Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept für Berlin

Land Berlin, vertreten durch Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

Der Berliner Senat verfolgt das langfristige Ziel, Berlin bis zum Jahr 2050 zu einer klimaneutralen Stadt zu entwickeln. Hierzu soll die Gesamtsumme der Kohlendioxidemissionen bis zum Jahr 2020 um mindestens 40 Prozent, bis zum Jahr 2030 um mindestens 60 Prozent und bis zum Jahr 2050 um mindestens 85 Prozent im Vergleich zu der Gesamtsumme der Kohlendioxidemissionen des Jahres 1990 verringert werden. Daneben sollen alle sonstigen Treibhausgasemissionen erheblich reduziert werden. Mit einem Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept (IEKK) sollen Strategien und Maßnahmen zur Erreichung dieser Klimaschutzziele beschrieben werden. Es soll insbesondere folgende Elemente enthalten:
1. CO2-Minderungs- und Energiesparpotenziale in allen emissionsrelevanten Sektoren und Handlungsbereichen,
2. Strategien und Maßnahmen, die sich im Wesentlichen an den o. g. Zielhorizonten orientieren, a) zur Einsparung von Energie, Erhöhung der Energieeffizienz und des Anteils der erneuerbaren Energien am Energiemix des Landes Berlin sowie sonstige Strategien und Maßnahmen zur Erreichung der Klimaschutzziele.
Dazu gehört die Darstellung der mit ihnen zu erreichenden Reduktion von Kohlendioxidemissionen;
b) zur Sicherung und zum Ausbau der Kohlenstoffsenken;
c) zur Erreichung der Berliner Klimaschutzziele in sonstigen Handlungsbereichen, in denen sich die Reduktion der Kohlendioxidemissionen nicht bilanzieren lässt.
3. Aussagen zur Wirkungsweise, Wirtschaftlichkeit und Finanzierung der dargestellten Strategien und Maßnahmen, zu den für die Implementierung relevanten Akteuren und Zeitleisten sowie Aussagen zu regionalökonomischen Effekten
4. einen Zeitplan hinsichtlich der stufenweisen Reduktion der Kohlendioxidemissionen im Kontext der genannten Ziele und gegebenenfalls weiterer Zwischenziele.
Bei der Erstellung des IEKK ist das Berliner Energiekonzept 2020 (http://www.berlin.de/imperia/md/content/senwirtschaft/energie/energiekonzept.pdf?start&ts=1302593601&f ile=energiekonzept.pdf) und die Ergebnisse einer im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt erarbeitete Machbarkeitsstudie „Klimaneutrales Berlin 2050“
(http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/klimaschutz/studie_klimaneutrales_berlin/index.shtml) umfassend zu berücksichtigen. Insbesondere sind die hier in Form eines Referenzszenarios und zweier Zielszenarien modellierten Entwicklungspfade sowie die fünf politik- und praxisnah definierten Handlungsfelder Energieversorgung, Gebäude und Stadtentwicklung, Wirtschaft, Private Haushalte und Konsum sowie Verkehr als Grundlage aufzunehmen und in eine konsistente Handlungsstrategie umzusetzen.
Zur Erfolgskontrolle der Maßnahmen ist ein Monitoring-Konzept zu erstellen, dass in seiner Methodik transparent, konsistent und vereinheitlicht sein soll. Zu berücksichtigen sind überdies auch die sich verändernden Klimaschutzmaßnahmen der EU und der Bundesregierung.
Klimaschutz ist eine Querschnittsaufgabe, die integrierte Lösungsansätze braucht. Deshalb sollen bei der Erstellung des IEKK klima-, energie-, wirtschafts- und sozialpolitische Aspekte konsequent zusammen gedacht werden. Trotz einer in Bezug auf das Klimaneutralitätsziel hauptsächlich mitigativen Fokussierung des Konzeptes müssen auch die im Zusammenhang mit den auf lange Sicht nicht abwendbaren Folgen des Klimawandels bestehenden Anforderungen in die konzeptionellen Betrachtungen einfließen. Deshalb sollen die Handlungsstränge und Maßnahmen des IEKK auch auf ihre adaptative Wirkung geprüft bzw. synergetische Effekte zur Anpassung an veränderte klimatische Bedingungen angestrebt werden. Für eine mögliche operationelle Verbindung des Konzeptes mit einem separaten Teilkonzept „Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ sollen entsprechende Schnittstellen determiniert werden.
Das IEKK soll sechs Arbeitspakete beinhalten, die im Wesentlichen auf folgenden Elementen beruhen:
Arbeitspaket 1: Entwicklung einer Grobkonzeption für ein IEKK unter Berücksichtigung der in der Machbarkeitsstudie „Klimaneutrales Berlin 2050“ dargestellten Strategien, Szenarien und Handlungsfelder
Arbeitspaket 2: Auf Grundlage der in der Feinanalyse und in der Grobkonzeption gewonnenen Erkenntnisse, Entwicklung einer Strategieplanung für die einzelnen Handlungsfelder und Berücksichtigung der kurz-, mittel- und langfristigen Ziele. Dazu gehört auch die Benennung quantitativer Energie- und CO2-Einsparpotentiale.
Arbeitspaket 3: Entwicklung eines Maßnahmenkataloges zur Erschließung der in den einzelnen Handlungsfeldern benannten Energie- und CO2-Einsparpotentiale einschließlich der zu erwartenden Aufwendungen/Einsparungen und Aufzeigen regionalökonomischer Effekte.
Arbeitspaket 4: Entwicklung eines Monitoringkonzeptes einschließlich eines spezifischen Indikatorensets.
Arbeitspaket 5: Entwicklung eines Konzeptes für eine breite Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen einschließlich Projektkommunikation.
Arbeitspaket 6: Dokumentation und Berichterstattung.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2014-05-05. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2014-03-27.

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Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2014-03-27 Auftragsbekanntmachung