Planerleistungen nach VOF für den beabsichtigten Entwässerungskanal der UMG

Universitätsmedizin Göttingen (UMG), Georg-August-Universität, Stiftung Öffentlichen Rechts

Das in der 60er Jahren geplante Universitätsklinikum Göttingen, heute Universitätsmedizin Göttingen (UMG), wurde seit seiner Entstehung in den 70er Jahren über ein Pumpwerk entwässert.
Grund dafür war die topografische Lage. Die Universitätsmedizin ist dreiseitig von ansteigenden Höhen umgeben. Allein die südliche Richtung, welche die Richtung zur Stadt ist, bietet ein leichtes Gefälle. Jedoch besteht in diese Richtung in den Regenwasserkanälen keine Aufnahmefähigkeit für die in der UMG anfallenden Regenwassermengen. Allerdings kann durch sehr tiefliegende Schmutzwasserleitungen im Bereich der Bayerstraße das anfallende Schmutzwasser in diese Richtung geführt werden.
Bisher werden sowohl das Schmutz- als auch das Regenwasser in nördliche Richtung zur Lutter gepumpt. Das Regenwasser wird über eine 1600er Stahlbetonleitung direkt in die Lutter eingeleitet. Für diese Einleitung gibt es eine auf 1600 l/s beschränkte Einleitgenehmigung, welche auch weiter Bestand hat. Für anfallende Regenwassermengen, welche diese Einleitbeschränkung übersteigen, gibt es auf dem Gelände der UMG ein ausreichend dimensioniertes Regenrückhaltebecken. Da sich das Pumpwerk und auch das Regenrückhaltebecken auf dem Baufeld des ersten Bauabschnitts des geplanten Neubaus der UMG befindet und es keine Möglichkeit der Verlegung gibt, muss eine neue Entwässerung geplant werde. Die Schmutzwasserentwässerung wird durch einen neuen Anschluss in Richtung der Stadt, durch die Göttinger Entsorgungsbetriebe hergestellt.
Die Regenwasserentwässerung soll über einen Regenwasserkanal, welcher mittels Mikrotunneling-Verfahren hergestellt werden soll, in westliche Richtung bis zum sich zurzeit im Bau befindlichen Kanalanschlusspunkt für das Güterverkehrszentrum II am Grünen Weg geführt werden. In diesem Bereich gibt es eine Zielgrube für das Mikrotunneling Verfahren. An diesem Punkt wird an den neuen Kanal für die dortige Entwässerung mit angeschlossen und dann im weitern Verlauf in die Lutter entwässert.
Dieser Abschnitt vom Grünen Weg bis zur Lutter ist nicht planungsrelevant. Dieser Bereich wird im Zuge des GVZ mit gebaut.
Durch die Einleitbeschränkung von 1600 l/s muss vor dem Anschluss an die Entwässerung des GVZ II ein Drosselbauwerk im Bereich des Grünen Weges errichtet werden. Dabei fungiert das Drosselbauwerk als Doppelzielgrube.
Im Bereich eines vorhandenen Spielplatzes in der Theodor-Heuss-Straße wird eine Doppelstart-grube hergestellt, von der aus in westlicher Richtung (L ~ 190 m) zum geplanten Drosselschacht gebohrt wird (DN 2000 - DN 2500) sowie in östlicher Richtung zur UMG (L ~ 440 m). Der Vortrieb in östlicher Richtung enthält eine S - Kurve.
Zur Anbindung an das vorhandene Pumpwerk ist dann vom Pumpwerksgelände aus ein weiterer Vortrieb ca. DN 1400 (ca. 190 m Länge) in nördlicher Richtung mit einer einfachen Kurve geplant. Ob dieser Bereich sofort mit gebaut wird befindet sich noch in der Klärung.
In den jeweiligen Start- und Zielgruben sind entsprechende Bauwerke zur Verbindung der Vortriebsrohre in Stahlbetonbauweise zu errichten.
Am Pumpwerk ist der Bestand der Grundleitungen aufzunehmen und über ein in der Startgrube zu errichtendes Bauwerk müssen diese Leitungen angeschlossen werden. Das Pumpwerk wird nach der Fertigstellung stillgelegt und zurückgebaut.
Zurzeit wird untersucht, in wie weit eine zusätzliche Verlegung von Fernwärmeleitungen in den Kanalabschnitt DN 2000 / DN 2500 technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist.
Es sollen alle Ingenieurleistungen zur Planung der Entwässerung und dem evtl. Einbau der Fernwärme angeboten werden.
Von der Berechnung des erforderlichen Rückstauvolumens für den Regenwasserkanal über die Tragwerksplanung, die Objektplanung für die Kanalisation, die EMSR - Technik für die Drosselung, alle erforderlichen Vermessungsleistungen vor und während der Vortriebsarbeiten bis zur Fachplanung für den Kanalvortrieb.
Zur Ermittlung der Machbarkeit wurden die Grundlagenermittlungen und eine Vorplanung durch ein Ingenieurbüro durchgeführt. Diese Voruntersuchungen umfassen in etwa die Leistungsphasen 1 und 2 gem. HOAI und werden dem Bieter umfänglich zur Verfügung gestellt.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-08-05. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-07-05.

Wer?

Wie?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2013-07-05 Auftragsbekanntmachung
2013-10-23 Bekanntmachung über vergebene Aufträge