Vergabe von Generalplanerleistungen zur Sanierung des Rechenzentrums der Hessischen Zentrale für Datenverarbeitung (HZD) in Wiesbaden

Land Hessen vertreten durch Hessisches Baumanagement, Regionalniederlassung Mitte, CC Vergabe und Vertragswesen Friedberg

Die Hessische Zentrale für Datenverarbeitung (HZD) ist die IT-Dienstleisterin für die Hessische Landesverwaltung. Das Rechenzentrum am Standort Wiesbaden wurde in den 1970er Jahren errichtet und in den Folgejahren erweitert und mehrfach umgebaut. Rechenzentrum und Infrastrukturflächen umfassen eine Gesamtfläche von rd. 3.600 m2. Durch die technologische Entwicklung der letzten Jahre bedingt, erfüllt insbesondere die technische Infrastruktur nicht mehr die Anforderungen an einen ausfallsicheren und energieeffizienten Betrieb. Die erfolgte Inbetriebnahme eines ausgelagerten Rechenzentrums ermöglicht jetzt die notwendige Sanierung der Räume und der Infrastrukturanlagen. In Vorstudien wurde ein Konzept zur Sanierung entwickelt; es ist Grundlage der hier ausgeschriebenen Leistungen und wird den Teilnehmern des Verhandlungsverfahrens zur Kenntnis gegeben. Die Maßnahme konzentriert sich auf die Neuordnung der baulichen und infrastrukturellen Ausstattung der IT-Module und der dafür notwendigen TGA Bereiche (technische Gebäudeanlagen). Die Verwaltungsbereiche im Hauptgebäude sowie die Nebengebäude sind nicht Bestandteil der Sanierungsmaßnahme; deren Funktion sowie der Betrieb der hierfür erforderlichen Gebäudetechnik muss jederzeit aufrechterhalten bleiben. Baumaßnahmenübergreifende Leistungen sind durch benannte Schnittstellen abgegrenzt. Teil der Aufgabenstellung ist eine technische Bestandsaufnahme sowie eine Bewertung vorhandener Komponenten innerhalb der Systemplanung. Mit der Neudefinition der Funktionsbereiche ist es möglich, die Anzahl von derzeit neun RZ-Bereichen auf zukünftig nur noch fünf zu reduzieren. Entsprechend vermindern sich die notwendige TGA-Gesamtleistung und damit die Verbrauchs- und Betriebskosten für die vorgehaltene und zu betreibende Anlagenleistung. Die Auslastung der einzelnen Anlagen muss im Verbund erhöht werden. Die Energieeffizienz muss entsprechend den Forderungen des Landesprogramms zur CO2-Reduzierung (Come) erhöht werden. Ziel der TGA-Sanierung ist die Herstellung eines langfristig sicheren und effizienten Betriebs in der HZD. Voraussetzungen sind eine konsequente bauliche Separation der Anlagen und die redundante Auslegung der Versorgungsleistung. Eine Zertifizierung nach BSI 27001 wird angestrebt, entsprechende Kenntnisse sollten vorhanden sein. Die zukünftige räumliche RZ-Ausprägung sieht zwei IT-Module im 2. Untergeschoss und zwei IT-Module im Erdgeschoss vor. Die für den Betrieb dieser Module notwendigen TGA-Bereiche werden neu geordnet und optimiert.
Der Flächenbedarf stellt sich wie folgt dar:
Rechenzentrum/Serverfläche 1.300 m2
Fläche für technische Infrastruktur 2.000 m2
Rüst- und Lagerfläche 300 m2
Bürofläche 200 m2.
Die veranschlagten Gesamtkosten der Maßnahme KG300+KG400+KG600 belaufen sich auf rd. 8,0 Mio. Euro brutto; der Anteil der KG300 hieran beträgt rd. 10 %. Die Fertigstellung muss bis zum 31.12.2017 erfolgen. Die Sanierung der baulichen sowie technischen Infrastruktur der Rechenzentren im laufenden Betrieb birgt Risiken, die durch eine Aufteilung in Bauabschnitte reduziert werden; zur Minimierung der Risiken muss eine intensive, kontinuierliche und dokumentierte Zusammenarbeit aller Verfahrensbeteiligten stattfinden. Der Fähigkeit des zu beauftragenden Generalplaners, solche Prozesse zu steuern und zu überwachen, kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Ein Brandschutzgutachten für das Gesamtgebäude der HZD wird extern erstellt und als Grundlage der Sanierung zur Verfügung gestellt. Die für das Rechenzentrum zu planende Löschanlage muss sich in dieses Gesamtkonzept einfügen.
Gegenstand der ausgeschriebenen Generalplanungsleistungen sind im einzelnen:
- Objektplanung Gebäude nach HOAI §34 inkl. baulicher Bestandsaufnahme sowie die
- Fachplanungen Technische Ausrüstung Anlagengruppe 3-5 und Anlagengruppe 7 nach HOAI § 55 inkl. technischer Bestandsaufnahmen.
Der Umfang der Leistungen zur Objektplanung Gebäude ist hierbei deutlich untergeordnet.
Die Bewertung der Honorarzonen nach den Maßgaben der HOAI 2013 ergibt eine Einordnung in die Honorarzonen III für Fachplanung Technische Ausrüstung bzw. IV für Objektplanung Gebäude.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2015-01-29. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2014-12-23.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2014-12-23 Auftragsbekanntmachung
2015-07-14 Bekanntmachung über vergebene Aufträge