Fassadensanierung Hauptjustizgebäude Koblenz – SAP-Nr. 400 13 1003

Land Rheinland-Pfalz, vertreten durch das Ministerium der Finanzen, dieses vertreten durch den Landesbetrieb Liegenschafts- und

Der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung, Niederlassung Koblenz projektiert die energetische und denkmalgerechte Fassadensanierung des Hauptjustizgebäudes Karmeliterstraße 14 in 56068 Koblenz.
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Auftragsgegenstand sind die Fassadenplanung und Ausschreibung (LP 5-7) und die zeitlich versetzte Bauleitung (LP 8) an den nachfolgend beschriebenen Bestandsgebäuden.
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Das Hauptjustizgebäude ist Teil eines Baublocks im Stadtzentrum von Koblenz. Das Gebäudeensemble besteht aus einem neungeschossigen Hochhaus mit viergeschossigen Flügelbauten. Das Hochhaus ist gegenüber der Straßenflucht um Gebäudetiefe zurückversetzt. Dadurch entsteht ein Vorplatz zum Haupeingang der Gebäude. Die Flügelbauten bilden einen größeren Innenhof nach Nordwesten und einen kleineren Innenhof nach Südosten. Die zur Blockinnenseite orientierten Flügel grenzen unmittelbar an die Nachbarbebauung an.
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In den Gebäuden sind Landgericht Koblenz, das Amtsgericht Koblenz und die Bewährungshilfe untergebracht. Die Sitzungssäle befinden sich im Erdgeschoss sowie im 1. und 2. Obergeschoss des Hochhauses und in den Flügelbauten.
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Die Gebäude wurden 1958 fertiggestellt. Die Flügelbauten wurden in späteren Jahren ergänzt. Das Ensemble ist in der Denkmaltopographie - Stadt Koblenz erfasst.
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Das Hochhaus ist als Stahlbetonskelettbau mit horizontalen und vertikalen Gliederungselementen in Sichtbetonqualität ausgeführt. Die Brüstungen sind mit Bimssteinen ausgemauert. Die Brüstungsflächen sind mit 5 cm starken Natursteinplatten aus Ettringer Tuff bekleidet. Die Steinbekleidungen sind mit jeweils 3-4 Verankerungen in den Ausmauerungen verdübelt.
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Die Flügelbauten sind mit einer flächenbündigen Bekleidung mit Ettringer Tuff und horizontalen und vertikalen Bändern aus schwarzem Basaltgestein versehen. Dadurch wird die Gliederung der Stahlbetonskelettkonstruktion des Hochhauses aufgegriffen.
Die Tragkonstruktion zeigt einen heterogenen Zustand.
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Eine Sanierung der Stahlbetonskelettkonstruktion des Hochhauses erfolgte im Zusammenhang mit dem teilweisen Austausch von Fenstern und dem Einbau von Rollscreens als außenliegendem Sonnenschutz. Nachdem in den vergangenen Jahren Fassadenschäden aufgetreten sind, wurden an allen Fassaden Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Aufgrund der Schäden soll nun eine umfassende Fassadensanierung erfolgen.
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Im Rahmen von Voruntersuchungen erfolgte eine Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde. Die fein gegliederten Vor- und Rücksprünge der Hochhausfassade sollen erhalten werden. Die Natursteinfassade soll mit gleichartigen Materialien erneuert werden.
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Im Vorfeld des Vergabeverfahrens wurden für die Ausführung der denkmalgerechten Fassadensanierung, die auch sicherheitstechnische Anforderungen hat, mehrere Gutachten erstellt. Demnach ist eine Wiederverwendung der vorhandenen Natursteinplatten nicht wirtschaftlich möglich. Eine Befestigung der Platten im bestehenden Bimsmauerwerk ist heute nicht mehr zulässig. Auch neue Fensterelemente können keine Befestigung am Bimsmauerwerk erhalten. Darum wird vorgeschlagen, die neue Natursteinbekleidung auf einer Metalltragkonstruktion zu befestigen, die geschosshoch von Betondecke zu Betondecke spannt.
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Flächen Hochhaus:(ohne Südseite) Fassadenflächen ca. 2 619 m², Dachflächen ca. 730 m²
Flächen Flügelbauten Nordwest Flügel A, B und C: Fassadenflächen ca. 2 156 m², Dachflächen ca. 1 652 m²
Flächen Flügelbauten Süd Flügel D, E und F: Fassadenflächen ca. 2 240 m², Dachflächen ca. 1 272 m²
Die Dachflächen auf dem Nordwestflügel wurden bereits saniert. Hier sind Dachbahnen mit Fotovoltaikfunktionen eingebaut. Dies ist bei allen Planungen zu berücksichtigen. Die Flachdächer des Südflügels und des Hochhauses sind noch nicht saniert. Diese sind in die Gesamtbetrachtung zu integrieren.
Im Südflügel (Flügel E) ist ein schiefergedecktes Walmdach vorhanden. Hier sind Aussagen zum Zustand und zum Sanierungsbedarf zu treffen.
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Der Rahmenterminplan sieht eine Sanierung in 10 Bauabschnitten über einen Zeitraum von 4 Jahren vor. Das Hochhaus könnte demnach in vier Bauabschnitten, die Flügelbauten in sechs Bauabschnitten saniert werden.
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Lärmintensive Arbeiten können nur mit Rücksichtnahme auf Gerichtstermine durchgeführt werden. Eine Verlagerung in die Tagesrandzeiten und auf Samstage wird unvermeidlich sein. Stillstandszeiten zwischen den Bauabschnitten und innerhalb der Bauabschnitte müssen in Absprache mit den Nutzern einkalkuliert werden. Die vereinbarten Bauzeiten sind verbindlich.
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Für diese Aufgabe ist ein insbesondere in der Fassadenkonstruktion und Bauabwicklung versiertes Planungsbüro gesucht.
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Leistungsumfang: Gebäude und raumbildende Ausbauten (Architekt/Fassadenplaner) gemäß § 33 HOAI: Beauftragung von Leistungen der LPH 3 (Entwurfsplanung) und LPH 4 (Genehmigungsplanung) mit der Absicht, weitere Leistungen der LPH 5 (Ausführungsplanung), LPH 6 (Vorbereitung der Vergabe), LPH 7 (Anteile Mitwirkung bei der Vergabe), LPH 8 (Objektüberwachung) und LPH 9 (Objektbetreuung) stufenweise und nach Bauabschnitten zu übertragen (Stufenvertrag). Ein Rechtsanspruch auf Übertragung der weiteren Leistungen besteht nicht.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2014-06-02. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2014-04-22.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2014-04-22 Auftragsbekanntmachung
2014-05-07 Ergänzende Angaben
2014-12-16 Bekanntmachung über vergebene Aufträge