LV-Nr.: L0279 – Erneuerung Bodenradar/Advanced – Surface Movement Guidance and Control System – A-SMGCS
Ersatz/Neuanschaffung des Bodenlagedarstellungssystem am Flughafen München – Internationale Bezeichnung „A-SMGCS“ (Advanced Surface Movement Guidance and Control System).
Das A-SMGCS-System wird durch die Flughafen München GmbH (FMG) primär für die Luftfahrzeug-Rollverkehrsführung auf den Vorfeldern und Parkpositionen bzw. für das Verkehrsmanagement mit den beteiligten betrieblichen Stellen genutzt. Entsprechend ist das A-SMGCS am Flughafen München vorrangig auf diese Anforderungen ausgerichtet, d. h. auf den inneren Bereich des Flughafen-Areals mit all den radar-/ortungstechnisch schwierigen Umgebungen und kritischen Abdeckungsbereichen. Es ist eine Luftfahrzeug-Verkehrsführung incl. einer gesicherten Identitäts-Korrelation bis zur Park-/Halteposition, sowohl im Inbound als auch im Outbound gefordert. Fahrzeuge und Hindernisse werden ebenfalls von dem System dargestellt.
Eine Luftraumüberwachung/-kontrolle wird von der Flughafen München GmbH nicht durchgeführt; diese obliegt ausschließlich der Deutschen Flugsicherung (DFS). Die Zuständigkeitsbereiche der relevanten Teilnehmer der Bodenlageüberwachung-/führung (DFS-Start-/Landebahn und FMG –Vorfelder/Taxiways) werden durch ein Übergabeverfahren geregelt, welches außerhalb und unabhängig der FMG-A-SMGCS Applikation ist.
Bei dem zu errichtenden/liefernden System ist eine sog. Multisensortracking-Funktionalität mit einhergehender dynamisch gewichtender Datenfusion gefordert. Als Sensor-Input sind derzeit 2 SMR-Antennen (Surface-Movement-Radar) vorhanden, kurz- bis mittelfristig ist eine weitere SMR-Antenne geplant, deren Daten dann ebenfalls zu verarbeiten sind. Die SMR-Zielextraktoren gehören zum Lieferumfang des Systems. Darüber hinaus besteht ein hochgütiges (d. h. hoher Abdeckungsgrad und gute Genauigkeit) SSR-Mode-S Multilaterationssystem (MLAT). Innerhalb des MLAT-Systems ist eine größere Anzahl von SQUIDS (Squitter-Units) im Einsatz. Weiterhin müssen ADS-B-Daten in die Positionsberechnung und den Identifikationsprozess einbezogen werden können. Die Informationen der zwei vorhandenen Anflugradarsysteme (ASR) müssen von dem A-SMGCS als mögliche zukünftige Option verarbeitet werden. Das System muss in der Lage sein, auch Daten eines künftigen WAM-Systems (Wide Area Multilateration) zu verarbeiten. Das System ist so auszulegen, dass auch Daten anderer, künftiger Sensoren mit verarbeitet werden können. Alle Sensor-Inputs müssen durch die Datenfusion bewertet und gewichtet zu einer eindeutigen Verkehrslage fusioniert werden.
Die Identifizierung der getrackten Objekte muss über eine Schnittstelle zur zentralen Flugdatenbank der Flughafen München GmbH erfolgen. Mittels dieser Daten erfolgt zum einen eine spezielle Erweiterung der Label bzw. Flugdateninformationen und zum anderen wird durch eine intern entwickelte Flugstatusreferenzierung der operative Verkehrsführungs-/überwachungsprozess effizient und zielgerichtet gesteuert. Diese komplexe Datenschnitt-stelle ist künftig über eine moderne Schnittstellentechnologie (z. B. Webservices, REST/JSON) zu realisieren.
Als radartechnikorientierte Schnittstellenprotokolle finden die Eurocontrol-Standards wie ASTERIX (All Purpose Structured Eurocontrol Surveillance Information Exchange).
Cat. 10, 20, 21 etc. für Sensordaten und Cat 11 für den Ausgang der Datenfusion Verwendung.
Die Anzahl der benötigten Arbeitsstationen (CWP) beträgt derzeit 10; die Möglichkeit einer Erweiterung/Mehrung ist obligatorisch. Die CWP muss primär eine ergonomische, syntheti-sche Verkehrslagedarstellung visualisieren. Das Videobild der SMR-Systeme ist als Video zu hinterlegen. Die CWP muss arbeitsplatzspezifisch konfigurierbar sein. Die CWP sind um FMG spezifische Anzeige- und Bedienelemente zu erweitern.
Ebenso sind zukunftsgerichtete neue Schnittstellen oder Features zu anderen bisher autarken Systemen Gegenstand dieses Projektes. Eine bereits konkret zu betrachtende Schnittstelle betrifft das vorhandenen AGL-System (Airfield Guidance Light). Informationen aus dem AGL sind zu übernehmen und auf der CWP zu visualisieren.
Ferner muss ein sog. TOW-Movement Management integriert werden. Der TOW –Vorgang wird unter Verwendung flugplantechnischer Daten im System geführt. Diese flugplantechnischen Daten werden dynamisch zu einer eigenen logischen Bezeichnung (Label) verbunden.
Es muss eine Steuerung einer bodengebundene Signalgebung für Fahrzeuge an Fahrstraßen-Rollweg-Kreuzungen geliefert werden, welche die Fahrzeugführer vor kreuzenden Flugzeugen warnt.
Das zu liefernde A-SMGCS System muss in die technische Systemüberwachung am Flughafen München eingebunden werden und z. B. ein BITE (Built-In-Test-Equipment) unterstützen. Das System ist redundant mit Hot-Standby-Funktionalität auszulegen.
Das zu liefernde System muss die Anforderungen der einschlägigen internationalen Standards und Recommended Practices (i.e. ICAO, EUROCAE, EUROCONTROL) erfüllen.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2014-08-11.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2014-07-11.
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2014-07-11
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Auftragsbekanntmachung
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2015-03-27
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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