Charlotte-Pfeffer-Schule, Berolinastr. 8, 10178 Berlin, Umbau zur Sonderschule mit Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“, Objektplanungsleistungen gemäß HOAI § 34, LPH 6-9

Bezirksamt Mitte von Berlin

Aufgabenstellung:
Der Schulstandort Berolinastraße 8 in Berlin Mitte soll nach Aufheben der Berolina-Oberschule durch eine Schule mit sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ nachgenutzt werden.
Diese Maßnahme ist erforderlich, da im Bezirk derzeit keine Schulen mit diesem Förderschwerpunkt existieren und die Schülerinnen und Schüler mit entsprechendem Förderbedarf sämtlich Fördereinrichtungen anderer Bezirke besuchen.
Zurzeit ist in den Räumen der Berolina-Oberschule eine Filiale der Arno-Fuchs-Schule mit sonderpädagogischen Förderschwerpunkt ‚Geistige Entwicklung' in Berlin Charlottenburg – Wilmersdorf untergebracht. Diese Filiale soll sukzessive zu einer eigenständigen Schule aufgebaut werden. Hierzu werden im Rahmen der geplanten Baumaßnahme bestehende Gebäudeteile rückgebaut und durch Neu-, und Erweiterungsbauten ersetzt sowie erhaltungswürdige Gebäude instandgesetzt und den sonderpädagogischen Bedürfnissen angepasst.
Kurzbeschreibung des bestehenden Bauwerks:
Das Flurstück 1099 ist mit einem Schulgebäude, das sich aus verschiedenen Bauteilen zusammensetzt, bebaut. Kernstück ist das zentrale, dreigeschossige, unterkellerte Schulgebäude (Bauteil C), das in den 1950-er Jahren in konventioneller Bauweise errichtet wurde. Die Erschließung erfolgt über ein mittig angeordnetes, offenes Treppenhaus mit zwei symmetrisch angeordneten Treppenläufen.
Das Gebäude ist als einhüftige Anlage mit nach Süden orientierten Klassenräumen sowie breit angelegten Flurbereichen nach Norden konzipiert. Es wird seitlich gefasst durch ein- bis zweigeschossige, unterkellerte Bauteile (Bauteile A und B sowie Bauteile D und E), die sich U-förmig um den Eingangsbereich gruppieren. Der eingeschossige, ebenfalls unterkellerte Verbindungsbauteil (Bauteil D) im Osten dient der Erschließung des dreigeschossigen Baukörpers (Bauteil E) entlang der Berolinastraße, der in den 1970-er Jahren als Typenbau der Serie SK Berlin gebaut wurde.
Die im rückwärtigen Grundstücksbereich angeordnete, unterkellerte Sporthalle (Bauteil G) ist über einen eingeschossigen Verbindungsgang (Bauteil F) an den Hauptbereich des Schulgebäudes angeschlossen. In diesem Verbindungsbauteil sind die zurzeit genutzten Klassenräume der Filiale der Arno-Fuchs-Schule untergebracht. Dieser Bereich wurde 2008 für die provisorische Nutzung instandgesetzt. Die Gebäude stehen nicht unter Denkmalschutz.
Das Schulgrundstück ist geprägt durch zahlreichen Baumbestand unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Art.
Es ist vorgesehen, die Bauteile A, B, D, E und G ganz oder teilweise abzureißen.
Kurzbeschreibung der geplanten baulichen Anlagen:
Auf Grundlage des genehmigten Bedarfsprogramms fand ein begrenzt offener Realisierungswettbewerb statt. Auf Basis des Wettbewerbsergebnisses soll im Rahmen der geplanten Baumaßnahme ein neues Gebäudeensemble aus Teilen der vorhandenen, zu erhaltenden Gebäude (Bauteil 2 (alt Bauteil C) und Bauteil 3 (alt Bauteil F)) und einem dreigeschossigen Schulhaus (Bauteil 1) sowie einer neuen Sporthalle (Bauteil 4) entstehen. Die Förderschule ist in zwei Nutzungsbereiche unterteilt: Der Bauteil 1 bildet zusammen mit den Bauteilen 2 und 3 den schulischen Bereich mit Klassen- bzw. Fachräumen, Verwaltung und Eingangsbereich. Im Bauteil 4 sind die Therapieräume, das Therapiebad und die Sporthalle untergebracht. Für die zu erhaltenden Bestandsgebäude ist eine Grundsanierung unter der Berücksichtigung der sonderpädagogischen Notwendigkeiten und der besonderen Anforderungen an Sonderbauten vorgesehen.
Bei der Konstruktionsart der Neubauten handelt es sich um einen Stahlbetonskelettbau in Ortbauweise. Die neuen tragenden Innenwände werden in Stahlbeton hergestellt, sämtliche nicht tragenden Wände werden als Trockenbauwände errichtet.
Aufgrund des Rückbaus der Versorgungsanschlüsse werden für Fernwärme und Trinkwasser Neuanschlüsse und ein neuer Hausanschlussraum erstellt.
Die vorhandenen technischen Anlagen werden partiell ertüchtigt. U. a. sind für die Ertüchtigung der Bestandsgebäude und für den Neubau folgende Maßnahmen vorgesehen:
Im Bauteil 1 und 4 werden je eine Wasserbereitung mit thermischer Desinfektion zur Legionellenprophylaxe sowie jeweils eine Schmutzwasserhebeanlage installiert. Die Sporthalle wird mit einer Schwingboden-Heizung und der Schwimmbadbereich mit einer Fußbodenheizung ausgerüstet. Die Schwimmbadanlage des Therapiebades erhält eine Ozonanlage. Lüftungsanlagen werden in den Teilbereichen des Gebäudes vorgesehen, in denen eine kontrollierte Be- und Entlüftung nicht erfolgen kann. Das Objekt ist derzeit über einen Niederspannungsanschluss (NS-HA/HV) des EVU erschlossen und versorgt. Im Neubau des Technikkellers ist die NS-HA/HV im HA-Anschlussraum neu zu installieren. Außerdem wird eine Sicherheitsbeleuchtungsanlage (SIBE) als Zentralbatterieanlage errichtet. Die Beleuchtungsanlagen für alle Bereiche sind nach den Vorschriften der DIN EN 12464 auszuführen. Das Gebäude ist mit einer Blitzschutzanlage, ausgeführt nach Blitzschutzklasse III, auszustatten.
Die Konzeption der Außenanlage sieht u. a. die Erschließung des Schulgeländes in unterschiedliche Erlebnisräume (u. a. Sport- und Spielareale) vor. Das Schulhofgelände ist teilweise befahrbar auszuführen.
Es existiert eine genehmigte Bauplanungsunterlage (BPU) vom 30.04.2013. Diese gilt für die Durchführung der Baumaßnahme.
Die Baumaßnahme zeichnet sich zusammenfassend wie folgt aus:
1.Typologie:
Schul- und Lehrgebäude/Sporthalle mit jeweils sonderpädagogischen Anforderungen (Sonderbauten (nach § 2 Absatz 4 Bauordnung Berlin (Bau O Bln)).
2. Art der Baumaßnahme:
Bauen im Bestand, Neubau, Rückbau (Die Baumaßnahme muss unter laufendem Betrieb durchgeführt werden, hierzu wurde ein Baustufenplan entwickelt.).
Teile des Gebäudes wurden bereits im Vorfeld instandgesetzt. Diese Maßnahmen sind in das Gesamtprogramm zu integrieren.
3. Größenordnung:
Bestand: unbebaute Fläche: 19 135 m², bebaute Fläche: 3 681 m², Bruttogrundfläche: 9 836,10 m², Fläche des Baugrundstücks: 22 816 m².
Geplant: BGF gesamt: 9 612,42 m² (Bauteil 1 BGF: 3 171,35 m², Bauteil 2 BGF: 3 609,54 m², Bauteil 3 BGF: 457,70 m², Bauteil 4 BGF: 2 373,83 m²).
4. Gesamtkosten (Kostengruppe 200-700 nach DIN 276/12.2008): 16 615 000 EUR brutto.
Vergeben werden die Grundleistungen nach § 34 HOAI, LPH 6 bis 9.
Die Beauftragung erfolgt stufenweise ohne Rechtsanspruch auf die Beauftragung aller Leistungsstufen.
Der Ausführungszeitraum für die o. g. Leistungen ist derzeit geplant ca. ab III. Quartal 2014.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2014-05-12. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2014-04-04.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2014-04-04 Auftragsbekanntmachung
2014-10-09 Bekanntmachung über vergebene Aufträge