Energetische Sanierung des Kreisverwaltungsgebäudes – Fassadensanierung – Objektplanung/-überwachung gemäß § 34 HOAI, Leistungsphasen 2-9

Kreisverwaltung Kaiserslautern

Gegenstand der Ausschreibung ist die Planung der denkmalgerechten und energetischen Fassadensanierung/-erneuerung einschließlich damit zusammenhängender Bauelemente des Amtsgebäudes der Kreisverwaltung Kaiserslautern.
Der von 1956-1960 errichtete L-förmige Baukörper (GK 4 gem. § 2(2) LBauO) mit sechsgeschossigem Haupttrakt und dreigeschossigem Seitentrakt ist als Stahlbetonskelettbau mit ausgemauerten Brüstungen („Schaumbeton“-Stein) und Kalksteinmauerwerk (in den nicht befensterten Eckbereichen) ausgeführt und mit einer Natursteinfassade aus Kelheimer Auerkalkplatten bekleidet. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass in einer für die Erbauungszeit typischen Konstruktionsweise 28 mm dicke hochrechteckige Kalksteinplatten aus Kelheimer Auerkalk bzw. Kirchheimer Muschelkalk in einer 45 mm dicken Mörtelschicht verlegt und mit ca. 5 mm breiten Mörtelfugen übereinander gesetzt sind. Die Lochfassade des Haupttraktes ist einem regelmäßigen Raster unterworfen, welches durch die verglasten Außenfassaden der Treppenhäuser unterbrochen wird. Im Gegensatz zur homogenen Fassade des Haupttraktes ist die Fassade des Seitenbaus zusätzlich durch horizontale und vertikale Stahlbetonlisenen gegliedert. Die Außenwände des Staffelgeschosses sind mit kleinformatigen keramischen Platten bekleidet.
Aufgrund seiner architektonischen und städtebaulichen Qualität wurde das Gebäude 1993 formell unter Denkmalschutz gestellt.
Bei einer Fassadenüberprüfung im Jahr 2012 durch einen Fachingenieur wurden gravierende Mängel an der Befestigung der Fassadenplatten festgestellt. Die Standsicherheit der gesamten Konstruktion ist nicht mehr gewährleistet, eine umfassende Sanierung der Fassade ist unumgänglich.
Mehrere Gutachten im Vorfeld sowie eine Machbarkeitsstudie zur denkmalgerechten Ausführung der Fassadensanierung, die in Absprache mit den Denkmalbehörden erfolgten, erbrachten das Ergebnis, dass ein vollständiger Neubau der Natursteinfassade (als vorgehängte und hinterlüftete Konstruktion) inkl. Wärmedämmung als vorteilhafteste Lösung anzusehen ist. Darauf aufbauend hat die Kreisverwaltung Kaiserslautern für den Zuwendungsantrag aus Landesmitteln eine Vorentwurfsplanung entwickelt.
Es werden folgende Eckpunkte vorgegeben:
Der vorgenannte Vorentwurf der Kreisverwaltung ist als besondere Leistung zu prüfen im Hinblick auf Alternativen, Varianten und Kosten. Die weiteren Leistungen sind hierauf aufzubauen. Sie umfassen Teile der LPH 2 sowie die LPH 3 – 9. Die Leistungsphasen 4 – 9 werden jeweils stufenweise beauftragt (Option).
Die Natursteinfassade ist mit gleichartigem Material zu erneuern; dabei ist besonderes Augenmerk auf den inhomogenen Aufbau der Rohbaukonstruktion (s. o.) zu richten. Das vorhandene Fassadenraster und die Abmessungen der Fensteröffnungen sind unverändert zu erhalten. Die neu einzubauenden Fensterelemente sind denkmalgerecht (in Anlehnung an die bereits 2012 erneuerten Fenster) zu planen. Auf den denkmalrechtlich möglichen Dispens von den Anforderungen der ENEV wird ausdrücklich verzichtet; die einzuplanende Dämmung der Fassade ist gleichwohl mit den denkmalpflegerischen Anforderungen in Einklang zu bringen. Bei der gesamten Planung ist die Möglichkeit einer Aufteilung der Baudurchführung in zwei Bauabschnitte vorzusehen.
Für diese Aufgabe ist ein insbesondere in der Fassadenkonstruktion und Bauabwicklung versiertes Planungsbüro gesucht.
Fassadenflächen Haupttrakt: ca. 3 000 m².
Fassadenflächen Seitenbau: ca. 1 000 m².
Fassadenflächen Staffelgeschoss: ca. 400 m².
Geschätzte Nettobaukosten (KG 300- 400) ca. 4 000 000. EUR.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2014-12-02. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2014-10-27.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2014-10-27 Auftragsbekanntmachung
2015-03-31 Bekanntmachung über vergebene Aufträge