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Auftragsgegenstand ist die Erbringung von Fachplanungsleistungen der technischen Ausrüstung für den Neubau BERLinPro, insbesondere nach Teil 4 Abschnitt 2 HOAI, Anlagengruppen 4, 5 und 6.Gegenstand des Vorhabens ist der Neubau von BERLinPro. Das „Berlin Energy Recovery Linac Project“ BERLinPro ist ein Projekt der beschleunigerphysikalischen Grundlagenforschung. Im Rahmen dieses Projektes wird ein kompakter rezirkulierender Elektronenlinearbeschleuniger mit Energierückgewinnung (Energy Recovery Linac = ERL) geplant, gebaut und in Betrieb genommen. Dieser Technologiedemonstrator soll in Bezug auf Strahlstrom und Strahlemittanz die in bisher existierenden Anlagen erreichten Parameter um je einen Faktor 10 übertreffen. Die mit BERLinPro erzielten Ergebnisse werden ein wesentlicher Baustein in den internationaler Bemühungen um eine fundierte Basis für die Planung und Auslegung von ERL gestützten Beschleunigeranlagen sein. Solche Anlagen finden zunehmend Anwendung in der Grundlagen- und der angewandten Forschung, wie z.B. in der Kern- und Hochenergiephysik, der Nutzung als Synchrotronstrahlungsquelle oder der Anwendung in Medizin und Technik. Die gemeinsamen Herausforderungen sind dabei die Realisierung einer Hochstromelektronenquelle kleiner Emittanz, die Entwicklung von supraleitenden Beschleunigungskavitäten für hohe Elektronenströme und die Realisierung von Magnetoptiken zum verlustfreien Strahltransport bei Erhaltung der hohen Strahlqualität. In diesen Bereichen wird technologisches Neuland betreten und es werden bisherige Grenzen verschoben.Baulich soll das Projekt auf dem Gelände des HZB in der Albert Einstein Straße 15, 12489 Berlin Adlershof verwirklicht werden. Da das Vorhaben an die bestehende Kryoanlage anzuschließen ist, wird eine räumliche Nähe zur bestehenden Infrastruktur – insbesondere der Schwerlasthalle - unumgänglich. Das Projekt umfasst als vorgegebenen Teil zum einen die unterirdische Halle mit der Maschine (Grundfläche ca. 40,0 m x 23,3 m), sowie daraus resultierenden Abhängigkeiten zum Bestand; und zum anderen den oberirdischen Teil der Anlage (ca. 47,2 m x 27,0 m). Dieser Teil beherbergt die versorgende Technik und die Steuerung. (BRI: unterirdisch 3.750 cbm, oberirdisch 10 920 cbm; BGF: reines Bauwerk 2.330 qm, mit Überschüttung 2 730 qm; Herstellungskosten: KGR 300 3 793 000 EUR (netto), KG 400 3 183 000 EUR (netto)).Die Planungen müssen eine eventuelle spätere Erweiterung/Änderung des unter- bzw. oberirdischen Teiles (insbesondere des Strahlenschutzes) ermöglichen.Da der Technisierungsgrad sehr hoch ist, ist eine Anbindung und Mitnutzung an bestehende Anlagen im Umfeld (Kryoanlage der Schwerlasthalle, vorhandene Trafogebäude) unumgänglich. Auch neue Anlagen sind soweit wie möglich mit bestehenden Anlagenparametern zu realisieren, um den Austausch von Anlagenteilen, aber auch den Wechsel an die anderen Forschungseinrichtungen realisieren zu können.Der oberirdische Teil (Technikhalle) ist im wesentlichen durch optimierte Kabel- und Hohlleiterlängen zur Maschine und Beziehungen zu Anlagen der technischen Ausrüstung geprägt, auch sollten lärm- und schwingungsproduzierende Anlagen zusammengefasst werden, so dass hinsichtlich der Gestaltung des Grundrisses wenig Spielraum ist.In den Bereich der Starkstromtechnik fallen alle Elektroplanungen im Bereich von 10 kV (Hoch- & Mit-telspannungsanlagen) und 400 V bis 230 V. Es soll an das bestehende 10 KV Kabel (hausinternes Netz, 5 MW, bereits 2*1,65 MVA installiert) ein weiterer 1,65 MV giesharzisolierter Trockentrafo incl. dazugehöriger elektrotechnischer Infrastruktur (Mittelspannungsschaltanlage, Adapterfeld, Leistungs-schalterfeldern, Schaltanlagenzubehör, Niederspannungsschaltanlage, Niederspannungshauptvertei-lung, etc.) geplant berechnet und errichtet werden. Die zwei bestehenden 1,65 MVA Trafos sind in der Planung zu berücksichtigen und einzubinden. Von den bestehenden Trafos steht ein Trafo noch mit der vollen Leitung zur Verfügung und der Zweite zu einem großen Teil seiner Leistung. Die Gleichzeitig-keitsfaktoren, mit denen diese Trafos betrieben werden, sind zu ermitteln.Die unterirdische Beschleunigerhalle stellt strahlenschutztechnisch (Sperrbereich), Anlagentechnisch (Temperaturkonstanz) und brandschutztechnisch (Branddetektion im Beschleunigerbereich) sehr hohe Anforderungen. Darüber hinaus ist während der Baumaßnahme Erschütterungsfreiheit für den Speicherringbetrieb BESSY II und Präzisionsmessungen in der Schwerlasthalle zu gewährleisten. Die Leistungserbringung erfordert die Bereitschaft zur Arbeit in Kontrollbereichen nach § 15 Strahlenschutzverordnung. Mit Beauftragung hat der Auftragnehmer die Erfüllung der Anforderungen nach § 15 Strahlenschutzverordnung nachzuweisen.