Planung, Ausschreibung und Bauleitung zur Sanierung der mechanischen Reinigungsstufe des Klärwerkes Düsseldorf-Süd
Das Abwasser des Einzugsgebietes Süd wird aus dem Pumpensumpf des Zulaufpumpwerkes von bis zu 8 Schneckenpumpen mit einer Gesamtförderleistung von rd. 20 cbm/s um 6,50 m angehoben. Der Zulauf zum Pumpensumpf erfolgt ausschließlich von einer Seite. Um einen möglichst konstanten Wasserspiegel im Pumpensumpf zu gewährleisten, wurden 2 Zulaufpumpen mit Frequenzumrichtern ausgerüstet. Bei Überschreitung der maximal zulässigen Wasserspiegel erfolgt über 4 Absenkschütze eine Entlastung in den Stauraumkanal SK 2. Die 8 Schneckenpumpen sind paarweise den nachfolgenden 4 Rechenstrassen fest zugeordnet. Neben dem zufließenden Abwasser des Einzugsgebietes müssen auch das Presswasser der Rechengutpressen, das Wasser aus der Separierung, die Regenwässer aus den an das Entwässerungssystem angeschlossenen Straßenabläufen und das Permeat der Deponiesickerwasserbehandlungsanlage (SI1) durch die Schneckenpumpen gehoben werden.
Die Rechenanlage ist aus 4 Rechenstrassen mit je einem Grobrechen (Stababstand: 60 mm) und einem Feinrechen (Stababstand: 20 mm) aufgebaut. Das in den Grob- und Feinrechen zurück gehaltene Rechengut wird über Förderbänder den Rechengutpressen oder im Notfall über ein Transportband einem Entwässerungscontainer zugeführt. Anschließend gelangt das gepresste Rechengut über ein weiteres Förderband in den Rechengutbunker der Separierungsanlage. Von dort erfolgt die Verladung auf LKW mit nachfolgendem Abtransport.
Die zu entsorgende Rechengutmenge betrug in 2010: 1.115 t/a, in 2011: 1.035 t/a, in 2012: 1.064 t/a und in 2013: 1.216 t/a.
Die Sandfanganlage wird zweistrassig und unbelüftet betrieben. Die Beschickung erfolgt über ein Verteilergerinne, in welches die vier Rechenstrassen einbinden. Die Sandentnahme erfolgt über Rundräumer und Pilgerschritt-Klassierer mit anschließendem Austrag über Förderbänder in Sandgutcontainer. Schwimmschlämme und Fette werden durch Aufstau über eine Skimrinne entnommen und der Separierungsanlage zugeführt. Der Ablauf aus den Sandfängen gelangt über das Vereinigungsgerinne zu zwei Dükerleitungen, innerhalb derer eine induktive Durchflussmengenmessung mit vorgelagerter Regelklappe zur Begrenzung auf die maximal biologisch zu reinigende Abwassermenge erfolgt. Die überschüssigen Wassermengen werden über verstellbare Wehrschwellen in den Stauraumkanal SK1 eingeleitet. Die Sandfanggutmengen betrugen in 2008: 315 t/a, in 2009: 560 t/a, in 2010: 604 t/a, in 2011: 380 t/a, in 2012: 585 t/a und in 2013: 692 t/a.
Zur Gewährleistung eines energetisch optimierten Einstau- und Förderbetriebs ist zu prüfen, ob und in welchem Umfang auch die Schneckenpumpen 2 bis 4 und 6 bis 8 mit Frequenzumrichtern ausgerüstet werden sollten. Zur Vermeidung von Stoßbelastungen der nachfolgenden Reinigungsstufen muss die Regelungscharakteristik angepasst werden. Ferner sind zur Reduzierung der Mischwasserabschläge die aktuellen Anforderungen an die Bewirtschaftung des vorgelagerten Kanalnetzes zu berücksichtigen. Für einen alternierenden Betrieb aller Schneckenpumpen sind zur Vermeidung von strömungsarmen Zonen und zur Verhinderung von Ablagerungen Umbaumaßnahmen im Pumpensumpf vorgesehen. Darüber hinaus sind die notwendigen Maßnahmen zur Betoninstandsetzung im erforderlichen Umfang, zur Anpassung der vorhandenen Be- und Entlüftungseinrichtungen im Schneckenantriebsraum, zur Anpassung der Betriebsmittel an die Anforderungen aus Arbeitssicherheit und Explosionsschutz sowie zum Austausch bzw. Einbau von Absenkschützen oder alternativ Dammbalken am Zulauf zu den Schneckenkammern zu prüfen bzw. zu planen.
Im Rahmen eines vorlaufenden Projektes werden sämtliche Förderbänder erneuert, die Grob- und Feinrechen der Rechenstrasse 1 gegen Harkenumlaufrechen mit geplanten Stababständen von 40 mm bzw. 8 mm ausgetauscht und die Rechengutpressen durch Waschpressen ersetzt. Die Rechenstrassen 2 bis 4 sollen ebenfalls, allerdings erst nach Erlangung entsprechender Betriebserfahrungen (frühestens Anfang 2016) mit Harkenumlaufrechen ausgerüstet werden. Da konkreter Umfang und Zeitpunkt dieser Teilmaßnahmen derzeit noch unbestimmt sind, ist hierfür vorläufig nur die Entwurfsplanung samt Kostenberechnung zu erstellen. Darüber hinaus sind die Maßnahmen zur Betoninstandsetzung, zur Anpassung der technischen Be- und Entlüftung des Rechengebäudes und zur Anpassung und Optimierung der Be- und Entlüftung des Niederspannungsraums zu prüfen bzw. zu planen.
Aufgrund des Alters und der hiermit einher gehenden hohen Reparaturanfälligkeit müssen die Rundräumer und die Pilgerschrittklassierer durch neue Aggregate ersetzt werden. Aus gleichen Gründen müssen auch die Schieber 1 bis 8 im Bereich zwischen Rechenanlage und Sandfängen ausgetauscht werden.
Zur Verbesserung des Abscheidegrades bei möglichst geringen Aufenthaltszeiten und unter Berücksichtigung variabler Wassermengen von bis zu 4 cbm/s soll alternativ am Ort der vorhandenen Rundsandfänge der Neubau belüfteter Langsandfänge mit integrierten Fettfängen geprüft werden. Hiermit einhergehend ist der derzeit über die Wehre 1 bis 5 sichergestellte Mischwasserabschlag zu überplanen. Es ist ein Umbaukonzept zur sukzessiven In- und Außerbetriebnahme der Sandfänge inklusive der phasenweise notwendigen Pumpprovisorien zur Sicherstellung der Abwasserführung zu entwickeln. Der Austrag des abgesetzten Sandes aus den Becken soll mittels hierfür ausgelegter Pumpen erfolgen. Sowohl unter verfahrenstechnischen als auch betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten ist zu prüfen, ob das Sandfanggut zur Reduzierung des organischen Anteils (GV < 5 %) sowie der insgesamt zu verwertenden Menge zukünftig in Sandwaschklassierern aufbereitet werden sollte. Zur Sicherstellung eines vollautomatischen Betriebs ist die Anbindung an die vorhandene Automatisierungsstation und das Prozessleitsystem mit entsprechender Prozessbilderstellung etc. vorzusehen. Darüber hinaus sind die Maßnahmen zur Betoninstandsetzung und zur Anpassung der Betriebsmittel an die Anforderungen aus Arbeitssicherheit und Explosionsschutz zu prüfen bzw. zu planen. Außerdem sind vor dem Hintergrund möglicher Sandablagerungen im Staukanal SK1 für die Auslegung der Sandfanganlage eine Variantenbetrachtung mit Folgekostenermittlung durchzuführen sowie ein Messprogramm zu erstellen, zu begleiten und auszuwerten.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2014-03-31.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2014-02-26.
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2014-02-26
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Auftragsbekanntmachung
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2014-03-10
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Ergänzende Angaben
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