Beschaffung eines Kampfmittelinformationssystems

Dataport, Anstalt des öffentlichen Rechts

Um eine möglichst lückenlose Detektion von Kampfmitteln im Zuständigkeitsbereich des Kampfmittelräumdienstes Schleswig-Holstein (KRD S-H) zu ermöglichen, ist es notwendig, alle verfügbaren Informationsquellen, wie alliierte Kriegsluftbilder, Gemeinde-Chroniken, Pilotenberichte, Luftschutzpolizeimeldungen, Augenzeugen- und Presseberichte, sonstige Archivdaten usw. als Datenbasis zu nutzen. Diese Informationsquellen liegen dem KRD S-H teilweise bereits in analoger und digitaler Form vor und sollen zur Nutzung aufbereitet und in einem Datenbankmanagementsystem erfasst werden. Die Vervollständigung der Datenbasis ist als fortwährender Prozess zu verstehen, gleiches wird entsprechend für die Erfassung und Aufbereitung im Datenbankmanagementsystem gelten.
Wesentlicher Bestandteil der Datenbasis des zukünftigen Kampfmittelinformationssystems sind die o. g. alliierten Kriegsluftbilder, anhand derer eine Detektion von Kampfmitteln durch Auswertung alliierter Kriegsluftbilder hauptsächlich stattfindet. Die Luftbildauswertung stellt somit den Beginn in einer Reihe von Arbeitsschritten zur Beseitigung von Gefahren durch Kampfmittel dar. Es ist daher zwingend notwendig, die in Kriegsluftbildern enthaltenen Informationen (Bombenblindgängerhinweispunkte) möglichst vollständig zu erheben. Zu diesem Zweck ist eine möglichst genaue Verortung der Luftbilder (Georeferenzierung) zwingende Voraussetzung. Um für die hiesige Luftbildauswertung nutzbar zu sein, muss die manuelle Positionierung mit einem hohen Verortungsgrad erfolgen. Der Auftragnehmer hat diese in digitaler Form zur Verfügung stehenden Bilddaten in einem ersten Schritt aufzubereiten, d. h. in dem Kartenmaterial des hiesigen Geoinformationssystem (beim KRD S-H: ArcGIS) so genau wie möglich, mindestens jedoch mit einer mittleren Genauigkeit der Bildmitte von 50m zuzuordnen. Dazu sind etwa 15 bis 20 Passpunkte pro Bilddatei zu setzen. Anschließend ist ein Verortungsgrad erreicht, der eine Gefahrenerkundung anhand des verorteten Luftbilds zulässt. In einem ergänzenden, zweiten Schritt sind die Luftbilddaten recherchefähig in das o. g. Datenbankmanagementsystem zu integrieren. Bei der Integration sind wiederum die Wünsche der späteren Nutzer zu berücksichtigen.
Ein zu implementierendes Kampfmittelinformationssystem (KIS) soll daher zum einen auf einem möglichst umfangreichen Datensatz (wie oben beschrieben), welcher mittels eines Datenbankmanagementsystems organisiert wird, basieren. Zum anderen soll die Qualität der verfügbaren Daten, insbesondere der alliierten Kriegsluftbilder, durch eine geeignete Aufbereitung (insbesondere die o. g. Georeferenzierung mit hohem Verortungsgrad) weitgehend ausgenutzt werden.
Wie angedeutet, folgen einer Luftbildauswertung ggf. weitere Arbeitsschritte zur Gefahrenerkundung bzw. –abwehr. Das zu implementierende Informationssystem soll die möglichen weiteren Arbeitsschritte zur Erforschung eines Kampfmittelverdachts (z. B. Sondiermaßnahmen, Taucharbeiten, USBV-Einsätze) abbilden und ergänzend die Möglichkeit der anschließenden Rechnungsstellung beinhalten.
Verlangt werden die Installation vor Ort, Pflege und Wartung der Software, Schulungen für die Anwender sowie ein Supportkontingent von insgesamt 20 Stunden im Monat für alle Arbeitsplätze. Für den deutschsprachigen Support ist eine Reaktionszeit von maximal 12 Stunden sowie eine Erreichbarkeit von Mo. bis Fr. von 8:00 bis 17:00 Uhr gefordert.
Zur Ermittlung des Vertragspartners führt Dataport einen öffentlichen Teilnahmewettbewerb mit anschließendem Verhandlungsverfahren nach den Regelungen des Abschnitts 2 der Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen (VOL/A) durch.
Die Laufzeit des Vertrages soll nach der Installation 12 Monate betragen. Die Laufzeit verlängert sich bis zu drei Mal automatisch um weitere 12 Monate, wenn nicht drei Monate vor Ablauf der Laufzeit gekündigt wird.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2014-07-23. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2014-06-18.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2014-06-18 Auftragsbekanntmachung
2015-07-14 Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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