Technisches Gebäudemanagement
Gegenstand des in 2 Losen zu vergebenden Auftrags ist das technische Gebäudemanagement für die von der NRW.BANK genutzten Liegenschaften in Düsseldorf (Gebäude Kavalleriestraße 22 sowie – in deutlich geringerem Umfang – Gebäude Ernst-Gnoß-Straße 25) und Brüssel (angemietete Flächen in der Rue Montoyer 47) - (Los 1) - sowie Münster, Friedrichstraße 1 - (Los 2) - über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren mit der Option einer 2-maligen Vertragsverlängerung um jeweils ein Jahr.
Für das Gebäude der NRW.BANK in Düsseldorf, Kavalleriestr. 22 mit einer Gesamtbruttogrundfläche von ca. 40 000 m² BGF und rd. 700 Arbeitsplätzen und dem Gebäudekomplex in Münster, Friedrichstraße 1, mit einer Gesamtbruttogrundfläche von ca. 27 000 m² BGF und rd. 550 Arbeitsplätzen sollen die Leistungen des technischen Gebäudemanagements (TGM) ausgeschrieben werden. Die TGM-Dienstleistungen beinhalten das technische Gebäudemanagement mit Betriebsführung und Betreiberverantwortung, Energiemanagement und Dokumentation sowie die Instandhaltung mit Inspektion, Wartung und Instandsetzung nach den Kostengruppen 300 und 400 der DIN 276 sowie den Support von Conferencing-Equipment. Für das Gebäude und die enthaltenen Arbeitsplätze bestehen hohe Verfügbarkeitsanforderungen. Hierzu werden die durch den Dienstleister zu betreuenden Gebäudeteile und Anlagen in sog. Verfügbarkeitskategorien/Störungsprioritäten eingeteilt und verbindliche Reaktionszeiten seitens des Dienstleisters gefordert. Die Leistungen vor Ort sollen durch qualifiziertes Personal des TGM-Dienstleisters erbracht werden. Ein wesentlicher Bestandteil der TGM-Leistungen wird im IT-Einsatz und Berichtswesen der Ausführung gesehen. Die Bewirtschaftung des Objektes erfolgt durch Unterstützung von FM-Software. Für die zusätzlich angemieteten Flächen der NRW.BANK von ca. 12 000 m² BGF in Düsseldorf im Objekt Ernst-Gnoss-Str. 25, werden die Teilleistungen von Inspektion, Instandsetzung und Wartung für die Gewerke Beleuchtung, Kühlung IT-Räume, USV-Anlage, Hausalarmierung und elektronisches Schließsystem ausgeschrieben. Für angemieteten Flächen der NRW.BANK von ca. 500 m² BGF in Brüssel im Objekt Rue Montoyer 47, werden die Teilleistungen von Inspektion, Instandsetzung und Wartung für die Gewerke Beleuchtung, Kühlung IT-Räume, USV-Anlage, Einbruchsmeldeanlage und elektronisches Schließsystem ausgeschrieben. Die notwendigen ca. 8 Manntage im Jahr werden durch das Team in Düsseldorf abgedeckt. Exemplarische Anlagenbeschreibung der TGA:
Die Gebäude unterliegen in Hinsicht auf das Brandschutzkonzept in Anlehnung an die Kaufhausverordnung und Versammlungsstättenverordnung der Sonderbauverordnung. Besondere Anforderungen entstehen durch die deutliche Abweichung des Gesamtkonzeptes gegenüber vergleichbaren Bauten. Insbesondere für die Lüftungsanlagen sind bezüglich des Brandschutzkonzeptes besondere Anforderungen zu stellen. Für ein Gebäude in Münster werden die Entlüftungsanlagen in das Entrauchungskonzept einbezogen. Dieses Gebäude hat keine Brandschutzklappen. Im Brandfall werden Rauchgase über die geöffneten Lichtschächte und teilweise über Abluftkanäle über das Dach ins Freie geführt. Die weiteren Gebäude in Münster sind konventionell entsprechend den technischen und gesetzlichen Anforderungen mit Brandschutzklappen ausgestattet. Zur Nachhaltigkeit der Gebäude sind folgende technische Maßnahmen hervorzuheben:
Die zentrale Kälteversorgung erfolgt über teillastoptimierte Kältemaschinen in Verbindung mit Hybrid-Rückkühlwerken und freier Kühlung, die eine direkte Kühlung bei niedrigen Außentemperaturen ermöglichen. Die Kühlenergieversorgung erfolgt für die Hauptnutzbereiche transport-energiearm über Kühldecken. Die Gebäude sind mit einer Grundbelüftung und zusätzlich öffenbaren Fenstern zur individuellen Komfortsteigerung ausgestattet, wodurch der Energieaufwand bei gleichzeitiger Komfortsteigerung minimiert wird. Zum nachhaltigen Betrieb werden für die Lüftungsanlagen von vornherein bestimmte Betriebsparameter festgelegt. Die unterschiedlichen Nutzungsbereiche werden durch einzelne Lüftungsanlagen versorgt. Die Lüftungsanlagen erhalten eine zentrale Wärmerückgewinnung zwischen Außenluft und Fortluft (ausgenommen Küchenabluft). Dieses zentrale hocheffektive Wärmerückgewinnungssystem ist zur weiteren Effizienzsteigerung mit einer adiabaten Befeuchtungskühlung der Abluft versehen. Die Wärmeversorgung erfolgt durch Anschluss an die hocheffiziente Fernwärme des Wärmeversorgers, der die Wärme über ein GuD-Kraftwerk einspeist. Zur Reduzierung der Trinkwassermenge ist die Nutzung von Grauwasser aus Regenwasser/Abschlemmwasser vorgesehen. Stromeinsparmaßnahmen werden über intelligente Steuerungssysteme für die eingesetzten Maschinen realisiert. Die Beleuchtungssteuerung ermöglicht einen energieoptimierten Betrieb durch Präsenzmelder und Dimmung auf die tatsächlich erforderliche Lichtstärke. Die Gebäude werden aus der Mittelspannungsschaltanlage mit 2 Trafos je 1 000 kVA gespeist. Ein SV-Aggregat mit einer Leistung von ca. 1 150 kVA bildet die Sicherheitsstromversorgung. Die Sicherheitsbatterieanlage dient zur Versorgung der Sicherheitsbeleuchtungsanlage des Betriebsrestaurants, welches baurechtlich als Versammlungsstätte eingestuft ist. Die USV-Anlage versorgt die wesentlichen Netzwerkknoten. Datenendgeräte wie PC, werden nicht gespeist. Die elektrische Leistung beträgt ca. 60 kVA, redundant mit einem Power-Switch. Die Gebäude sind mit untereinander vernetzten BMAs ausgestattet. Für die Feuerwehr ist eine BOS-Funkanlage installiert. Die Alarmierung zur Evakuierung erfolgt über eine elektroakustische Anlage und über Sirenen. Die Gebäude sind mit Videoüberwachung mit Aufzeichnung, einer elektronischen Zutrittskontrollanlage und für besondere Bereiche mit einer Einbruchmeldeanlage ausgestattet. Ein Gebäude ist flächendeckend mit einer Sprinkleranlage ausgestattet, die auch die Trockensprinklergruppe für die Tiefgarage versorgt. Die Wandhydranten sind über eine Nass-Trocken-Leitung versorgt.
Die Anlagenregelung erfolgt über ein dezentral strukturiertes Automationssystem für die zentralen TGA Anlagen. Die Einzelraumsteuerung, Temperatur und Beleuchtung, erfolgt lokal in den jeweiligen Bereichen durch ein EIB-System. Des Weiteren wird die Möglichkeit zu zentralen Ein-/Aus-Befehlen bzw. Regelungen gewährleistet. Die notwendigen Ankopplungen an das Gefahrenmanagementsystem der sicherheitstechnischen Anlagen und die EIB-Zentrale mit den dort aufgeschalteten Einzelraumregelungen sind vorhanden. Die Steuerung der Konferenzraumtechnik erfolgt über eine Creston Oberfläche.
Das Gebäude Kavalleriestraße 22 in Düsseldorf unterliegt der Hochhausverordnung und Versammlungsstättenverordnung der Sonderbauverordnung und verfügt über eine ähnlich anspruchsvolle Gebäudetechnik.
Siehe im Übrigen die Angaben zu den Losen.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-06-17.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-05-15.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2013-05-15
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Auftragsbekanntmachung
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2013-06-11
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Ergänzende Angaben
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2013-11-15
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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