Objektplanung für Verkehrsanlagen gemäß Teil 1 und Teil 3, Abschnitt 4 (§§ 45 ff.) der HOAI für die Erschließung des Neubaugebiets Fischbeker Heidbrook
Einleitung
Auf dem Gelände der ehemaligen Röttiger Kaserne (ca. 52 ha) soll in den kommenden Jahren ein neues Quartier mit ca. 800 Wohneinheiten mit einer Mischung aus Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern sowie Geschosswohnungsbauten entstehen. Darüber hinaus sollen im Grenzbereich zur B73 Flächen für Dienstleistungen sowie Einzelhandelsnutzungen realisiert werden.
Zusammen mit dem Büro mars group aus Esch sur Alzette, dem Landschaftsarchitekten von agence ter aus Karlsruhe, dem Ingenieurbüro ARGUS aus Hamburg und den Behörden hat die IBA Hamburg GmbH einen Funktionsplan für das Quartier entwickelt. Im Rahmen der Funktionsplanung wurde vom Ingenieurbüro ARGUS ein Konzept für die Erschließung sowie die Entwässerung erarbeitet.
Im Rahmen der bisherigen Bearbeitung wurden bislang die Leistungsphasen 1 und 2 der HOAI erbracht. So liegt für die Entwässerungsplanung ein Entwässerungskonzept inklusive einer hydraulischen Berechnung der Gräben- und Mulden vor. Für die Straßenplanung wurde ein Erschließungskonzept erstellt sowie die Querschnitte festgelegt. Alle vorliegenden Unterlagen wurden mit dem Bezirksamt Harburg sowie den weiteren Dienststellen insbesondere der BSU aber auch der BWVI abgestimmt.
Das Plangebiet befindet sich im Übergang zwischen Marsch und Geest. Die vorhandenen Geländehöhen liegen zwischen NN+10 m im Nordosten (Cuxhavener Straße) und NN+22 m im Südwesten (Fischbeker Heide). Im östlichen und westlichen Drittel werden die Höhen mehr oder weniger durch stetes Gefälle und im mittleren Bereich durch drei Plateaus mit ei-ner Höhendifferenz von 3 bis 4 m überwunden.
Das gesamte Gelände ist derzeit fast unbebaut. Der Rückbau der Kasernengebäude und deren Erschließungsanlagen sind erfolgt. Lediglich zwei Bestandsgebäude aus dem Jahr 1939 südlich der Cuxhavener Straße, die innere Haupterschließungsstraße (Betonstraße = Panzerstraße) und die südliche Straßenanbindung nach Niedersachsen sind erhalten geblieben. Die Panzerstraße soll bis auf ein kleines Teilstück im Bereich des Plateaus im Rahmen der Baumaßnahmen zurück gebaut werden. Auflagen gibt es zum Erhalt diverser schützenswerter Bäume und Baumgruppen die auch im Bebauungsplan NF66 festgesetzt werden.
Der Bebauungsplan befindet sich derzeit in der Aufstellung und soll im Dezember 2014 die Vorweggenehmigungsreife gemäß § 33 BauGB erreichen. Die für die Entwässerungs- und Straßenplanung erforderlichen Straßenverkehrsflächen wurden anhand der vorliegenden Planungen bemessen. Im Bereich des linearen Parkbandes ist die notwendige Fläche für die Entwässerungseinheit durch eine unverbindliche Vormerkung gesichert.
Entwässerungskonzept
Die Oberflächenentwässerung der privaten und öffentlichen Flächen soll möglichst oberflächennah und dezentral erfolgen. Es wird angestrebt, dass Niederschlagswasser möglichst dezentral zu versickern. Bei Grundstücken mit versickerungsfähigem Boden ist eine Ableitung in das Entwässerungsnetz ausgeschlossen. Die Versickerung kann je nach Bodenbeschaffenheit über Mulden oder Mulden-Rigolen-Systeme erfolgen. Auch eine Speicherung des Niederschlagswassers in Zisternen ist denkbar. Ist auf Grund der Bodenbeschaffenheit eine Versickerung nur mit hohem technischem Aufwand möglich, ist eine oberflächennahe Ableitung vorzusehen.
Hierfür soll das Oberflächenwasser dezentral und oberflächennahe bei qualifizierter Trennung unterschiedlich verschmutzter Niederschlagsabwässer abgeführt werden. Städtebaulich gliedert sich das Plangebiet in drei Bereiche: Mischkerngebiet, Wohngebiet, und Retentionsflächen.
Das Mischkerngebiet (MK-Gebiet) umfasst einen ca. 100 m tiefen Gebäudekomplex direkt an der Cuxhavener Straße. Auf Grund der hohen Verkehrsbelastung, der geplanten Gewerbenutzung und der Lage im Trinkwasserschutzgebiet wird eine Versickerung von Oberflächenwasser hier zunächst ausgeschlossen. Die Verkehrsanlagen im MK-Gebiet und die unmittelbar an die Cuxhavener Straße angrenzenden Gebäude sollen nach Möglichkeit direkt an das Regensiel in der B73 angeschlossen werden.
Im südlich indirekt angrenzenden, ca. 32 ha umfassenden Wohngebiet wird auf Grund der geringen Schmutzbelastung eine Versickerung des Niederschlagswassers im öffentlichen und privaten Bereich angestrebt. Nur in Teilgebieten, in denen auf Grund der unzureichenden Bodendurchlässigkeit eine Versickerung nur mit hohem technischem Aufwand möglich wäre, wird das Niederschlagswasser in Richtung Retentionsflächen im maximal 50cm tiefen Mulden bzw. Gräben abgeleitet. Die Querung der Straßen erfolgt mit Hilfe von Kastenrinnen.
Die Retentionsflächen sind eingebunden in das 17 m breite lineare Parkband zwischen Mischkern- und Wohngebiet. Teil des Parkbandes ist ein 8 m breiter Retentionsgraben. Das hier gesammelte Niederschlagswasser aus den Wohnbereichen und den wenig belasteten Straßen kann hier nach Möglichkeit weiterversickern und sich in die östlich und westlich an-grenzenden Regenrückhaltebecken verteilen. Das Regenrückhaltebecken „West“ hat be-standsgemäß Vorflut in die Rethenbek, das Regenrückhaltebeckens “Ost“ in das R-Siel in der Cuxhavener Straße.
Verkehrsflächen / Erschließung
Die Erschließung des Gesamtgebietes erfolgt über eine Haupterschließungsachse (Planstraße A), die sich an der ehemaligen Haupterschließungsachse (Betonstraße) der Kaserne orientiert. Diese Wohnsammelstraße verläuft u-förmig und ist mit zwei Vollknoten an die Cuxhavener Straße angeschlossen. Die Breite der Fahrbahn beträgt 6,50 m und ist für Bus-verkehre ausgelegt. In den Nebenflächen sind neben den Ableitungsgräben, ein Parkstreifen und beidseitig Gehwege vorgesehen. Das Verkehrsaufkommen (Prognose) auf der Planstraße A liegt im Bereich des Wohngebietes zwischen 1.100 und 1.800 Kfz/d. Bei Umsetzung eines Mobilitätskonzeptes können die Verkehrsstärken auf 700-1000 Kfz/d reduziert werden.
Die innere Erschließung erfolgt über Wohnerschließungsstraßen (Planstraßen B) und Wohnhöfe (Planstraßen C und D). Die Wohnerschließungsstraßen haben eine Fahrbahnbreite von 5,50 m und bieten die Möglichkeit am Fahrbahnrand zu parken. Hier sind ebenfalls beidseitig Gehwege vorgesehen. Die Wohnhöfe sind als Mischverkehrsfläche ausgebildet und inkl. Parken und Seitenraum mind. 8 m breit.
Sonstiges
Der AG wird für das Gesamtvorhaben u. a. folgende zusätzliche Objekt- und Fachplaner beauftragen:
1. OPL Freianlagen
2. FPL Geotechnik
Die Realisierung des Vorhabens erfolgt nach den Grundsätzen für kostenstabiles Bauen im Sinne der Drucksache 20/6208 der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg. Die Beauftragung erfolgt in zwei Stufen. Stufe 1 (Übernahme und Prüfung der Vorplanung, Entwurfsplanung, Genehmigungsplanung, Ausführungsplanung, Vorbereitung der Vergabe sowie Mitwirkung bei der Vergabe) und Stufe 2 (Bauoberleitung, Objektbetreuung).
Die Ausführung der Bauleistungen ist in 5 Teilabschnitten in den Jahren 2015 bis Anfang 2019 vorgesehen.
Das Investitionsvolumen für die v.g. Maßnahmen an den Verkehrsanlagen inkl. Entwässerungseinrichtungen betragen voraussichtlich ca. 12 500 000 EUR, netto und an Freianlagen voraussichtlich ca. 2 900 000 EUR, netto (Baukosten).
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2014-04-07.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2014-03-07.
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2014-03-07
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Auftragsbekanntmachung
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