Der Ausbau des Oberrheins zwischen Basel und Iffezheim durch Staustufen führte u.a. zu einem Verlust von 130 km² Überschwemmungsflächen mit der Folge, dass Rheinhochwasser heute schneller und höher ablaufen und sich zudem ungünstiger mit den Hochwasserwellen der Nebenflüsse überlagern. Während für die ausgebaute Rheinstrecke oberhalb Iffezheims aufgrund des für die baulichen Anlagen ausgewählten Bemessungshochwassers ein sehr hoher Hochwasserschutz erreicht wurde, hat sich für die Rheinanlieger unterhalb von Iffezheim die Situation wesentlich verschlechtert.
Zur Wiederherstellung eines Schutzniveaus gegen ein 200-jährliches Ereignis, wie es vor dem Ausbau des Oberrheins bestand, wurde das Integrierte Rheinprogramm (IRP), bestehend aus 13 Rückhalteräumen mit einem gesamten Rückhaltevolumen von 167,3 Mio. m³, im Januar 1996 vom Kabinett des Landes Baden-Württemberg beschlossen (UVM, 1996). Das IRP beinhaltet die umweltverträgliche Wiederherstellung des Hochwasserschutzes und möglichst gleichrangig die Erhaltung und Renaturierung der Auenlandschaft am Oberrhein.
Einer der 13 Rückhalteräume ist der Raum Elisabethenwört (Landkreis Karlsruhe und Landkreis Germersheim). Die Insel „Elisabethenwört“ (Rhein-km 380,8 bis 383,4) wird vom Rhein und dem Rußheimer Altrhein umschlossen und wurde ca. 1935 durch Deiche vom Rhein getrennt. Sie wird intensiv land- und forstwirtschaftlich genutzt. Hier soll auf einer Fläche von min. 396 ha bis max. 590 ha ein Rückhaltevolumen von mindestens 11,9 Mio. m³ geschaffen werden. Vorhabenträger ist das Regierungspräsidium Karlsruhe, Landesbetrieb Gewässer, Referat 53.1 - Gewässer I. Ordnung, Hochwasserschutz, Planung.
Der Planungsraum liegt überwiegend im Landkreis Karlsruhe (Baden-Württemberg). Ein Teilgebiet im Nordwesten liegt im Landkreis Germersheim (Rheinland-Pfalz). Betroffen sind Gemarkungsflächen der Gemeinde Dettenheim OT Rußheim sowie der Städte Philippsburg und Germersheim.
Planungsrechtlich ist die Insel „Elisabethenwört“ mit dem umschließenden Rußheimer Altrhein in beiden Bundesländern jeweils als Naturschutzgebiet ausgewiesen und befindet sich innerhalb Europäischer Schutzgebiete des Natura 2000 -Netzes (Fauna-Flora-Habitat Gebiete (FFH) und Vogelschutzgebiete (Special Protection Areas, SPA)). In der Waldfunktionenkartierung der Landesforstverwaltung sind die Wälder im NSG „Elisabethenwört“ als Wasserschutzwald ausgewiesen. Am Südrand des Planungsraumes grenzt ferner das LSG „Rheinaue nördlich von Karlsruhe" an. Auf rheinland-pfälzischem Gebiet überlagert sich das LSG „Pfälzische Rheinauen“.
Im Planungsraum liegen klassifizierte Wasserkörper im Sinne der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Hierzu gehören u.a. der Rhein, der Rußheimer Altrhein und der Rheinniederungskanal als Fließgewässer sowie der stillgelegte Baggersee „Rußheimer Altrhein (Minthesee)“ als eigenständiger Seewasserkörper (66 ha, im rechten Rheinvorland südlich der Insel). Letzterer ist Teil des rechtskräftigen Wasserschutzgebietes Nr. 215045, welches im Süden an den Planungsraum angrenzt.
Das geplante Vorhaben bedarf einer Planfeststellung gemäß § 68 Abs. 1 WHG. Die Raumordnungsbehörde hat auf Antrag des Vorhabenträgers im Dezember 2013 von der Durchführung eines Raumordnungsverfahrens abgesehen. Die Beteiligung der Öffentlichkeit soll entsprechend der landesrechtlichen Vorgaben Baden-Württembergs erfolgen (VwV Öffentlichkeitsbeteiligung und Planungsleitfaden („Leitfaden für eine neue Planungskultur“).
Für den Rückhalteraum liegen Voruntersuchungen und erste Vorplanungen aus dem Jahr 1992 vor. Untersucht wurden sowohl Deichrückverlegungen (ungesteuerter Rückhalteraum) als auch die Variante Polder (gesteuerter Rückhalteraum) mit jeweils drei verschiedenen Größen (kleine, große und mittlere Variante). Im Rahmen dieser Voruntersuchungen wurden u.a. geotechnische Untersuchungen, 2D-Strömungsberechnungen sowie Grundwassermodelluntersuchungen durchgeführt. Der zusammenfassende Abschlussbericht der Voruntersuchungen 1992 sowie die Kurzfassung des Erläuterungsberichtes der 2D-Strömungsberechnungen aus dem Jahr 1991 können unter der folgenden Internetadresse abgerufen werden: http://www.wat.de/rhr.elisabethenwoert.vof.Wasserbauplanung.html. Dort sind auch Informationen zur Öffentlichkeitsbeteiligung einsehbar.
Der Begriff der Varianten (des Rückhalteraumes) wird im Rahmen dieser Ausschreibung in Anlehnung an den allgemeinen Sprachgebrauch der Voruntersuchungen und der darauf aufbauend bereits initiierten frühen Öffentlichkeitsbeteiligung verwendet. Honorarrechtlich handelt es sich teilweise um Alternativen (auf Objektebene unterschiedlich zu bewerten).
Der Vorhabenträger beabsichtigt, die o. g. sechs Varianten der Voruntersuchungen 1992 im Rahmen der Vorplanung ergebnisoffen zu überprüfen und mit früher aktiver Beteiligung der Öffentlichkeit im Hinblick auf die Variantenentscheidung nach heutigen fachlichen und rechtlichen Maßstäben weiterführend zu untersuchen. Konkretere Festlegungen zu Art und Umfang der zu untersuchenden Varianten und deren Vergleich richten sich nach den gesetzlichen Vorgaben. Das Auswahlverfahren wird transparent aufbereitet und im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung vorgestellt. Ziel ist die Erarbeitung der notwendigen Grundlagen für eine möglichst konsensfähige Lösungsfindung, die sowohl den rechtlichen Vorgaben als auch den zwingenden Rahmenbedingungen des Hochwasserschutzes und der Ökologie gerecht wird. Die Variantenentscheidung soll bis Ende 2017 getroffen werden. Nach erfolgter Variantenentscheidung durch den Vorhabenträger sollen dann in zwei weiteren Jahren die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren vorbereitet werden.
Das Vergabeverfahren umfasst die folgenden Leistungen in zwei Losen:
> Los 1: Objektplanung Ingenieurbauwerke mit begleitenden Ingenieurleistungen der Geotechnik und Vermessung
> Los 2: Hydraulische Modellierung
Die Leistungen in den beiden Losen untergliedern sich jeweils in drei wesentliche Stufen der Beauftragung:
> Stufe I: Klärung Untersuchungsumfang (Bedarfsplanung)
> Stufe II: Erarbeitung der Grundlagen für die Variantenentscheidung (Vorplanung)
> Stufe III (Option, Verlängerung): Entwurfs- und Genehmigungsplanung
Weiteres siehe Beschreibung zum Gesamtumfang der Leistungen in Ziff. II.2.1 und nachfolgende Detailangaben zu den Losen 1 und 2 in dieser Bekanntmachung.
Die für das Vorhaben erforderlichen Leistungen der Umweltplanung werden in einem eigenständigen Vergabeverfahren ausgeschrieben. Der Vorhabenträger beabsichtigt ferner, ein gesondertes Fachgutachten für grundwasserhydraulische Berechnungen insbesondere im Binnenland zu beauftragen.
Die Leistungen der Lose 1 und 2 sind in enger Abstimmung sowohl untereinander als auch mit der Umweltplanung, der Grundwassermodellierung und ggf. weiteren fachlich Beteiligten zu erbringen (u. a. Detailabstimmung Anforderungen, Schnittstellen und Terminplan zu Auftragsbeginn, Entwickeln, Auswahl und Optimieren planerischer Lösungen zur Vermeidung von Umweltbeeinträchtigungen).
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2015-02-02.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2014-12-09.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Auftragsbekanntmachung (2014-12-09) Objekt Umfang der Beschaffung
Titel: Planungsleistungen im Bauwesen
Menge oder Umfang:
“Der Leistungsumfang ist in zwei Lose aufgeteilt, die jeweils in drei Stufen auszuführen sind und verschiedene optionale Leistungen enthalten:> Los 1:...”
Menge oder Umfang
Der Leistungsumfang ist in zwei Lose aufgeteilt, die jeweils in drei Stufen auszuführen sind und verschiedene optionale Leistungen enthalten:> Los 1: Objektplanung Ingenieurbauwerke mit begleitenden Ingenieurleistungen der Geotechnik und VermessungLos 1 umfasst die stufenweise Beauftragung von Planungsleistungen in den folgenden drei Projektstufen: Die Stufe I umfasst die Mitwirkung bei der Bedarfsplanung im Hinblick auf die in Stufe II zu untersuchenden Varianten des Rückhalteraumes und zugehörigen relevanten Objekte. Die Leistungen der Stufe II stehen unter dem Vorbehalt der Festlegungen in Stufe I und umfassen die für die Vorbereitung der Variantenentscheidung erforderlichen Planungsleistungen nach § 43 HOAI 2013, Leistungsphasen 1 und 2, für die zu untersuchenden Varianten bzw. Ingenieurbauwerke, wobei einzelne Bauwerke oder Bauwerksteile (z.B. Deichabschnitte) bei verschiedenen Varianten zum Teil wiederholend bzw. in Bauwerksvarianten zu untersuchen sind. Die Grundleistungen der Objektplanung werden in Stufe II ergänzt durch die Mitwirkung bei der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung, begleitende Leistungen der geotechnischen Beratung und Vermessung (jeweils nach Bedarf) sowie eine zusammenfassende vergleichende Bewertung der untersuchten Varianten des Rückhalteraumes. Die Leistungen der Stufe III werden als Option (mögliche Vertragsverlängerung nach der Variantenentscheidung) ausgeschrieben und umfassen die spätere Erarbeitung der Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die vom Vorhabenträger ausgewählte Lösung (§ 43 HOAI 2013, Leistungsphasen 3 und 4).> Los 2: Hydraulische ModellierungLos 2 umfasst die Untersuchung der Strömungs- und Überflutungsverhältnisse mit Hilfe von hydrodynamisch-numerischen (HN) Modellberechnungen (2D oder gekoppelt 1D/2D) für die zu untersuchenden Varianten (einzeln, untereinander und im Vergleich zum Istzustand). Die Untersuchungen werden analog zu Los 1 in die drei Stufen eingeteilt und sind entsprechend der wechselseitigen Abhängigkeiten parallel zu Los 1 zu erbringen. In Stufe I sind gemeinsam mit den Planungsbeteiligten die wesentlichen Ziele und Randbedingungen zu klären sowie der Umfang der Variantenuntersuchungen und der Projektablauf abzustimmen. Darauf aufbauend sind in der Stufe II der Modellaufbau vorzunehmen, die Modellberechnungen für die Planungsvarianten durchzuführen, im Zwischenergebnis mit den Planungsbeteiligten abzustimmen (Rückkopplung zur Weiterentwicklung der Planung) sowie im Ergebnis für die weitere Planung digital aufzubereiten (GIS) und zu übergeben. Nach der Variantenentscheidung erfolgt dann nach Erfordernis in Stufe III (Vertragsverlängerung als Option) die Fortschreibung der hydraulischen Berechnungen für die ausgewählte Lösung und Erstellung der erforderlichen hydraulischen Nachweise für die Genehmigungsplanung (Hydraulisches Gutachten auf der Grundlage der Entwurfsplanung).950 000
Mehr anzeigen
Gesamtwert des Auftrags: 850 000 💰
Metadaten der Bekanntmachung
Originalsprache: Deutsch 🗣️
Dokumenttyp: Auftragsbekanntmachung
Art des Auftrags: Dienstleistungen
Verordnung: Europäische Union, mit GPA-Beteiligung
Gemeinsames Vokabular für öffentliche Aufträge (CPV)
Code: Planungsleistungen im Bauwesen📦
Verfahren
Verfahrensart: Verhandlungsverfahren
Angebotsart: Angebot für ein oder mehrere Los(e)
Vergabekriterien
Wirtschaftlichstes Angebot
Öffentlicher Auftraggeber Identität
Land: Deutschland 🇩🇪
Art des öffentlichen Auftraggebers: Regional- oder Kommunalbehörde
Name des öffentlichen Auftraggebers: Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Regierungspräsidium Karlsruhe, Abteilung 5 – Umwelt, Referat 53.1
Postanschrift: Schlossplatz 1-3
Postleitzahl: 76131
Postort: Karlsruhe
Kontakt
Internetadresse: http://www.rp-karlsruhe.de🌏
E-Mail: ralf.huebner@rpk.bwl.de📧
Telefon: +49 7219267615📞
Fax: +49 72193340250 📠
Bekanntmachung über vergebene Aufträge (2015-06-18) Objekt Umfang der Beschaffung
Gesamtwert des Auftrags: 850 000 💰
Metadaten der Bekanntmachung
Dokumenttyp: Bekanntmachung über vergebene Aufträge
Änderung einer Konzession/eines Auftrags während ihrer/seiner Laufzeit (2016-12-13) Objekt Umfang der Beschaffung
Titel: Dienstleistungen von Ingenieurbüros
Referenznummer: 2015/S 118-215665
Gesamtwert des Auftrags: 92 224 EUR 💰
Metadaten der Bekanntmachung
Dokumenttyp: Änderung einer Konzession/eines Auftrags während ihrer/seiner Laufzeit
Gemeinsames Vokabular für öffentliche Aufträge (CPV)
Code: Dienstleistungen von Ingenieurbüros📦 Ort der Leistung
NUTS-Region: Karlsruhe, Landkreis🏙️
Verfahren Vergabekriterien
Entfällt
Öffentlicher Auftraggeber Identität
Name des öffentlichen Auftraggebers: Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Regierungspräsidium Karlsruhe, Abteilung 5, Referat 53.1
Postanschrift: Markgrafenstraße 46
Postleitzahl: 76133
Kontakt
E-Mail: silke.taenzel@rpk.bwl.de📧
Telefon: +49 721-926-7610📞
Fax: +49 721-93340-250 📠
Referenz Daten
Absendedatum: 2016-12-13 📅
Veröffentlichungsdatum: 2016-12-15 📅
Datum des Beginns: 2015-05-01 📅
Datum des Endes: 2018-02-28 📅
Kennungen
Bekanntmachungsnummer: 2016/S 242-441791
Verweist auf Bekanntmachung: 2015/S 118-215665
ABl. S-Ausgabe: 242
Quelle: OJS 2016/S 242-441791 (2016-12-13)
Änderung einer Konzession/eines Auftrags während ihrer/seiner Laufzeit (2017-08-16) Objekt Umfang der Beschaffung
Referenznummer: 2014/S 241-424275
Gesamtwert des Auftrags: 850776.62 EUR 💰
Gemeinsames Vokabular für öffentliche Aufträge (CPV)
Zusätzlicher CPV-Code: Planungsleistungen für Dämme📦
Öffentlicher Auftraggeber Identität
Name des öffentlichen Auftraggebers: Land Baden-Württemberg, Regierungspräsidium Karlsruhe, Abteilung 5 – Umwelt, Referat 53.1
Änderung einer Konzession/eines Auftrags während ihrer/seiner Laufzeit (2018-12-17) Objekt Umfang der Beschaffung
Gesamtwert des Auftrags: 850776.62 EUR 💰
Änderung einer Konzession/eines Auftrags während ihrer/seiner Laufzeit (2020-01-21) Objekt Umfang der Beschaffung
Gesamtwert des Auftrags: 850776.62 EUR 💰
Öffentlicher Auftraggeber Identität
Name des öffentlichen Auftraggebers: Land Baden-Württemberg, Regierungspräsidium Karlsruhe, Abteilung 5 - Umwelt, Landesbetrieb Gewässer
Kontakt
E-Mail: manuel.ulrich@rpk.bwl.de📧
Änderung einer Konzession/eines Auftrags während ihrer/seiner Laufzeit (2020-03-30) Objekt Umfang der Beschaffung
Gesamtwert des Auftrags: 850776.62 EUR 💰
Änderung einer Konzession/eines Auftrags während ihrer/seiner Laufzeit (2020-03-30) Objekt Umfang der Beschaffung
Gesamtwert des Auftrags: 850776.62 EUR 💰