LV-Nr. H3057 - Austausch der Schlitzrinnen, Vorfeld 2
Gegenstand des Auftrags sind folgende Leistungen:
Die Schlitzrinnen im Vorfeld 2 wurden im Zuge der Erweiterung des Flughafens Münchens 2000-2003 errichtet. Das Vorfeld 2 besteht aus Beton der Druckfestigkeitsklasse C35/45 (Dicke 40 cm) einer darunter liegenden HGT (Dicke 20 cm) und anstehendem Kies und erstreckt sich von Nord nach Süd über rd. 1100 m und von Ost nach West über rd. 420 m, bei einer Gesamtfläche von rd. 462.000 m². Die Fläche gliedert sich in Einzelplatten 5 x 5 m² die in Ost-West Richtung verdübelt sind. In Nord-Süd Richtung sind die Platten über Schein- bzw. Pressfugen mit Sinusprofil miteinander verbunden. Die Entwässerung erfolgt über ein Gefälle in Ost-West Richtung zu den neun Schlitzrinnensträngen hin, die parallel zueinander von Nord nach Süd das Vorfeld durchziehen. Beidseitig der Schlitzrinnen befinden sich 20 mm breite Raumfugen, die einzigen Raumfugen im Vorfeld. Die Schlitzrinnen werden über Einlaufschächte im Abstand von ca. 50 m entwässert.
Die vorhandenen Schlitzrinnen sind 60 cm hoch und verlaufen von oben (Breite 50 cm) nach unten (Breite 54 cm) trapezförmig. Der Entwässerungsquerschnitt der Rinne muss mindestens 860 cm² betragen. Darunter befindet sich ein Fundamentbalken mit einer Breite von 1,0 m und einer Höhe von 0,4 m. Die Rinnen sind auf Mörtel gebettet (rd. 4 - 5 cm), der sich großteils lose, aber auch vereinzelt noch fest unter den Rinnen befindet.
Die Rinne soll ausgetauscht werden, wobei der bestehende Fundamentbalken möglichst weiter genutzt werden soll. Die Geometrie der Rinne darf verändert, der Entwässerungsquerschnitt aber nicht unterschritten werden und kann als Gitterrost- oder monolithische Rinne ausgeführt werden. Die Planung, Systemstatik und Prüfstatik für die Funktionalität des Entwässerungssystems liegt im Auftragsfall beim Auftragnehmer.
Bei Angebotsabgabe (LV, siehe zum Ablauf des Vergabeverfahrens nach Durchführung des Teilnahmewettbewerbs Ziffer VI3 l) der vorliegenden Bekanntmachung) ist für die Rinne und den Balken eine Systemstatik abzuliefern, wobei unter anderem vor allem die horizontalen Belastungen (Bremsen, Kippen, aber auch Temperaturverformungen, Ermüdung), nachzuweisen sind.
Weiterhin befindet sich ein Teil der Flächen im Betankungsbereich, d.h. der potentielle Auftragnehmer muss ein WHG-Fachbetrieb sein und die verwendeten Materialien müssen WHG konform sein. Weiterhin ist die AKR-Beständigkeit des Betons, die Frost- und Frosttaumittelständigkeit (Flächen- und Flugzeugenteisungsmitteln des Flughafens München) für den zu verwendenden Beton bzw. Mörtel inkl. Prüfzeugnisse sowie die Frosttaumittel- und Kerosinbeständigkeit des Fugenverussmaterials inkl. Prüfzeugnisse zur späteren Angebotsabgabe nachzuweisenden Angebotsunterlagen (LV) beizufügenden.
Mit dem Angebot (LV) sind dann weitere verschiedene Konzepte einzureichen.
Hinsichtlich des Arbeitskräfteeinsatzes wird ein Mehrkolonneneinsatz notwendig, um die Arbeiten tags und nachts ausführen zu können. Eine detaillierte Auflistung der Arbeitsbereiche für die Tag- bzw. überwiegenden Nachtarbeiten erfolgt in den Vergabeunterlagen.
Verlängerungen wegen ungünstiger Witterungsbedingungen sind nicht möglich, so dass die Arbeiten von April/Mai bis Oktober ausgeführt werden müssen bzw. können. Die Arbeitsbereiche müssen tagsüber wieder berollbar sein, so dass diese mit einem entsprechenden Stahlsystem abgedeckt werden müssen.
Der Gesamtleistungsumfang ist in folgende Beauftragungsblöcke aufgeteilt:
Ausführungszeitraum - Block 1: (Juni 2014 – Oktober 2017 excl. Winterpausen)
Ausführungszeitraum - Block 2: (April/Mai – Oktober 2015)
Ausführungszeitraum - Block 3: (April/Mai – Oktober 2017)
Die Leistungen sind im Critical Part (Sicherheitsbereiche des Flughafens), unter laufendem Flugbetrieb und zu 75% nachts zu erbringen und erfordern deshalb besondere Berücksichtigung der aktuellen Anforderungen an die Sicherheitsbestimmungen eines Flughafens.
Es ist zu beachten, dass die Abwicklung der Baumaßnahme besondere logistische Anforderungen stellt. Die Abwicklung der Bauarbeiten findet während des laufenden Betriebes des Flughafens statt. Es sind besondere Zugangs- und Kontrollstellen zu benutzen. Die Baustelle ist grundsätzlich nur während bestimmter Regelöffnungszeiten zugänglich. Die Baustelle kann nur mit Fahrzeugen und Mitarbeitern erreicht werden, die einer vollständigen Zuverlässigkeitsüberprüfung durch die für die Flughafensicherheit zuständige Behörde unterzogen wurden. Fußläufig kann die Baustelle nicht erreicht werden. Fahrzeuge bedürfen einer Einfahrtsgenehmigung. Zuverlässigkeitsüberprüfungen für alle auf der Baustelle tätigen Mitarbeiter sind erforderlich. Einschränkungen für die Logistik müssen bei Abgabe des Angebotes einkalkuliert werden.
Einzelheiten werden den Vergabeunterlagen zu entnehmen sein.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2014-01-23.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-12-19.
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2013-12-19
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Auftragsbekanntmachung
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