Vergabe von Leistungen gemäß HOAI Teil 4, Fachplanung, Abschnitt 2: Technische Ausrüstung für die Planung einer Rinnen- und Brunnenanlage (Wasseranlage) im Bereich Kampstraße/Friedhof, 44137 Dortmund
Die Umgestaltung des Bereiches Kampstraße/Brüderweg ist eine der zentralen Entwicklungsmaßnahmen zur Stärkung der City. Im Rahmen des Sanierungsgebietes „Stadterneuerung City“ wird diese aus Städtebauförderungsmitteln des Landes und des Bundes gefördert. Die Realisierung erfolgt in zeitversetzten Bauabschnitten. Die Bauabschnitte I und III sind fertig gestellt. Der II. Bauabschnitt befindet sich derzeit in der Umsetzung.
Aufgrund des guten Fortschrittes der ersten 3 Baubereiche, sollen nun die Bauabschnitte IV und V folgen. Diese umfassen die Kampstraße und den Bereich Friedhof von der Katharinenstraße bis zum Brüderweg. Die Bauabschnitte IV und V stellen den Gestaltungsschwerpunkt der Gesamtplanung dar. Wesentlicher Bestandteil ist dabei der gradlinig angelegte Promenadenbereich mit Lichtband, Wasserlauf und gereihtem Stadtmobiliar (Lichtpromenade).
Das Promenadenband weist eine Länge von ca. 540 m auf und ist als dunkelfarbiger 7,80 m breiter Plattenteppich angelegt. Er steht im Kontrast zu den mit heller Oberfläche geplanten seitlichen Bereichen. Er reicht von der Petri- bis zur Reinoldikirche. Die Besonderheit dieses Streifens wird durch eine in ca. 4,50 m Höhe über den Masten geführte Lichtlinie unterstrichen. Ein weiteres wesentliches Gestaltungselement des Promenadenteppichs ist der südlich in Längsrichtung angelegte Wasserlauf, für den eine entsprechende Fachplanung zu erstellen ist.
Der Wasserlauf hat eine geplante Breite von 40 cm. Die Rinnentiefe liegt bei 13,5 cm. Außerdem wird von einer Stautiefe von max. 7 cm ausgegangen.
Die Einfassung der Anlage erfolgt durch ein annähernd quadratisches Becken (8,06 m x 8,40 m) im Westen im Bereich der Petrikiche, ein rundes Mittelbecken (Durchmesser 20 m) am Platz von Netanja sowie durch ein weiteres rechteckiges Becken (23,10 m x 8,86 m) im Osten an der Reinoldikirche.
Das Längsgefälle der Rinne ist an die Höhenlage der Straße angepasst. Es liegt für den oberen Wasserlauf (zwischen quadratischem Becken Petrikiche und Rundbecken Platz von Netanja) bei 0,5 % bis 2,0 %. Der untere Wasserlauf (vom Rundbecken Platz von Netanja bis zum Rechteckbecken Reinoldikirche) weist praktisch kein Längsgefälle auf. Derzeit wird davon ausgegangen, dass für die Wasserführung zwei Wasserkreisläufe erforderlich werden.
Die Angaben machen deutlich, dass die Gestaltung des Wasserlaufes und der Becken im Wesentlichen vorgegeben ist. Eine Weiterentwicklung sowie ggf. erforderliche Anpassungen müssen in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber und dem Architekturbüro, das die Gesamtgestaltungsmaßnahme plant, erfolgen.
An die Rinnen- und Brunnenanlage werden eine Reihe von Anforderungen gestellt, die im Rahmen der Fachplanung zu lösen sind. Dieses sind:
Die Rinne soll kontinuierlich Wasser führen. Eine Speisung des Wasserlaufes mit Grundwasser sowie anschließender Versickerung scheidet allerdings aus. Es ist daher mit Frischwasser zu planen.
Die Rinnen- und Brunnenanlage soll zusätzlich als Entwässerungsanlage für die Kampstraße dienen. Dabei müssen die Ergebnisse Berücksichtigung finden, die ein ebenfalls beauftragtes hydrologisches Gutachten bringt. Zu dem sind ausreichend Überläufe einzuplanen, um ein Überstauen der Rinne zu verhindern.
Die Rinne muss an mehreren Stellen überfahrbar sein, um die Abwicklung der Anliegerverkehre zu gewährleisten und ein Überqueren für Fußgänger sicherzustellen.
Die Kampstraße wird barrierefrei ausgeführt. Auch die Rinnen- und Brunnenanlage ist daher in die Überlegungen zur Barrierefreiheit einzubeziehen. Dies erfolgt in erster Linie durch das mit der Gesamtplanung beauftragte Büro. Es sind jedoch ggf. bauliche Lösungen zu erarbeiten, die den Anforderungen des Dortmunder behindertenpolitischen Netzwerkes an eine „barrierefreie Rinne“ gerecht werden.
Ziel der Fachplanung muss eine baulich ausgereifte Lösung für die Rinne und alle drei Becken sein, die allen genannten Anforderungen gerecht wird. Eingeschlossen sind dabei alle erforderlichen Nebenanlagen wie Brunnenkammern, Filteranlagen, Wasserfontäne und Sitzbänke im Mittelbecken, Überläufe, Überfahrungen etc.
Zusätzlich wird eine Folgekostenbetrachtung verlangt.
Eine besonders wichtige Voraussetzung ist außerdem eine gute, enge sowie zeitorientierte Zusammenarbeit und Abstimmung mit allen an der Planung beteiligten Büros sowie mit dem Aufraggeber.
Mit der Bearbeitung der Aufgabe ist unmittelbar nach Auftragserteilung voraussichtlich ab Juli 2014 zu beginnen. Die Planungsphase muss Ende April 2015 abgeschlossen sein, um direkt im Anschluss bei der Vorbereitung der Vergabe mitzuwirken. Das Gesamtprojekt Boulevard Kampstraße „Bauabschnitte IV und V“ muss spätestens Ende 2018 komplett umgesetzt sein.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2014-04-24.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2014-03-25.
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2014-03-25
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Auftragsbekanntmachung
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