Dom zu Schleswig, Sanierung Turm und Westfassade

Land Schleswig-Holstein vertreten durch Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR

Gebäudebeschreibung:
Eigentümerin des St. Petri Dom in Schleswig ist die evangelische lutherische Kirche in Norddeutschland.
Der im Jahre 1134 zum ersten Mal urkundlich erwähnte Schleswiger St. Petri Dom ist eine dreischiffige gotische Hallenkirche, dessen einzelne Bauabschnitte zu unterschiedlich Jahrhunderten aus verschiedenen Backsteinen hergestellt wurden.
Der Dom gründet an heutiger Stelle auf einer romanischen Basilika und wurde gegen 1270 als Hallenkirche fertig gestellt.
Der Dom besitzt zusätzlich zum Westturm eine Vierung, Querhäuser, einen Chor, eine Apsis, eine Sakristei und an der Nordseite einen dreiflügeligen Anbau. Der Westturm mit einem Kupferhelm auf einer Dachkonstruktion aus Stahl stammt aus jüngerer Zeit und wurde 1888–1894 nach Plänen von Friedrich Adler aus Berlin erbaut.
Der in 1894 fertiggestellte 112 m hohe Turm an der Westseite des St. Petri Doms wies bereits 1909 Bauschäden an der Verblendschale auf, die sich in den nachfolgenden Jahrzehnten bis zur Instandsetzung in den Jahren 1953–1956, kontinuierlich aufgrund von statischen Mängeln und erheblichem Wassereintrag in die schadhafte Mauerwerksfassade verstärkten.
Umfangreiche Instandsetzungsarbeiten in den Jahren 1953–1956 beinhalteten die Stabilisierung des gesamten Turmes durch Einbau von 5 zweiachsig gespannten Stahlbetonzwischendecken auf kreuzweise verlaufenden Unterzügen. Die gerissenen gemauerten Eckpfeiler wurden durch Baustahlanker an den Turm angebunden und gesichert. Neue Ringbalken wurden in regelmäßigen Abständen zur Abfangung der Verblendschale eingebaut und das Verblendmauerwerk mit Drahtankern an das Kernmauerwerk angebunden. Diese Instandsetzungsmaßnahmen waren in statischer Hinsicht erfolgreich, beendeten jedoch die weitergehende Schädigung der Baukonstruktion aufgrund des Wassereintrags in die undichte Gebäudehülle und unkontrollierte Wasserführung in das Gebäudeinnere nicht. In den 1960-er Jahren ist eine Wasserglasbeschichtung am Westgiebel des Kirchenschiffs aufgebracht worden.
Instandsetzungsmaßnahmen in den Jahren 1996–1998 hatten im Bereich der westlichen Turmseite die Verfüllung der z.T. 60 cm tiefen Schalenfuge zwischen Verblendschale und Kernmauerwerk mit Trasskalk zum Inhalt, die hinsichtlich der Feuchtigkeitsreduktion einen Teilerfolg darstellte. Die Verblendschale wurde teilweise erneuert und neben umfangreichen Neuverfugungen weitere Nadelanker aus V4A eingebaut. Eine weitere Erhöhung der Standsicherheit erfolgte durch zusätzliche V4A-Gewindestangen im Bereich der Eckpfeiler. Schräge Mauerflanken wurden mit Kupferabdeckungen versehen. Im Bereich des Kirchenschiffs wurden auf der durchfeuchteten Westfassade Hohlräume zwischen dem Verblend- und Kernmauerwerk mit Kalktrass injiziert. Teilweise werden Wasseransammlungen aus dem vorhandenen Mauerwerk kontrolliert über Fallrohre nach außen abgeleitet.
Die Eckpfeiler weisen Risse auf, in allen Höhenlagen treten Abscherbelungen am Verblender auf. Partiell ist das Dachtragwerk aus Holz angegriffen.
Aufgabenbeschreibung:
Wiederherstellung der Gebrauchstauglichkeit von Turm und Westfassade insbesondere unter Berücksichtigung der statischen und bauphysikalischen Gesichtspunkte sowie Beachtung der denkmalpflegerischen Auflagen.
Im Einzelnen:
— Überprüfung und bautechnische Aufnahme der statisch-konstruktiven Grundsubstanz, der durchgeführten Gebäudesicherungs- und Sanierungsleistungen der letzten Jahrzehnte, sowie damit verbunden neu eingebrachten zusätzlichen Tragkonstruktionen einschließlich Baugrunderkundungen;
— Erstellung eines umfänglichen Schadenkatasters;
— Durchführen der erforderlichen Baustoffanalysen und Materialprüfungen der verwendeten Baustoffe zur Schadensanalyse;
— Zusammenstellung der Untersuchungsergebnisse zu einer baufachlichen Stellungnahme und Bewertung der Standsicherheit der Grundsubstanz, der Sicherungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen einschließlich der Kombination aus beiden als ganzheitliche Tragkonstruktion unter der Einbeziehung der Baugrunderkenntnisse, den Materialbeschaffenheiten sowie ggf. der Glockenschwingungen des Turmes und der Westfassade;
— Aufstellen eines Sanierungskonzepts;
— Ermittlung der Kosten;
— Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen;
— SiGeKo-Leistungen für die Untersuchungen und spätere Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen;
Projekttermine:
Beginn: 1.8.2014;
Vorlage Sanierungskonzept mit Kosten: August 2015.
Abschluss: 31.12.2020.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2014-05-08. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2014-04-07.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2014-04-07 Auftragsbekanntmachung
2015-01-19 Bekanntmachung über vergebene Aufträge