Vergabe von Leistungen der Projektsteuerung für den Werkstattumbau im Theater Dortmund
Das Theater Dortmund hat eigene Werkstätten zur Produktion von Bühnen- und Dekorationsteilen sowie Kostümen der einzelnen, künstlerischen Sparten. Die Werkstattbereiche umfassen eine Schreinerei, Schlosserei, Requisite, Beleuchtung, Kostümwerkstätten (inkl. Fundus), Magazinierung mit ihren Arbeitsbereichen inklusive Maschinen und Lagerflächen.
Aspekte zum Ist-Stand der Werkstätten am Theater Dortmund:
— Sehr enge Raumverhältnisse führen zu Kollisionen in den Arbeitsabläufen: die Spannhalle als zentraler Montagesaal ist zu klein und dient zudem als Durchgang auf der einen Seite zur Schleuse (Verladetor) und auf der anderen Seite zur Schreinerei und zur Requisite, weiter zum Hof Schauspielgebäude;
— Durch die verwinkelte Fassade zur Kuhstraße wird wertvoller Arbeitsraum verschenkt;
— Der bisherige Transportweg für die Bühnenbildteile von der Werkstatt zum Schauspielhaus und zurück führt zwangsläufig über die Kuhstraße, da der niedrige und enge Fahrweg durch die Requisite für die großen Bühnenbildteile nicht ausreicht. Der Transport über die Straße ist gefährlich, bei jedem Wetter müssen die sperrigen und zum Teil kopflastigen Teile bei laufendem Straßenverkehr ca. 150 m über die unebene Fahrbahn geschoben werden;
— Die Plastikerabteilung ist zu klein, größere Objekte müssen im Malsaal gefertigt werden, was zu Kollisionen mit den dortigen Arbeitsabläufen führt;
— in der Kostümabteilung führen ungenutzte Sanitärräume und ungeschickt aufgeteilte Pausenräume und Flure zu stockendem Arbeitsfluss durch Platznot in den eigentlichen Werkstätten.
Brandschutzgerechte Arbeitsabläufe sind nicht möglich.
— Färbeküche 8.Etage. Desolater Raum. Arbeitsschutzbestimmungen werden nicht eingehalten;
— Der Fundus ist dezentral im ganzen Haus über fünf Stockwerke verteilt, Kleider sind schlecht zugänglich, Wege sehr lang.
Einblicke in die Perspektive der Werkstätten am Theater Dortmund:
— Umsetzung der aktuellen Anforderungen aus dem Arbeitsschutz, Brandschutz und der Verkehrssicherung;
— Verbesserung der Arbeitssituation durch Vergrößerung von Räumlichkeiten (Begradigung der Fassade des Verwaltungsgebäudes an der Kuhstraße);
— Verbesserung der Betriebsabläufe durch Veränderung der räumlichen Zuordnung der einzelnen Werkstattbereiche;
— Verbesserung der Transportwege durch großzügige Wege und Durchgänge;
— Verbesserung der Lagersituation Schauspielhaus (Tagesbedarf Bühnenbilder);
— Nutzungsverbesserung der Hoffläche durch Neubau einer Montagehalle;
— In der geplanten Montagehalle soll eine Entfertigung der Bühnenbilder möglich sein;
— Verbesserung der Raumsituation Plastiker;
— Neubau einer Lagerfläche zur Zentralisierung des Fundus auf den Dachflächen des Schauspielgebäudes (Bühnen- und Foyerräume);
— Integriert in das neue Fundusgebäude eine neue Färbeküche, die den aktuellen Bestimmungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes entspricht.
Auszüge aus dem Entwurf zur Umsetzung des Werkstattkonzeptes:
Insbesondere folgende Maßnahmen sind erforderlich:
— Ausbau / Ersatz / ggf. Ertüchtigung der vorhandenen Brandschutztore und –türen nach Notwendigkeit;
— Begradigung der Fassade des Verwaltungsgebäudes der Kuhstraße;
— Entfernen der Räume oberhalb der jetzigen Requisite um zusätzliche Durchfahrtshöhe für die Bühnenbildtransporte zu gewinnen;
— Abriss des Lagers Schauspielhaus, Errichtung einer Leichtbauhalle, die sich vom Werkstattgebäude zur späteren „Junge Bühne Westfalen“ (evtl. neue Spielstätte) erstreckt. Die Errichtung einer stützenfreien Halle ist Voraussetzung für eine effiziente Lagerhaltung für den anspruchsvollen Repertoirebetrieb und sorgt so für eine erhebliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen: Transporte für das Schauspiel werden ohne Umwege direkt durch eine großzügige Schleuse und den dann überdachten Hof abgewickelt, Bühnenbildteile können effektiver gelagert werden;
— Das Verwaltungsgebäude wird oberhalb der Werkstätten um eine vierte Etage erhöht. Dadurch entstehen Räume, die notwendig sind, um die weggefallenen Räume zu ersetzen;
— Die Plastikerwerkstatt ist zu erweitern;
— Umbau der Herren- und Damenschneiderei durch Umgestaltung ungenutzter Sanitärräume, Neugliederung von Anfertigungs- und Anprobenflächen durch Versetzen bzw. Entfernen von Zwischenwänden;
— Neubau einer Lagerfläche zur Zentralisierung des Fundus auf den Dachflächen des Schauspielgebäudes (Bühnen- und Foyerräume), Integration einer neuen Färbeküche, die den aktuellen Bestimmungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes entspricht.
Arbeitsauftrag an den Projektsteuerer:
Alle geplanten Maßnahmen sind nach gegebenen technischen und statischen Möglichkeiten umzusetzen. Der derzeitige Planungsentwurf ist vom Projektsteuerungsbüro in Zusammenarbeit mit den zuständigen Abteilungen des Theater Dortmund auf seine Machbarkeit hin zu überprüfen. Diese Prüfung umfasst die Finanzierung (Kostenschätzung aller Kostengruppen gemäß DIN 276), Statik, Brandschutz, Arbeitsschutz und Verkehrssicherung sowie der städtebaulichen gestalterischen Anforderungen in Abstimmung mit den zuständigen Stadtämtern. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Inneren des Gebäudes. Das optische Erscheinungsbild (Außenfassade) wird als zweites Ziel definiert. Die Finanzierung des Projektes ist auf einen Höchstbetrag in Höhe 7 Mio EUR brutto inkl. Honorare und Nebenkosten festgesetzt.
Die mögliche spätere Umsetzung erfolgt in enger Abstimmung zwischen Architekturbüro, TGA-Planungsbüro, einzelnen Fachplanungsbüros, Arbeitssicherheitsdienst der Stadt Dortmund und den beteiligten Fachabteilungen des Theaters.
Für die Überprüfung des vorliegenden Planungsentwurfes zur Umsetzung des Werkstattkonzeptes für das Theater Dortmund, für die Vorbereitung der Vergabeverfahren der Hochbau- und TGA-Planung wird die Leistung der Projektsteuerung im Rahmen eines Verhandlungsverfahrens mit vorheriger öffentlicher Aufforderung zur Teilnahme (Teilnahmewettbewerb) durch das Theater Dortmund vergeben. Das Theater Dortmund behält sich darüber hinaus die Fortführung der Projektsteuerungsleistung für die spätere Umsetzung des Projektes vor. Der Abschluss der Maßnahmen ist für das Ende der Sommerferien NRW 2015 vorgesehen. Die Inhalte der Projektleitung nach § 206 AHO sind nicht Bestandteil dieser Ausschreibung.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-07-04.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-06-04.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2013-06-04
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Auftragsbekanntmachung
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2013-09-09
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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