Architektenleistungen für die bauliche Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudekomplexes in der Naunynstraße 63 (NaunynRitze), 10997 Berlin
Der Auftrag beinhaltet Planungsleistungen entsprechend der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) Teil 3 Objektplanung für Gebäude.
Geplant ist die bauliche Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes in der Naunynstraße 63. Das auch als NaunynRitze bekannte Gebäude wird seit Jahren als Kinder-, Jugend- und Kulturzentrum genutzt. Die Sanierungsmaßnahmen umfassen das Hauptgebäude (Vorderhaus), das Theatergebäude (Hof, linke Seite) und das ehem. WC-/Hausmeistergebäude (Hof, rechte Seite).
Zur Jugendeinrichtung zählen die selbständigen Gebäude der Turnhalle und des ehemaligen Sanitär- und
Umkleidetraktes im Schulhof der ehemaligen Taubstummen-Schule. Das Schulgebäude wurde 1863-1864 gebaut. Es besteht aus drei Obergeschossen, einem Vollkeller und einem nicht ausgebauten Dachgeschoss. Das Gebäude ist ein Mauerwerksbau mit Holzbalkendecken. Flurbereiche und das Treppenhaus verfügen über Kappendecken. In der 60er Jahren erfolgten einige Umbaumaßnahmen beispielsweise in den Sanitärbereichen.
Im Auftrag des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg wurde im November 2013 eine Substanzuntersuchung durchgeführt. Diese ergab im Allgemeinen einen verbrauchten, teilweise mit erheblichen Mängeln versehenen Zustand des Gebäudes. Die Außenanlagen wurden im Allgemeinen als in Ordnung eingeschätzt. Hier sind Einzelmängel zu beheben.
Im Zuge der geplanten Sanierungsarbeiten ist zu beachten, dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Aus diesem Grund ist bei allen Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen von einer „minimal-invasiven“ Vorgehensweise auszugehen. Mit der Denkmalpflege wurden bereits erste Abstimmungen zum Umfang des Eingriffs vorgenommen. Im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen sollen folgende Bauleistungen durchgeführt werden:
— Dachgeschoss: Abriss nachträglicher Einbauten, Instandsetzung/Erneuerung von Dacheindeckung, Verblechungen, Blitzschutz, Schornsteinköpfen (bzw. Abriss), Schornsteinfegerlaufanlagen, Dachausstiegsfenster, Schornsteinentlüftungen, Mauerwerksflächen, Dielenböden; Instandsetzung / Verstärkung des historischen Dachstuhls; zerstörungsfreie Maßnahmen zur Wärmedämmung der Geschossdecke.
— 2. OG: Abriss / Entsorgung von Einbauten, Bodenbelägen, Wandbelägen, Schadstoffen, KMF-Decken, Treppenhauswand; Maurer– und Trockenbauarbeiten, Deckenbalkenverstärkung, Putzarbeiten, Erneuerung Sanitärbereiche; Instandsetzung/Erneuerung von Bestandstüren, Bodenbelägen, Parkettflächen, Wandpaneelen, Abhangdecken, Malerarbeiten; Erneuerung TGA komplett.
— 1. OG: Wiederherstellung des Grundrisses, Abriss / Entsorgung von Einbauten, Bodenbelägen, Wandbelägen, Schadstoffen, KMF-Decken, Treppenhauswand; Maurer– und Trockenbauarbeiten, Deckenbalkenverstärkung, Putzarbeiten, Erneuerung Sanitärbereiche, Instandsetzung Bestandstüren, Bodenbeläge neu, Instandsetzung Parkettflächen, Instandsetzung der Wandpaneele, Erneuerung der Abhangdecken, Malerarbeiten, Erneuerung TGA komplett.
— EG: Abriss / Entsorgung von Einbauten, Bodenbelägen, Wandbelägen, Schadstoffen, KMF-Decken, Wand Treppenhaus; Maurer– und Trockenbauarbeiten, Putzarbeiten; Instandsetzung von Bestandstüren, Treppen; Malerarbeiten; Erneuerung Sanitärbereiche, Erneuerung von Abhangdecken, Bodenbelägen, TGA komplett.
— Keller: Abriss / Entsorgung von Einbauten, TGA, Estrichen, Belägen, Fliesen, Türen; neue Betonsohle auf Abdichtung / Dämmung, neue Estriche und Bodenbeläge; Erneuerung der Horizontalabdichtung in Mauerwerkswänden, Instandsetzung / Erneuerung der Kellertreppen, Kelleraußenwandabdichtung- und Dämmung, Instandsetzung von Putzflächen an Wänden und Decken, Freilegen der vermauerten Fenster, neue Fenster, neue Objekt-Innentüren, Erneuerung TGA komplett, Malerarbeiten.
— Außenanlagen: Instandsetzung von Pflanzflächen, befestigte Fläche im Hof und Vorgarten, Einfriedungen, Mauer / Zaun zur Straße, Regenentwässerungen.
— Technische Gebäudeausstattung: Erneuerung von Abwasseranlagen, Trinkwasseranlagen, Wärmeversorgungsanlagen, Lufttechnischen Anlagen, Entrauchungsanlagen, Hausanschlüssen, Sicherheitsbeleuchtung, Rettungswegkennzeichnung, Beleuchtungsanlagen, Blitzschutz- und Erdungsanlage, Zentralbatterieanlage für Sicherheitsbeleuchtung, Niederspannungsschaltanlagen, Hausalarmanlage, Einbruchmeldeanlage, Leitungsnetze, Schalter, Steckdosen.
— Brandschutzmaßnahmen: Errichtung eines 2. baulichen Rettungswegs, Rauch- und Brandschutztüren, Abtrennung des Bestandstreppenhauses vom Hofdurchgang, Abtrennung des neuen Treppenhauses, Instandsetzung von Türen in notwendigen Fluren als dichte Türen, Panikschlösser an Türen zu Treppenräumen, Einbau von Feststellanlagen an Rauch– und Brandschutztüren, feuerbeständige Ausführung des neuen Aufzugsschachtes, Sicherstellung der Rettungswege im Bürobereich EG, Untergeschoss: Herstellung notwendiger Flure, Instandsetzung Treppenhausfenster für Feuerwehrschlauchangriff, Sicherheitsbeleuchtung auf Rettungswegen, Alarmierungsanlage, Sicherheitsstromversorgung (Sicherheitsbeleuchtung und Alarmierungsanlage), ges. Raum für Sicherheitsstromversorgung, Brandschutzschottungen von TGA-Leitungen, Kennzeichnung der Rettungswege, Feuerlöscher.
— Barrierefreie Erschließung einschl. Einbau eines Aufzuges im Zusammenhang mit einem 2. Rettungsweg.
In Hinblick auf die Nutzung wird eine Erhöhung der Gebäudekapazität angestrebt.
Die Maßnahme soll, soweit möglich, bei laufendem Betrieb realisiert werden.
Es ist der folgende zeitliche Ablauf vorgesehen:
Planung bis einschließlich Vorlage der BPU: bis 15.9.2014;
Planung, Ausschreibung, Bauvorbereitung: 2015;
Bauausführung: 2016 und 2017.
Es wird insbesondere darauf hingewiesen, dass für die Erarbeitung der BPU lediglich 4 Monate zur Verfügung stehen und der Termin für die Vorlage der BPU zwingend einzuhalten ist. Die entsprechenden Kapazitäten für die Bearbeitung sind im Auftragsfalle vorzuhalten. Ein konkreter Zeitplan für die Planungsphase wird mit der Aufforderung zur Angebotsabgabe zur Verfügung gestellt.
Es werden weitere Fachplaner/innen beauftragt, mit denen Abstimmungen durchzuführen sind: TGA für HLS/Aufzug sowie ELT, Brandschutzgutachter, Bauphysik (Wärmeschutz, Schallschutz, Raumakustik), Tragwerksplanung, SiGeKo, Baugrunduntersuchung, Schadstoffuntersuchung.
Eine Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde ist zwingend erforderlich.
Eine Substanzanalyse einschl. restauratorischer Untersuchungen, Schadstoffgutachten, Holzgutachten u.a. liegt vor.
Es wird eine Baukostenobergrenze vereinbart. Die Gesamtbausumme für das Sanierungsvorhaben liegt bei etwa 3,9 Mio. EUR für die Kostengruppen 200 bis 700 einschl. 10 % Reserve für Unvorhergesehenes gem. LHO Berlin.
Die Beauftragung erfolgt stufenweise, zunächst für die Leistungsphasen 2 und 3. Die Beauftragung der Stufen kann nur beim Vorliegen der haushaltsrechtlichen Voraussetzungen gem. ABau Teil II, Punkt 23 erfolgen. Ein Rechtsanspruch auf Beauftragung dieser Leistungen besteht nicht.
Auf Grund der komplexen Aufgabenstellung ist mit dem Erfordernis einer umfangreichen Vor-Ort-Präsenz zu rechnen.
Grundlage der Beauftragung ist das gültige Vertragsmuster der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für Architektenleistungen einschließlich AVB (abrufbar unter:
www.stadtentwicklung.berlin.de/service/rundschreiben).
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2014-03-31.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2014-02-26.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2014-02-26
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Auftragsbekanntmachung
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2016-01-06
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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