. Entsprechend der zu planenden Realisierungsabschnitte wird das Freiziehen von betreffenden Räumlichkeiten erforderlich, ggf. müssen temporär geänderte Entfluchtungsmöglichkeiten oder andere Provisorien geschaffen werden.
Denkmalschutz, Brandschutz und Genehmigung:
Das Gebäude und der Innenhof (Garten) stehen unter Denkmalschutz. Abstimmungen mit den Behörden im Hinblick auf eine Genehmigungsfähigkeit für die Maßnahmen sind vom Auftragnehmer herbeizuführen. Dies gilt auch für die brandschutztechnishen Ertüchtigungsmaßnahmen. Bei den Planungen sind vom Auftragnehmer die brandschutztechnische Anforderungen zu ermitteln, die Haustechnik zu integrieren und die Belange des Denkmalschutzes zu berücksichtigen und in Einklang zu bringen. Ein besonderes Augenmerk ist auf die fachgerechte Instandsetzungs- und Restaurierungsplanung und Objektüberwachung für die Natursteinfassade mit Schmuckelementen und Figuren einschließlich der Holzfenster zu legen.
4. Projektplattform zur Projektorganisation:
Der Auftraggeber betreibt eine internetbasierte Projektplattform zum Austausch der Daten und Dokumente, die von allen Projektbeteiligten zu nutzen ist.
5. Vertragsbedingungen:
Grundlage der Beauftragung ist das gültige Vertragsmuster der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt für Leistungen bei Gebäuden einschließlich den AVB und die Beschaffenheitsvereinbarung, abrufbar unter www.stadtentwicklung.berlin.de/service/rundschreiben.
Zu den Planungsbeteiligten werden unter anderem Projektsteuerer, Tragwerksplaner, Fachingenieure der Technischen Ausrüstung, Sonderfachleute u.a. Bauphysiker, Sicherheitskoordinator, Gutachter zur Schadstoffsanierung, Prüfsachverständiger für Tragwerksplanung, Prüfsachverständiger für energetische Gebäudeplanung (PSVeGP), Prüfsachverständiger Brandschutznachweis, Energieberater und Akustiker sowie weitere Prüfingenieure gehören.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-03-26. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-02-20.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2013-02-20 Auftragsbekanntmachung
2013-03-14 Ergänzende Angaben
2013-12-02 Bekanntmachung über vergebene Aufträge