Dekontamination und Schadstoffentsorgung in den Trockengasreinigungsanlagen I-III des Weltkulturerbe Völklinger Hütte unter Bestandserhaltung

Weltkulturerbe Völklinger Hütte Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur GmbH; Generaldirektor Prof. Dr. Meinrad Maria

Die Völklinger Hütte wurde 1994 als erstes Denkmal des Industriezeitalters von der UNESCO als Weltkulturerbe klassifiziert. Seitdem sind viele Maßnahmen zur Sicherung und Sanierung sowie zur Inwertsetzung und Erschließung für Besucher auf dem Hüttenareal umgesetzt worden.
Dieser Auftrag bezieht sich auf die Trockengasreinigungsanlagen I, II und III (TGR I, 1911; TGR II, 1913; TGR III, 1922 – die mit Umbauten, Erweiterungen [letzte große Erweiterung TGR III 1956] und den dazugehörigen Nebenanlagen), die nach 75 Jahren Betriebszeit und der Stilllegung vor 25 Jahren der Witterung ausgesetzt sind und nun dringend einer Gebäude- und Anlagensicherung sowie einer Dekontamination bedürfen. Die Gebäude bestehen aus Stahlfachwerkkonstruktionen, die Außenwände sind mit Schlackesteinen ausgefacht, die Dachflächen bestehen aus Braschebetonplatten, die Zwischendecken aus Stahlbeton, Stahlgitter, Blechen. Eine Besonderheit ist dabei, dass die 3 Trockengasreinigungsanlagen erst in 7 m bzw. 14 m Höhe beginnen und darunter auf offenen Stahlkonstruktionen aufgeständert sind. Zahlreiche Großrohre verbinden die Gebäude mit anderen Anlagen der Hütte.
In den Trockengasreinigungen befinden sich größere Mengen von Schad- und Gefahrstoffen (wie z.B. asbesthaltige Leichtputze, asbesthaltige Dichtungen, KMF-haltige Dämmungen, schwermetallhaltige Beschichtungen sowie Produktions- und Filterrückständen (Gicht- und Filterstäube mit Asbest, Schwermetallen, PAK und polychlorierten Dioxinen/Furanen) – die Trockengasreinigungsanlagen sind daher als kontaminierte Bereiche ausgewiesen.
Anhand einer ersten Pilotsanierung in einem kleinen Teilbereich der TGR II konnte die technische und praktische Machbarkeit einer Reinigung und Entsorgung der Trockengasreinigungsanlagen nachgewiesen werden.
Bei dem Auftrag handelt es sich um eine umfangreiche und anspruchsvolle Schadstoffentsorgung und Dekontamination von technischen Anlagen mit hohen Anforderungen an den Arbeitsschutz und die Durchführungsqualität. Gegenstand des Auftrages ist die Erstellung aller erforderlichen Gerüste, der Hebe- und Fördertechnik, die Erstellung des technischen Sanierungsschutzes sowie alle Tätigkeiten an Schad- und Gefahrstoffen gemäß TRGS 505, TRGS 519, TRGS 521, TRGS 524 und TRGS 557.
Für einen schnellen, zeitsparenden Ablauf sind parallele und überlappend getaktete Ausführungen in den 3 Trockengasreinigungsanlagen erforderlich. Als Ausführungszeitraum ist zwingend vorgesehen September 2014 bis März 2015.
Parallel zu den Schadstoffentsorgungsarbeiten werden (auch teilweise in den kontaminierten Bereichen) Konstruktionsarbeiten am Stahlbau durchgeführt. Diese Leistungen sind Bestandteil einer separaten parallelen Ausschreibung, haben jedoch unmittelbaren Einfluss auf die Baustellenabwicklung der Schadstoffentsorgung und Dekontaminationsarbeiten.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2014-06-02. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2014-04-24.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2014-04-24 Auftragsbekanntmachung
2014-10-30 Bekanntmachung über vergebene Aufträge