Theatinerkirche St,Kajetan, 80333 München, Restaurierung und Instandsetzung der Fassaden mit statischer Ertüchtigung des Dachstuhls und der Turmtreppen, Ertüchtigung Brandschutz, Herstellung eines barrierefreien Zugangs zum Kirchenraum - Architektenleistungen, Objektplanung LP 5-9 nach § 33 der HOAI
Architektenleistungen (stufenweise Beauftragung):
-Ausführungsplanung, Ausschreibung, Vergabe, Bauleitung, Objektbetreuung.
Objektplanung für Gebäude LP 5-9 nach § 33 der HOAI auf Basis der Entwurfsplanung des Bauamts an einem kunsthistorisch und stadtgeschichtlich hochrangigen Kirchenbauwerk der Barockzeit.
An der staatseigenen Theatinerkirche St.Kajetan in München sind umfangreiche Restaurierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen vorgesehen.
In den Jahren 1998 bis 2005 fand bereits eine Instandsetzung der Raumschale statt.
Die Fassade weisen große Schäden durch Lockerung und Ablösung von Putzflächen sowie Risse und Ab-platzungen des Fassadenanstrichs auf.
Das Mauerwerk zeigt im Bereich der Gesimse wegen defekter Blechabdeckungen sowie im Sockelbereich starke Feuchteschäden. Die Außenfassade bedarf einer grundlegenden restauratorischen Überarbeitung.
Die Fassadensanierung soll sich aufgrund der historischen, noch erhaltenen Putze aus dem 18.Jhd. und der künstlerischen Bedeutung der figuralen Stuckaturen auf konservatorische und restauratorische Maßnahmen beschränken. Dabei sind insbesondere eine Sicherung und Festigung, ggf. auch Ergänzung des historischen Putzbestands sowie der Stuckaturen vorgesehen sowie die Abnahme älterer gelockerter Putz- und Stuck-ausbesserungen. Es erfolgt die Überarbeitung und Reparatur der Kirchenfenster und Portale sowie eine Instandsetzung der defekten Blechabdeckungen.
Die Fassade erhält eine Farbfassung in gelben Ockerton.
Weiterhin sind Maßnahmen zur Ertüchtigung des Nachkriegsdachtragwerks gemäß statischer Begutachtung, die Sanierung der Treppenholzkonstruktion in den Türmen aufgrund von Unfallgefahr, die Behebung von Brandschutzmängel sowie der Einbau einer Brandmeldeanlage erforderlich.
Der Kirchenraum erhält einen barrierefreien Zugang vom Odeonsplatz.
Eine Arbeitsgemeinschaft mit einer restauratorischen Fachplanung wäre wünschenswert.
Besonderen Wert legt der Auftraggeber auf Erfahrungen mit Restaurierungs-/Sanierungsmaßnahmen von vergleichbaren kunstgeschichtlich hochrangigen, denkmalgeschützten Gebäuden.
Aufgrund des sehr wertvollen Bauwerks ist die Eignung, die Leistungsfähigkeit und Erfahrung des Büros von großer Bedeutung.
Das Bauwerk ist ein bedeutendes Baudenkmal i.S. des Denkmalschutzgesetzes und befindet sich in der Münchener Altstadt.
Die Kirche St. Kajetan und das anschließende Theatinerkloster entstanden aufgrund der Stiftung des Kurfürstenpaares Ferdinand Maria und Henriette Adelaide zur Geburt des Thronfolgers Maximilian Emanuel im Jahre 1662.
Die Pläne schuf der Bologneser Agostino Barelli, nach denen der Bau von 1663 bis 1675 entstand und für den man fast nur italienische Künstler verpflichtete. Die Kuppel wurde vom Theatiner Antonio Spinelli entworfen und von Enrico Zuccalli ausgeführt, der auch die Türme hinzufügte. Vollendet wurde die Kirche erst durch das Hinzufügen der Fassade 1765 bis 1768 durch Francois de Cuvilliés d. J. Das Kloster war 1801 eines der ersten, das im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurde. 1826 erhob man die Kirche zur königlichen Hofkirche, 1838 errichtete das Königshaus zudem ein Kollegiatstift an der Theatinerkirche – es bestand bis 1953. Im Zweiten Weltkrieg beschädigt, blieb sie doch im Großen und Ganzen gut erhalten.
Als eine der markantesten Münchner Kirchen ist die Kirche St. Kajetan, besser bekannt unter dem Namen Theatinerkirche. Mit ihrer hohen Kuppel und den beiden Türmen ist sie von weit her sichtbar. Für den Odeonsplatz und die lange Ludwigstraße ist sie ein entscheidender Bestandteil. Die Kirchenfassade bildet zusammen mit der Feldherrnhalle und der Residenz den imposanten südlichen Abschluss der Ludwigstraße.
In der bayerischen Kunstgeschichte hat die Theatinerkirche einen besonderen Platz.
Mit ihr hielt der italienische Hochbarock Einzug in München und Altbayern, In Deutschland gibt es kaum eine Kirche der Zeit, die diesen Baustil in dieser Reinheit und Art der Ausführung verkörpert.
Die Außenarchitektur der Kirche zeigt ein Langhaus mit seitlich angebauten Kapellen sowie ein leicht vorspringendes Querhaus. Eine mächtige Tambourkuppel überragt die Vierung, an die sich westlich das Presbyterium und der Chor mit halbkreisförmiger Apsis anschließen. Mächtige Strebepfeiler mit Barockvoluten geben dem Bauwerk den nötigen Halt und deuten die dreifache Jochgliederung des Kirchenschiffs an.
Neben der Vierungskuppel bildet die Ostfassade den wichtigsten Teil der Außenarchitektur. Der mittlere Teil ist als zweigeschossiger, dreiachsiger Risalit auf hohem Sockel ausgebildet. Zwischen beiden Geschossen ist ein Gesims mit Attika eingefügt, das sich über die Seitenteile bis hin zu den Türmen erstreckt. Die zwei im Grundriss quadratischen Fassadentürme besitzen drei Stockwerke. Achteckige Helme bilden den oberen Abschluss, deren Voluten den Türmen ihr charakteristisches Aussehen verleihen.
Die Baumaßnahme erfordert, aufgrund des hochrangigen Baudenkmals mit wertvollster Bausubstanz, eine in der Denkmalpflege erfahrene, intensive Planung sowie kompetente Auswahl und Betreuung der Handwerker Regelmäßige Abstimmungen mit dem Auftraggeber, Nutzer, vorgesetzten Behörden und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege sind erforderlich.
Die Sanierung erfolgt in innerstädtischer Lage auf beengtem Raum und unter Berücksichtigung des laufenden Kirchenbetriebs
Eine erweiterte Baubeschreibung wird den Bewerbungsunterlagen beigefügt.
Die Instandsetzung der Fassaden der Theatinerkirche St. Kajetan wird voraussichtlich ca. 6 Jahre dauern.
Der Beginn der Instandsetzung (Baubeginn mit Gerüstaufbau) wird ab 10.2013 geplant.
Der Bauablauf ist aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Verkehrssicherheit in 2 Bauabschnitte gegliedert:
BA 1 Ostfassade mit Nord- und Südturm.
BA 2 Nord-, Süd- und Westfassade mit Apsis und Kuppel.
Zur Aufstellung der AFU- Bau wird ein Zeitraum von ca. 9 Monaten benötigt.
Planung, Ausschreibung: ab 07/2013 (Gerüstausschreibung als Vorbereitung für Bestands-und Schadenskartierung)
Geplanter Ausführungszeitraum der Bauleistungen:
Okt. 2013 - Okt. 2018
(Weitere Angaben siehe Teilnahmeunterlagen unter
http://www.stbam1.bayern.de/hochbau/aktuelles.php )
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-05-13.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-04-09.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2013-04-09
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Auftragsbekanntmachung
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2013-11-19
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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