My-KVH-Cloud - Aufbau und Implementierung einer Private Cloud
Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen, nachfolgend KV Hessen genannt, ist als eine Körperschaft des öffentlichen Rechts eine Vereinigung der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Hessen. Mit einer Mitgliederzahl von ca. 12.000 Ärzten und Psychotherapeuten und rund 600 Mitarbeitern ist die KV Hessen eine der größten KVen in Deutschland. Die Mitarbeiter stehen den Mitgliedern an fünf Standorten in Hessen zur Verfügung – die Hauptstelle befindet sich in Frankfurt am Main.
Die KV Hessen beabsichtigt die Beschaffung einer ganzheitlichen und umfassenden „Private Cloud“ Computing Lösung. Ausgehend vom bestehenden konventionellen Rechenzentrumsbetrieb und den absehbaren zukünftigen Anforderungen soll gestützt auf offene Industriestandards die vorhandene IT-Infrastruktur abgelöst, die Architektur des Rechenzentrums vereinheitlicht, der IT-Betrieb vereinfacht und automatisiert und die Flexibilität für zukünftige Anwendungen gestärkt werden. Neben einer Servervirtualisierung für alle Server Systeme der KV Hessen wird in diesem Schritt auch eine Client Virtualisierung bei der KV Hessen eingeführt.
Die „Private Cloud“ Lösung wird ausschließlich auf angemieteter Fläche (zwei Brandabschnitte) bei einem professionellen Rechenzentrums-Anbieter, einem sogenannten Kollokationspartner, betrieben. Dieser stellt neben der Fläche auch Klima, Strom, USV usw. zur Verfügung. Einzelheiten zu den angemieteten Räumen werden den beiden aussichtsreichsten Bietern bei Bedarf im Rahmen des Verhandlungsverfahrens zur Verfügung gestellt.
Im Zusammenhang mit der Einführung einer Client Virtualisierung für ca. 600 Mitarbeiter hat die KV Hessen nach einer Marktbetrachtung einen PoC (Proof of Concept) für die Client Virtualisierung durchgeführt. Die Umsetzung der Client Virtualisierung als Teil der „Private Cloud“ hat den Anforderungen zu entsprechen, die die KV Hessen in einer internen Studie aufgestellt hat. Die Studie zur Client Virtualisierung wird den Bietern zur Erstellung eines Angebotes zur Verfügung gestellt.
Im Rahmen der Client Virtualisierung muss der künftige Auftragnehmer (AN) einen entsprechend der Studie passenden Client für die angesprochene Mitarbeiterzahl liefern und bei Bedarf implementieren.
Die angestrebte Plattform soll über weitgehende Automatisierungsmöglichkeiten verfügen.
Folgende Produkte und Lösungen der KV Hessen müssen grundsätzlich unterstützt werden:
- Betriebssysteme:
- Microsoft Windows (32 bit wie auch für 64 bit)
- Servervirtualisierung:
- Microsoft
- VMware
- Clientvirtualisierung
- VMware View
- Anwendungen
- Microsoft Exchange Server Version,
- Microsoft SharePoint Server Version ,
- Microsoft SQL Server
- Oracle DB
- EMC Networker
- Dokument Management System
- d3, von d.velop
Für die Realisierung der Private Cloud Lösung bei der KV Hessen sind als Gesamtsystem Hardware- und Software-Produkte (einschließlich der zugehörigen Wartungs- und Pflege-Verträge) eines oder mehrerer Hersteller entsprechend der nachfolgenden Anforderungen anzubieten, die zum Aufbau und Betrieb einer Rechenzentrums-Infrastruktur benötigt werden, die geeignet ist, Cloud-Services bereitzustellen und abzurechnen. Die KV Hessen beabsichtigt, während der Vertragslaufzeit für alle Themen der Wartung und Aktualisierung des Gesamtsystems von Hard- und Software ausschließlich den Auftragnehmer als Ansprechpartner und Vertragspartner im Sinne „single point of contact zu akzeptieren.
Das Gesamtsystem muss es ermöglichen den Cloud-Service IaaS bei der KV Hessen zu realisieren. Bei diesem Cloud Service werden dem Anwender Infrastruktur Komponenten (wie z.B. Rechenleistung, Netzwerk, …) entsprechend den Vorgaben im Servicekatlog automatisiert zur Verfügung gestellt. Derzeit liegen keine Anforderungen an die Services SaaS und PaaS an. Die Gesamtlösung sollte jedoch in Blick auf zukünftige Anforderungen bei der KV Hessen Saas und PaaS „ready“ sein.
Derzeit liegen bei der KV Hessen keine Anforderungen an eine „Public Cloud“ vor. Im Hinblick auf zukünftige Anforderungen sollte die Gesamtarchitektur mit seiner Hardware und Software hierfür ausgebaut werden können.
Der Betrieb der Private Cloud Lösung wird durch die IT der KV Hessen erfolgen. Bei der Auswahl der geeigneten Hardware und Software muss die angestrebte Personalstärke der bestehenden IT-Organisation der KV Hessen berücksichtigt werden.
Für den Betrieb der Gesamtlösung wird folgende Schichten-Architektur zur Abgrenzung der Leistungsübergabepunkte vorgesehen:
- Cloud-Services (Bereitstellung durch Auftraggeber (AG), Anwendung durch Kunden des AG),
- Cloud-Plattform (Betrieb durch den AG, Betriebsunterstützung teilweise durch AN [3rd Level Support]),
- Infrastrukturkomponenten (Betriebsbereite Lieferung durch AN).
Die Leistungen des künftigen Auftragsnehmers (AN) umfassen folgende Punkte:
- Erstellen der technischen Konzeptionen
- Lieferung der Komponenten
- Server komplett
- Client für 600 Arbeitsplätze
- Aufstellen der Hardware
- Server komplett
- Client für 100 Arbeitsplätze
- Installation und Konfiguration des Gesamtsystems und Anbindung an die Infrastruktur
- Mitwirkung und Unterstützung bei der Gestaltung, Test und Herstellung der Betriebsfähigkeit der Gesamtinfrastruktur im Zusammenwirken mit der KV Hessen
- Test der Einzelkomponenten und des Gesamtsystems inkl. Infrastruktur
- Migration der KV Hessen Anwendungen und Daten
- Schulungen der KV Hessen-Mitarbeiter in der IT-Organisation
- Kurz-Schulung/Einweisung am Arbeitsplatz der KV Hessen-Mitarbeiter für die ersten 100 Client-Systeme und die sich durch die Cloud geänderte IT-Nutzung, Neustrukturierung des IT-Management und IT-Supports
- Dokumentation des Gesamtsystems nebst Schulungsunterlagen
- Übergabe der Gesamtlösung an die KV Hessen nebst Abnahme
Nach Übergabe und Abnahme des IT-Systems werden über die Vertragslaufzeit die nachfolgenden Leistungen aus einer Hand vom Auftragnehmer geleistet und bezogen:
- Support und Wartung der gelieferten Hard- und Software (nach Bedarf)
- Regelmäßige Performance- und Optimierungs-Überprüfungen (gemäß Leistungsbeschreibung)
Das Management der Cloud-Infrastruktur muss als integriertes System möglich sein. In diese Lösung müssen sich softwarebasierte Application Delivery Controller oder auch Load Balancing und Sicherheitselemente nahtlos integrieren lassen.
Betriebssysteme der Virtualisierungsumgebung und andere systemnahe Software sind in dem Umfang mit anzubieten, wie sie für eine betriebsbereite Übergabe der angebotenen Systemlösung erforderlich sind. Betriebssysteme, die innerhalb der Virtuellen Maschinen zum Einsatz kommen, sind nicht mit anzubieten; diese werden von der KV Hessen beigestellt. Grundsätzlich wird bevorzugt, dass der Virtualisierungs-Layer direkt auf der Server-Hardware-Infrastruktur läuft und nicht innerhalb eines klassischen Betriebssystems bereitgestellt wird.
Die Cloud Lösung hat den Anforderungen zu entsprechen, die die KV Hessen in einer internen Studie aufgestellt hat. Das Feinkonzept wird den Bietern zur Erstellung eines Angebotes zur Verfügung gestellt.
Weitere Dienstleistungen des Auftragnehmers ergänzen die vorgenannten Leistungen und unterstützen darüber hinaus nach Bedarf der KV Hessen für den Betrieb der Cloud-Plattform und für die Bereitstellung von Cloud-Services auf Basis eines Abrufkontingentes.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-08-09.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-07-02.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2013-07-02
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Auftragsbekanntmachung
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2013-11-27
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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