Vakuumsystem für die Strahlführung von Hochleistungslaserpulsen
Am Forschungscampus Garching b. München entsteht in den nächsten Jahren die medizinisch-physikalische Forschungseinrichtung CALA (Centre for Advanced Laser Applications), die sich zum Ziel gesetzt hat, die Diagnostik und Behandlung von Tumoren wesentlich zu verbessern, ja vielleicht sogar zu revolutionieren.
Ein wesentlicher Bestandteil von CALA ist das Hochleistungslasersystem ATLAS-3000 (benannt nach der angestrebten Spitzenleistung des Gesamtsystems in Terawatt). ATLAS-3000 ist ein CPA-Ultrakurzpuls-Ti:Sa-Laser und soll Laserpulse mit einer Energie von 2.5 J auf eine Gesamtenergie von bis zu 90 J verstärken.
Die Laserstrahlen mit einem Durchmesser von 25 cm müssen mit Hilfe eines entsprechenden Zubringersystems, der sogenannten LBD (Laser Beam Delivery), von ATLAS oder auch anderen Laserquellen zu den dafür vorgesehenen Experimentierplätzen mit Hilfe von großen Präzisionsspiegeln (30 cm x 42 cm x 8 cm) innerhalb eines Vakuumsystems geführt werden.
Gegenstand des Auftrags ist die Konstruktion, Fertigung, Lieferung und Vorort-Installation dieses Vakuumsystems (insbesondere einschließlich Vakuumpumpen inklusive Zubehör, Vakuumkammern und Rohren, jedoch ohne die optischen Aufbauten im Inneren). Es durchzieht den Doppelboden des CALA-Gebäudes und setzt sich zusammen aus 18 Kammern (7 verschiedene Bauarten), einem rund 200-300 m langen Vakuumrohrsystem (DN320) inklusive Membranbälgen, Schieberventilen, 9 Vorpumpen, 15 Turbopumpen, Zubehör und einem Steuerungssystem. Die Installation vor Ort, Inbetriebnahme und eine Unterweisung Mitte 2016 ist ebenfalls Teil des Auftrags und muss mit einer Reihe anderer Gewerke koordiniert werden.
Auch wenn sich das LBD-System rein funktional in Vakuumpumpen inklusive Zubehör und Vakuumkammern und Rohre unterteilen ließe, erfolgt keine Aufteilung in Lose. Hintergrund ist die Tatsache, dass Design und Konzeptionierung und entsprechende Umsetzung der Schnittstellen zwischen Vakuumpumpen und Kammern und Rohren als wesentlicher Auftragsbestandteil durch den Auftragnehmer zu erfolgen haben, um die wirtschaftlichste und funktionsgerechteste Lösung für ein an den Verwendungszweck optimiertes System zu etablieren. Der Auftraggeber wird im Vergabeverfahren nur ein Grobkonzept des Vakuumsystems (insbesondere Pump-Leistungen und Größen der Kammern) basierend auf 3D-CAD-Zeichnungen vorgeben, nicht aber die technische Realisierung im Detail, insbesondere an den Schnittstellen (z. B. Pumpen/Kammern, Steuerung etc.). Im Zuge des Vergabeverfahrens sollen die Bieter entsprechende Angaben zu Design und Konzeption unterbreiten. Diese werden Gegenstand des Verhandlungsverfahrens sein. Aufgabe des Auftragnehmers und somit Gegenstand des Auftrags wird es sein, dieses Konzept zu detaillieren und so auszuarbeiten, dass am Ende ein im Hinblick auf Funktion und Wirtschaftlichkeit optimiertes Gesamtsystem entsteht.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2014-10-20.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2014-09-17.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2014-09-17
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Auftragsbekanntmachung
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2015-11-03
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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