Objektplanung Freianlagen für die Erweiterung und Generalsanierung des Klinikums Bogenhausen
Nach 7-jähriger Bauzeit wurde das Klinikum Bogenhausen im Jahre 1984 als Ersatz für 3 kleinere, abgängige Krankenhäuser eröffnet. Typologisch handelt es sich um einen Vertikaltyp in Doppelkammstruktur und in Ost-West-Richtung verlaufender Magistrale. Die großzügige Flächenauslegung in den Pflegebereichen und die Zuordnung von Technikflächen zu den hochinstallierten Funktionsgeschossen im Sockel, bieten auch nach heutigen Maßstäben gute Voraussetzungen für moderne, prozessoptimierte Strukturen. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine großzügige bauliche Erweiterung, deren Lokalisierung im Südareal zwischen Klinikgebäude und Englschalkinger Straße zu positionieren ist. Das Bestandsgebäude des Klinikums erfährt in südlicher Richtung eine erhebliche Erweiterungsmöglichkeit durch einen angedockten Ergänzungsbau mit einem Technikgeschoss (2. UG) sowie drei weiteren Vollgeschossen (1. UG, EG, 1. OG). Durch diesen Entspannungsbau sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, den Gebäudebestand in 4 Quadranten großflächig und in überschaubarem Zeitrahmen grundlegend zu sanieren. Erfahrungen bei vergleichbaren Projekten haben gezeigt, dass eine Sanierung von OP-Bereichen bei laufendem Betrieb bei Kliniken dieser Baustruktur unter wirtschaftlichen und ablauftechnischen Gesichtspunkten nicht zielführend ist. Insoweit sieht das Konzept einen Neubau des Zentral-OPs, der zentralen Notfallaufnahme sowie der gesamten, vergrößerten intensivmedizinischen Kapazitäten im Entspannungsbau vor. Für die Ausdehnung des Gebäudes ist die zentrale OP-Abteilung als flächenmäßig größte Funktionsstelle für die Dimensionierung des Baukörpers bestimmend.
Charakteristisch ist die Einbettung des Klinikums in die aufwändige Modulation des Geländes mit hohem Baumbestand. Zu den Straßen hin sind baumbestandene Wälle gelegen, welche Höhenunterschiede von bis zu acht Metern abwickeln, teilweise mit Böschungsneigungen bis zu 45 Grad.
Die vorliegende Baumbestandsliste (undatiert) weist im Durchschnitt Bäume von 12-15 m Höhe aus, einige Ausnahmen von bis zu 30 m Höhe. Von der Gesamtmasse sind bis 2009 bereits 3% aufgrund von Schäden oder Neubaumaßnahmen gerodet worden, weitere 21 % weisen erhebliche Schwachpunkte wie Kronen-, Rinden- und Stammschäden, Totholz, Efeubewuchs, Blattnekrosen und Dürre auf oder haben Drahtverankerungen.
Der Bebauungsplan Nr. 3n der LH München (1975) sah für den östlichen Klinikbereich (Fl.299 sowie 299/6) einen ca. 60 m tiefen Pflanzstreifen als Zäsur zwischen Klinik- und Hallenbadgelände Cosimabad vor. Diese Wirkung ist durch den von Aufwuchs freizuhaltenden Flugkorridor des Hubschrauberlandeplatzes stark eingeschränkt.
Der südliche Hang wird durch Rodungen und Auskofferung für einen Flächenbedarf von gut 8 000 m² Grundfläche (GR) in großem Maßstab angegriffen. Weitere Maßnahmen werden die Umgestaltung des Haupteinganges, die Neuanlage und Erweiterung der Parkplätze sowie die Auflösung des Hubschrauberlandeplatzes sein. Gerechnet auf den gesamten Baustellenumgriff wird naturgemäß während des Bauablaufes mit einer Verdreifachung der Eingriffsfläche zu rechnen sein.
Die Neuordnung der Freiflächen u. A. des Haupteinganges bietet die große Chance, im Zuge einer Neupflanzung die dringend notwendigen Aufenthaltsbereiche für Personal, Patienten und Besucher einzurichten. Diese „Rekultivierung“ wird ebenfalls den oberirdischen Zugangsbereich der U-Bahn, den neuen Eingang auf Ebene der Englschalkinger Straße sowie die künftigen Parkplätze erfassen.
Zusätzliche Verbesserungsmöglichkeiten bieten die bestehenden Baum- und Gehölzflächen, von denen immerhin über 20 % als mit z.T. erheblichen Schäden kartiert gelten. Ohnehin erfordern die teils vergreisten Bestände einen kurz- bis mittelfristigen Ersatz.
Durch Sanierung und Wiederherstellen leistungsstarker Gehölzstrukturen kann es gelingen, die verbliebenen Grünflächen zu revitalisieren und anstelle von reinem „Begleitgrün“ eine vielfältig differenzierte Oase der Erholung für Mensch und Tier aufzubauen.
Die Kennzahlen NF Neubau ca 17.000 m² und BGF Neubau ca. 30.000 m² verdeutlichen anhand des Vergleichswertes BGF/NF von ca. 1,8 die Wirtschaftlichkeit und Effizienz des Konzeptes.
Der Bebauungsplan Nr. 3n der Landeshauptstadt München legt Lärmschutzwälle fest, die zur Teutonenstraße hin eine Mindesthöhe von 3,50 m sowie zur Englschalkinger Straße hin eine Mindesthöhe von 4 m aufweisen sollen. Ansonsten sind die Freiflächen in parkähnlicher Art zu bepflanzen und in dieser Weise zu erhalten. Im Eingriffsbereich zu fällende Bäume (lt. Baumbestandsplan 2007) nach BaumSchVO geschützt ca. 97 St., nicht geschützt ca. 151 St., sonstige ca. 14 St.
Die Bauabschnitte gliedern sich wie folgt:
1. Phase: Im ersten Schritt erfolgt die Umverlegung des HLP und die Freimachung des Baufeldes.
2. Phase: In der 2. Phase wird über einem Zeitraum von ca. 30 Monaten der Neubau errichtet.
3. Phase: Nach Umverlegung der OP – Abteilung und Inbetriebnahme der erweiterten Notfallversorgung, ICU, IMC und Tagesklinik erfolgt der Umbau im 1. UG ( Teilflächen ehemaliger OP-Abteilung ) zur Aufnahme der CPU und Aufnahmepflege etc.
4. Phase: Parallel zur 3. Phase kann der Interims – Container – Pflege aufgebaut werden, um die bestehende Klinik, in vier Abschnitten, entsprechend den Anforderungen umzubauen bzw. zu sanieren.
5. Phase: Der erste Sanierungsabschnitt der Klinik erfolgt im Nord – Ost – Quadranten.
6. Phase: Sanierung: 2 Nord – West – Quadrant.
7. Phase: Sanierung 3: Süd – West – Quadrant.
8. Phase: Sanierung 4: Süd – Ost – Quadrant.
Die Bettenzahl (stationär) am Standort Bogenhausen nach Abschluss der Maßnahmen liegt bei 1019 (aktuell: 951).
Die Grobkostenschätzung (Kostengruppen 200-700 gem. DIN 276-1:2008-12) beläuft sich auf ca. 315 000 000 EUR brutto (ohne Indexsteigerung), davon Erweiterung ca. 1/3, Generalsanierung ca. 2/3.
Gegenstand des Auftrags sind Leistungen der Objektplanung Freianlagen (§§ 33 ff. HOAI i. V. m. Anlage 11 HOAI); Leistungsphasen 1-9.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2014-11-21.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2014-10-21.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2014-10-21
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Auftragsbekanntmachung
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2014-10-27
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Ergänzende Angaben
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2015-03-24
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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