Wettbewerblicher Dialog über die zukünftige Unterbringung und gegebenenfalls den gebäudetechnischen Betrieb des Hauptstandorts des Landeslabors Berlin Brandenburg in Berlin

Land Berlin - SILB Sondervermögen Immobilien des Landes Berlin, vertreten durch die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH

Das Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB) ist eine länderübergreifende staatliche Untersuchungseinrichtung, welches seit dem 01. Januar 2009 die amtlichen Laborkapazitäten der Länder Berlin und Brandenburg auf den Gebieten Gesundheitsschutz, Verbraucherschutz, Umweltschutz, nachhaltiger Ressourcenschutz sowie Landwirtschaft und Geologie bündelt. Es nimmt damit überwiegend hoheitliche Aufgaben wahr und unterstützt die Länder Berlin und Brandenburg als unabhängige, staatliche und akkreditierte Untersuchungseinrichtung bei der grundgesetzlich verankerten Daseinsfürsorge für die Bürger in den Bereichen Gesundheitlicher Verbraucherschutz und gentechnische Sicherheit, Infektionsschutz, Tierseuchenschutz und Tierschutz, Schutz von Umwelt und Natur, Chemikaliensicherheit und Strahlenschutz, Gefahrenabwehr, Bioterrorismus und Katastrophenschutz.
Das Landeslabor LLBB führt neben den Standorten im Land Brandenburg als Dienstsitz Berlin den Standort Invalidenstr. 60 in Berlin-Mitte, Ortsteil Tiergarten. Das Grundstück befindet sich seit dem 01.01.2009 im Sondervermögen Immobilien des Landes Berlin (SILB). Das derzeitige Dienstgebäude hat eine Gesamtgröße von rund 15 500 m² Nettogrundfläche (NGF), verfügt insgesamt über acht Geschosse und weist einen erheblichen Sanierungsstau auf. Zu dem entspricht es nicht mehr den aktuellen Anforderungen an einen modernen Laborbetrieb. Insgesamt besteht im hohen Maße die Notwendigkeit, eine Lösung für den Dienstsitz des LLBB in Berlin zu finden. Vor diesem Hintergrund hat die zuständige BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH bereits verschiedene Unterbringungsvarianten für das LLBB in landeseigenen Bestandsgebäuden geprüft. Im Ergebnis konnte kein geeignetes im Landeseigentum stehende Bestandsgebäude identifiziert werden.
Im Rahmen eines Vergabeverfahrens, welches im wettbewerblichen Dialog gemäß § 101 Abs. 4 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) erfolgen wird, sollen daher gemeinsam mit dem LLBB und den teilnehmenden Bietern unterschiedliche Unterbringungsvarianten mit dem Ziel untersucht werden, die für das Land Berlin wirtschaftlich zweckmäßigste Entscheidung zur Unterbringung und Betrieb des LLBB an einem neuen Standort in Berlin vorzubereiten.
Auftragsgegenstand ist der (Um)Bau, die Errichtung, die Finanzierung und gegebenenfalls der Betrieb des Hauptstandorts des Landeslabors Berlin Brandenburg in Berlin. Der Auftraggeber präferiert hierbei ein Mietmodell, bei dem der Auftragnehmer die Finanzierung etwaiger Baumaßnahmen vollständig übernimmt.
Das zukünftige Gebäude muss insgesamt eine Nutzfläche (NF) von rund 10 000 m² sicherstellen. Dabei teilt sich die Nutzfläche in rund 5 700 m² für Labore mit unterschiedlichen Sicherheitsklassifizierungen (S1 – S3 gemäß Gentechnikgesetz GenTG bzw. Biostoffverordnung BioStoffV), rund 2 000 m² für Büro- und Verwaltung sowie rund 2 300 m² für sonstige Nutzungen (Besprechungsräume, Sozialflächen, Bibliothek, Cafeteria etc.) auf. Dazu kommen weitere Nebenflächen, Verkehrsflächen, Technik, Lager etc. Im Außenbereich sind ausreichend Flächen zur Unterbringung von Dienstfahrzeugen (teilweise frostfrei in Garagen), Anlieferungen, Ver- und Entsorgung sowie genehmigungsrechtlich geforderte Zufahrts- und Aufstellflächen für die Feuerwehr zu berücksichtigen.
Grundsätzlich ist vorgesehen, dass zukünftig der Gebäudebetrieb des LLBB durch einen externen Dienstleister erfolgt. Dabei wird vom Land Berlin das Modell präferiert, dass die Errichtung und der Betrieb des Gebäudes aus einer Hand erfolgt. Zur Teilnahme an diesem Verfahren ist dies jedoch nicht Voraussetzung. Zur Sicherstellung dieser Zielsetzungen ist es erforderlich, dass der Auftragnehmer Referenzen über die bauliche Realisierung entsprechender Laborgebäude sowie ggf. auch über den Betrieb eines vergleichbaren Laborgebäudes vorlegt.
Der zukünftige Standort des LLBB soll im Laufe des Verfahrens ermittelt werden. Eine Entwicklung kommt grundsätzlich sowohl auf einem geeigneten eigenen Grundstück des Investors in Berlin, wie auch einem landeseigenen Grundstück, das dann ggf. durch den Auftragnehmer nach Angebotszuschlag zu erwerben wäre, in Betracht. Im Laufe des Verfahrens soll auch ermittelt werden, ob das zukünftige Gebäude vom Auftragnehmer als Neubau errichtet oder eine Bestandsimmobilie umgebaut wird. Ein etwaiges eigenes Grundstück müsste den in der Aufgabenbeschreibung näher konkretisierten Anforderungen des LLBB entsprechen. Die Entscheidung über die Auswahl eines etwaigen eigenen Grundstücks bzw. einer Bestandsimmobilie trifft der Auftraggeber anhand der in der Aufgabenbeschreibung näher konkretisierten Anforderungen des LLBB an die Lage und Anbindung, erforderliche Flächenzuschnitte, wirtschaftlich umsetzbare Infrastrukturen und Funktionsabläufe. Der Nachweis der Verfügbarkeit über das Grundstück („dingliche Rechtsposition“) ist auf Anforderung des Auftraggebers zu erbringen, wobei mindestens die Eintragung einer erstrangigen Auflassungsvormerkung erforderlich ist.
Nach Abschluss des Teilnahmewettbewerbs erhalten die auf der Basis der Bewertungsmatrix ausgewählten Teilnehmer ausführliche Unterlagen für die Erstellung erster Konzepte zur Unterbringung des LLBB. Diese werden im Rahmen der Dialogphasen mit dem Auftraggeber abgestimmt und weiter konkretisiert. Dabei sind insbesondere die vertraglichen Grundlagen hinsichtlich des Anforderungsbedarfs und der umzusetzenden Qualität hinsichtlich Errichtung und Betrieb detailliert festzulegen. An Hand der konkreten Anforderungen des Nutzers und des AG sind von den ausgewählten Teilnehmern verbindliche Angebote für die Unterbringung des LLBB zu erstellen. Der Auftraggeber übernimmt keinerlei Garantie hinsichtlich der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit der beabsichtigten Nutzung.
Ziel des Verfahrens ist eine den Anforderungsbedingungen entsprechende Unterbringung und der Betrieb des LLBB an einem neuen Standort in Berlin.
Nach derzeitigem Terminplan gestalten sich die geplanten Fristen für die Einreichung der jeweiligen Unterlagen wie folgt:
— Abgabe der Unterlagen für den Teilnahmewettbewerb: siehe Bewerberbogen und Bekanntmachung
— 1. Dialogphase: Bearbeitungszeitraum voraussichtlich Oktober bis November 2013
— 2. Dialogphase: Bearbeitungszeitraum voraussichtlich Februar bis April 2014
— 3. Dialogphase: Bearbeitungszeitraum voraussichtlich Juni 2014
— Angebotsabgabe: Bearbeitungszeitraum voraussichtlich Mitte September bis Mitte Oktober 2014
— Zuschlagserteilung: voraussichtlich Mitte Dezember 2014
Die endgültige Entscheidung über den Zuschlag, insbesondere die Angemessenheit des Angebotes im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit, trifft die Auftraggeberin im Rahmen der notwendigen Beschlussfassung durch den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses des Landes Berlin.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2013-08-15. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2013-07-04.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2013-07-04 Auftragsbekanntmachung
2013-08-15 Ergänzende Angaben
2015-12-22 Bekanntmachung über vergebene Aufträge