RPV SOB – Erstellung eines Energiekonzeptes für das Gebiet der Planungsregion Südostoberbayern (RPV 18)
Die Katastrophe von Fukushima hat eine Wende in der deutschen Energiepolitik eingeläutet.
Die Bundesregierung hat den Atomausstieg beschlossen. Gleichzeitig sollen die erneuerbaren Energien ausgebaut werden.
Auch die Bayerische Staatsregierung hat sich mit dem Bayerischen Energiekonzept „Energie innovativ“ vom 24. Mai 2011 für den Umbau der Energieversorgung in den nächsten zehn Jahren – weitgehend auf erneuerbaren Energien basierend – ausgesprochen.
Für ein rohstoff- und energiearmes Land, wie Deutschland, ist die Energieversorgung eine ganz besondere Aufgabenstellung. Den Herausforderungen der Energiewende kann nur in einem breiten gesellschaftlichen Konsens begegnet werden.
Vor diesem Hintergrund beabsichtigt der Regionale Planungsverband Südostoberbayern ein regionales Energiekonzept für den Bereich der Region 18 in Auftrag zu geben.
Ein regionales Energiekonzept für das Regionsgebiet der Landkreise Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf, Rosenheim und Traunstein sowie der kreisfreien Stadt Rosenheim soll einen fundierten und konkreten Umsetzungsplan in den Handlungsfeldern der Energieerzeugung, der Energieverteilung, der Energieeinsparung und –effizienzsteigerung sowie der Energiespeicherung liefern. Es sollen konkrete Maßnahmen und Ziele sowie eine realistische Umsetzungsstrategie für das gesamte Regionsgebiet entwickelt werden.
Es handelt sich dabei um ein umfangreiches und komplexes Konzept, das eine Differenzierung und eine Einzelbeauftragung von diversen Fachbereichen erfordert. Am Ende sollen alle Einzelergebnisse zu einem Gesamtwerk zusammengefasst werden.
Dabei sind jeweils Bestands- und Potenzialanalysen durchzuführen und auch der Aus- und Umbaubedarf der Energieinfrastruktur abzuschätzen. Ziel des Gutachtens sind Festlegungen von Zielen und Maßnahmen sowie die Erarbeitung eines Konzeptes zur Schaffung langfristiger Umsetzungsstrategien für das Regionsgebiet.
Unsere Erwartungen gehen u. a. auch von folgenden Überlegungen aus:
Energiepolitik beschränkt sich nicht nur auf eine Gemeinde, einen Landkreis oder eine Region sondern erfordert eine überregionale Betrachtungsweise, um die Planungen auf den verschiedenen Ebenen und der unterschiedlichen Träger und Investoren abzustimmen. Dies ist insbesondere bei großräumigen Problemstellungen, wie z. B. dem Netzausbau oder der Energiespeicherung, wichtig. Denn die moderne Energieversorgung funktioniert nur in einem Verbundsystem. Regionale, nationale und internationale Grenzen spielen hier keine Rolle. Deshalb ist für die Region Südostoberbayern auf Grund ihrer topographischen Lage der Blick zu den benachbarten Planungsregionen (z. B. Landshut, Donau-Wald, Oberland) und zu den österreichischen Bundesländern Tirol, Salzburg und Oberösterreich unabdingbar.
In diesem Zusammenhang erwarten wir uns auf der Grundlage der von den Gutachtern erarbeiteten Ergebnisse insbesondere auch Antworten auf die Fragen, was nach der Abschaltung des Kernkraftwerks Ohu passiert, ob wir den Energiebedarf für unsere Region generieren können, wo der Strom herkommt, welche Infrastrukturen (insbesondere Netze) wo benötigt werden, welche Auswirkungen neue Energiequellen auf die Netze haben, ob die bisherigen Netze noch stimmen und ausreichen, wo Netze künftig (noch) fehlen, welche Verbundlösungen sinnvoll und realistisch sind und welche Formen im Rahmen der Energiespeicherung und Zusammenarbeit in Frage kommen können.
Für die sachgerechte Leistungserbringung sind insbesondere Erfahrungen im Bereich Erarbeitung integrierter Entwicklungskonzepte sowie Gestaltung und Begleitung moderierter fachübergreifender Entwicklungsprozesse insbesondere auf dem Energiesektor von Belang.
Insbesondere sollen folgende Akteure bei der Erstellung des Energiekonzeptes vom Gutachter/von den Gutachtern eingebunden werden (Aufzählung nicht abschließend):
— Städte, Märkte und Gemeinden,
— Landkreise,
— Regierung von Oberbayern,
— Vertreter des Bayer. Staatsministeriums der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat (Abteilung Landesentwicklung) und des Bayer. Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie,
— Vertreter des Bayerischen Umweltministeriums,
— Hochschule Rosenheim und dem angegliederten Fraunhofer-Kompetenzzentrum.
Bauphysik und Baukonstruktion.
— Stadtwerke,
— Stromversorger,
— Netzbetreiber,
— Energiegenossenschaften in der Region 18,
— Regionale Energie GmbH & Co. KG Landkreis Mühldorf,
— Interessenverbände,
— Bestehende Arbeitskreise (z. B. Sonnenkreis Traunstein, EZRO, Agenda-Gruppen).
Das regionale Energiekonzept gliedert sich fachspezifisch in 4 Lose, die in einem sehr kompakten Zeitrahmen bearbeitet werden sollen. Inhaltliche Details zu den Losen sind bei den jeweiligen Losen beschrieben.
Projektzeitraum: siehe zeitliche Informationen bei den jeweiligen Losen
Wichtiger Hinweis:
Die endgültige Vergabe des Projekts kann erst nach Erlass des Bewilligungsbescheids des Projektträgers/Förderbehörde bzw. nach Zustimmung zum vorzeitigen Vorhabensbeginn erfolgen.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2014-11-26.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2014-10-24.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2014-10-24
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Auftragsbekanntmachung
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2015-04-09
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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