Die Stadt Gehrden plant die Erschließung und Vermarktung des Neubaugebietes „Großes Neddernholz“ im Südosten von Gehrden. Da im östlichen Teil des Plangebietes eine archäologische Fundstelle (Gehrden FStNr. 43) bekannt war, wurde das Areal im Spätsommer/ Herbst 2013 sondiert, um zu überprüfen, ob bzw. inwieweit Bodendenkmale vorhanden sind. Als Sondageraster dienten die Erschließungstrassen des zukünftigen Neubaugebietes. Im Rahmen der Sondagen wurde zwei prähistorische Siedlungen angeschnitten: eine kleinere im äußersten Nordosten des Neubaugebietes (Gehrden FStNr. 43) und eine ausgedehntere, die den mittleren und westlichen Bereich des Neubaugebietes (Gehrden FStNr. 44) einnimmt. Beide Fundstellen werden durch einen etwa Nordost-Südwest verlaufenden befundfreien Streifen voneinander getrennt.
Aufgrund der bisherigen Untersuchungen ist im Bereich der beiden Fundstellen von einer überwiegend mittleren, in einigen Teilbereichen auch erhöhten Befunddichte auszugehen. Daneben ist kleinräumig immer wieder mit komplett befundfreien Bereichen zu rechnen. Bei den Befunden handelt es sich überwiegend um Pfostengruben (~ 75%) und Siedlungsgruben bzw. Grubenkomplexe. Grubenhäuser und Brunnen/ Wasserentnahmestellen sind bislang nicht belegt. Die Befunderhaltung ist mit 0,3 m bis über 1 m unter Planum 1 als gut bis sehr gut zu bewerten. Aus den untersuchten Befunden ließ sich Fundmaterial bergen, dass in die späte Bronzezeit und vorrömische Eisenzeit datiert werden kann. Eine Fortdauer der Besiedlungstätigkeit bis in die frühe römische Kaiserzeit ist sehr wahrscheinlich.
Die beiden Fundstellen liegen in der Calenberger Lössbörde, die durch eine bis zu 2 m mächtige Lössauflage geprägt wird. Die hiesigen Böden setzen sich überwiegend aus Parabraunerden und deren Übergangsformen zusammen. Die Mächtigkeit des Oberbodens liegt im Bereich der beiden Fundstellen bei durchschnittlich 0,5 m.
Auf den bauvorbereitend noch archäologisch zu untersuchenden Flächen (insgesamt bis zu 45 000 m²) sind an Befunden weitere Siedlungsreste v.a. in Form von Siedlungs- und Pfostengruben zu erwarten; für das Vorhandensein von Gräbern gibt es bislang keine Hinweise.
Die archäologische Projektleitung liegt bei der Unteren Denkmalschutzbehörde/ Archäologische Denkmalpflege der Region Hannover, die örtliche Grabungsleitung übernimmt der Auftragnehmer. Die ständige Anwesenheit der örtlichen Grabungsleitung auf der Ausgrabung ist zwingend erforderlich.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2014-02-14.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2014-01-14.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Auftragsbekanntmachung (2014-01-14) Objekt Umfang der Beschaffung
Titel: Archäologische Untersuchungen
Menge oder Umfang:
“Gegenstand des Auftrags ist die Vergabe der bauvorbereitenden archäologischen Maßnahme mit nachfolgender Ausgrabung und Dokumentation:— Begleitung des...”
Menge oder Umfang
Gegenstand des Auftrags ist die Vergabe der bauvorbereitenden archäologischen Maßnahme mit nachfolgender Ausgrabung und Dokumentation:— Begleitung des Mutterbodenabtrages der o. g. Fläche durch archäologisches Fachpersonal,— Wissenschaftliche Dokumentation (Plana und Profile) und Bergung evtl. auftretender Befunde und Funde nach anerkannten Standards (vgl. „Grabungsstandards des Verbandes der Landesarchäologen der Bundesrepublik Deutschland“ – Stand: 04/2006; ergänzend gelten die Dokumentationsrichtlinien der Region Hannover, Archäologische Denkmalpflege – Stand: 01/2012),— tachymetrische Einmessung der Befunde,— archivgerechte Aufbereitung der Grabungsdokumentation (inkl. Einpflegen der Vermessungsdaten in den bereits bestehenden Grabungsplan (ACAD 2004), Benennen/ Beschriften der Digital-/ Analogfotos nach den Vorgaben der UDSchB),— magazingerechte Verpackung der Funde (inkl. Beschriften nach den Vorgaben der UDSchB),— Vorlage eines Grabungsberichtes.
Mehr anzeigen Metadaten der Bekanntmachung
Originalsprache: Deutsch 🗣️
Dokumenttyp: Auftragsbekanntmachung
Art des Auftrags: Dienstleistungen
Verordnung: Unbestimmt
Gemeinsames Vokabular für öffentliche Aufträge (CPV)
Code: Archäologische Untersuchungen📦
Verfahren
Verfahrensart: Verhandlungsverfahren
Angebotsart: Angebot für alle Lose
Vergabekriterien
Wirtschaftlichstes Angebot
Öffentlicher Auftraggeber Identität
Land: Deutschland 🇩🇪
Art des öffentlichen Auftraggebers: Körperschaften
Name des öffentlichen Auftraggebers: Stadt Gehrden
Postanschrift: Kirchstraße 1-3
Postleitzahl: 30989
Postort: Gehrden
“Der Teilnahmeantrag ist von der unter I.1) genannten Kontaktstelle schriftlich (Brief, Telefax oder per E-Mail) vom Bewerber anzufordern. Der...”
Der Teilnahmeantrag ist von der unter I.1) genannten Kontaktstelle schriftlich (Brief, Telefax oder per E-Mail) vom Bewerber anzufordern. Der Teilnahmeantrag ist spätestens zum unter Zif. IV. 3.4) festgelegten Termin in einem verschlossenen Umschlag bei der unter I.1) genannten Kontaktstelle einzureichen. Bieter haben die Vergabeunterlagen unverzüglich auf Vollständigkeit der Unterlagen sowie auf Unklarheiten zu überprüfen. Enthalten die Vergabeunterlagen nach Auffassung des Bieters Unklarheiten, so hat der Bieter unverzüglich und noch vor Abgabe des Angebotes den Auftraggeber darauf hinzuweisen. Die Bieter werden aufgefordert, im Interesse einer schnellen Beseitigung von Unklarheiten, frühzeitig ihre Fragen per E-Mail oder per Fax zu übermitteln.
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Quelle: OJS 2014/S 011-015308 (2014-01-14)
Bekanntmachung über vergebene Aufträge (2014-05-05) Objekt Metadaten der Bekanntmachung
Dokumenttyp: Bekanntmachung über vergebene Aufträge
Verordnung: Europäische Union