A271_2015 – Labor f. magnetische Messungen-Messsystem (Kauf)
Als eines von 18 Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft beschäftigt das HZB rund 1 100 Mitarbeiter – davon zirka 800 in Berlin-Wannsee und 300 in Berlin-Adlershof. Das HZB arbeitet eng mit den Universitäten und Fachhochschulen in Berlin-Brandenburg zusammen. Für Forschungsarbeiten zur Struktur und Funktion der Materie betreibt das HZB zwei wissenschaftliche Großgeräte: den Forschungsreaktor BER II für Experimente mit Neutronen und den Elektronenspeicherring BESSY II, der hochbrillante Synchrotronstrahlung vom Terahertz- bis in den Röntgenbereich erzeugt.
Beide Anlagen dienen der Erforschung der Materie und verfügen über hoch spezialisierte Probenumgebungen. Das heißt, hier lassen sich Experimente unter anspruchsvollsten Bedingungen durchführen (hohe Magnetfelder, tiefe Temperaturen, hohe Drücke). Die Weiterentwicklung dieser einzigartigen Instrumente gehört zu den wesentlichen Aufgaben des Zentrums. Mit seinem Nutzerservice ermöglicht das HZB jährlich rund 3 000 externen Wissenschaftlern (aus bislang 35 Ländern) den Zugang zu den zum Teil einzigartigen Messmethoden. Erklärtes Ziel ist es, die komplementäre Nutzung von Neutronen und Photonen zu fördern, denn mit beiden erhält man ein vollständigeres Bild der Materie. Die Realisierung einer nachhaltigen Energieversorgung ist eine zentrale, drängende Fragestellung dieses Jahrzehnts.
Im letzten Jahrzehnt wurden neue Materialklassen entdeckt, die als Bauteile für eine zukünftige Informationstechnologie in Frage kommen und im Rahmen des Programms „future information technology“ (FIT) untersucht werden. Sie ermöglichen eine schnellere und energieeffizientere Verarbeitung und Speicherung von Informationen. Für das physikalische Verhalten dieser Materialien sind Quanteneffekte entscheidend, die deshalb im Zentrum dieses Programms stehen. Das HZB beteiligt sich an zwei von vier Topics: „Controlling Spin based phenomena“ und „Controlling Collective States“. Ziel der Forschung ist es, elektronische Phänomene aufzuklären, zum Beispiel die spontane Ordnung in Kristall- und Spingittern. Magnetische Eigenschaften von Elektronen sollen somit für die Verarbeitung, Speicherung und Übertragung von Informationen nutzbar werden. Für die Beobachtung solcher Vorgänge bietet BESSY II und die Neutronenquelle BER II ideale Voraussetzungen.
Das HZB ist besonders leistungsfähig bei der Erforschung neuer Materialien, weil es in der Lage ist, solche Materialien oft erstmals in kristalliner Form herzustellen. Dies ist Voraussetzung für die weitergehende Untersuchung neuer Substanzen, die vor allem die Charakterisierung von Grundeigenschaften betreffen, wie z.B. das Vorliegen von Phasenübergängen. Dies können z.B. magnetische, aber auch strukturelle oder supraleitende Phasenübergänge sein, die zunächst vor allem mit Labormethoden untersucht werden. Die wichtigsten Methoden sind dabei die Messung der spezifischen Wärme in Abhängigkeit von Temperatur und Magnetfeld und Messungen der Magnetisierung. Die spezifische Wärme zeigt Phasenübergänge – unabhängig von deren Charakter – und erlaubt gleichzeitig die Bestimmung der quantenmechanischen Entartung des Grundzustandes.
Deshalb sollen die Fähigkeiten des HZB mit diesen Messmethoden durch die Beschaffung eines modularen Messsystems zur Bestimmung der spezifischen Wärme erweitert werden. Später ist eine Erweiterung der messtechnischen Methoden um Magnetisierungsmessungen und Messungen thermischer Transporteigenschaften angestrebt.
Beschafft werden soll ein Messsystems für spezifische Wärme Messungen in Abhängigkeit von Temperatur und Magnetfeld. Darüber hinaus wird die Möglichkeit gefordert, dieses Messsystem später auf andere Messgrößen zu erweitern.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2015-12-08.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2015-10-15.
Wer?
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Wo?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2015-10-15
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Auftragsbekanntmachung
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