Deutsches Museum München – Ausstellungsgestaltung Sonder-, Wanderausstellung „energie.wenden“
Sonder- Wanderausstellung „energie.wenden“.
Das 1903 gegründete Deutsche Museum ist mit ca. 73 000 m² Ausstellungsfläche das größte naturwissenschaftlich-technische Museum der Welt. Mit jährlich rund 1 300 000 nationalen und internationalen Besucher/innen ist es das meistbesuchte Museum Deutschlands. Als wissenschaftliche Institution gesamtstaatlicher Bedeutung beherbergt es eine Sammlung von über 107 000 Objekten in über 50 Fachgebieten.
Die Dauerausstellungen präsentieren ein breites thematisches Spektrum in Geschichte, Gegenwart und Zukunft. In seinen Sonderausstellungen beschäftigt sich das Deutsche Museum mit aktuellen Themen an der Schnittstelle von Naturwissenschaft, Technik und Gesellschaft und bietet ein Forum zur Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen und ihren Folgen, Potenzialen und Risiken.
Die Wanderausstellung energie.wenden (Arbeitstitel) ist für Dezember 2016 bis Herbst 2017 im Sonderausstellungsbereich 1. OG des Ausstellungsgebäudes des Deutschen Museums geplant und soll im Anschuß daran in anderen Häusern präsentiert werden.
Voraussichtliche Produktionskosten: 1 218 000 EUR, einschl. MwSt.
Voraussichtliche Planungs- und Ausführungszeit:
— Planungsbeginn: Juli 2015,
— Abschluss Vorentwurfsplanung: September 2015,
— Abschluss Entwurfsplanung: Dezember 2015,
— Abschluss Ausführungsplanung: Februar 2016,
— Abschluss Ausschreibung und Vergabe: Juni 2016,
— Eröffnungstermin: 1.12.2016.
Größe der Ausstellung:
— ca. 800 m².
Der Energiemix, mit dem wir heute leben, ist das Ergebnis aus dem Zusammenwirken aller politischen, wirtschaftlichen, technischen und ökologischen Rahmenbedingungen unserer Zeit. Das Zusammenspiel dieser sehr unterschiedlichen Einflussfaktoren soll in der Ausstellung energie.wenden zum Ausdruck gebracht werden. Dazu werden in dieser Themenausstellung wichtige Inhalte beispielhaft herausgegriffen und nicht enzyklopädisch abgearbeitet. Bewusst soll hier der Schwerpunkt auf die Prozesshaftigkeit der Energiewende gelegt und die Komplexität erfahrbar gemacht werden. Zusätzlich zur musealen Darstellung der Themen durch originale Objekte, Modelle, Demonstrationen, Medienstationen und Hands-ons, kommen auch verschiedene Personen zu Wort, die die Energiewende unter ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachten. Diese Personen stellen Akteure der Energiewende dar und vertreten einen subjektiven Standpunkt zu den in der Ausstellung behandelten Aspekten. Das Thema Energie kann so schließlich im Spannungsfeld der Interessensgruppen präsentiert werden. In einem Rollenspiel können die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung auf die Akteure reagieren und so den Weg einer der vielen denkbaren Energiewenden bestimmen. Ziel ist es, die Besucherinnen und Besucher zum Nachdenken und Diskutieren anzuregen sowie sie zur vermehrten Teilhabe am Prozess der Energiewende zu motivieren. Das Museum selbst will dabei bewusst keine Wertung vornehmen und keine Handlungsanweisungen geben. Vielmehr soll eine Bandbreite von Möglichkeiten mit ihren jeweiligen Chancen und Risiken beleuchtet und Orientierungswissen vermittelt werden.
Die Ausstellung richtet sich zunächst an alle interessierten Besucher, wobei als Schwerpunkt Jugendliche ab 14 Jahren, Schulklassen und Einzelpersonen angesprochen werden sollen. Weil ein Teil der „Energieverbraucher“ ohne besondere fachliche Vorbildung in die Ausstellung kommen wird, sollen die Informationen so für sie aufbereitet werden, dass keine speziellen Vorkenntnisse benötigt werden. Besucher mit Vorkenntnissen und Expertenwissen sollen über Vertiefungsebenen und spannende Originale angesprochen werden. Ein Begleitprogramm richtet sich an Schulklassen höherer Jahrgänge.
Die Inhalte sollen auch außerhalb Deutschlands für ein Wandern der Ausstellung geeignet sein. Es wird angestrebt, die Sonderausstellung innovativ und außergewöhnlich zu gestalten, damit sie sowohl für die Besucher des Deutschen Museums als auch als Wanderausstellung für andere große Häuser attraktiv ist. Es wird angestrebt, neben dem ausstellungsübergreifendem Rollenspiel weitere partizipative Elemente in die Ausstellung zu integrieren, um dem offenen Charakter der Energiewende gerecht zu werden. Des Weiteren ist die Ausstellung so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten: Sie soll mit wenig Energieaufwand produziert, genutzt, transportiert und entsorgt werden können. Es sollen möglichst nachhaltige Materialien, Farben und Medienelektronik verwendet werden. Ein einfacher Auf- und Abbau, austauschbare Texte, eine wartungsfreundliche Umsetzung und ein Transport in kompakter Form werden vorausgesetzt. Die Ausstellung soll auch nach mehreren Auf- und Abbauvorgängen noch ansprechend und funktional nutzbar sein und benötigt langlebige, also qualitativ hochwertige Hands-ons. Zusätzlich ist die Ausstellung barrierefrei zu gestalten. Dabei sind die Anforderungen von Rollstuhlfahrern sowie geh-, seh- und hörbehinderten Besuchern zu berücksichtigen. Das beinhaltet sowohl barrierefreie Zugänge und Wege als auch eine barrierefreie Erschließung der Ausstellungsinhalte über eine geeignete Ausstellungsgestaltung (Zwei-Sinne-Prinzip).
Die Ausstellung enthält im Hauptteil voraussichtlich zehn sogenannte Themeninseln sowie einen Eingangs-und Ausgangsbereich. Sie soll so gestaltet sein, dass alle Besucherinnen und Besucher durch Eingangs- und Ausgangsbereich geleitet werden und sich im Hauptteil ohne Besucherführung bewegen können.
Als interaktive Erweiterung der Ausstellung ist ein Rollenspiel angedacht. Die Besucherinnen und Besucher bekommen die Möglichkeit, als Politiker über den Energiemix der Zukunft zu entscheiden. Dabei soll sie ein Spiel medial unterstützen, an den verschiedenen Themeninseln im Hauptteil ihre persönlichen Entscheidungen in Bezug auf ihre Energiewende zu treffen. Dazu bekommen sie an den Inseln im Hauptteil Denkanstöße und Informationen. Auf diesen Inseln treffen sie zusätzlich auf andere in den Prozess eingebundene Akteure. Jeder dieser Akteure tritt mit seinem persönlichem Charakter und seiner subjektiven Meinung in Bezug auf einen der „Knackpunkte“ der Energiewende an die Besucher heran. Diese können sich dann überlegen, wie sie auf sein Anliegen reagieren wollen, in dem sie eine von verschiedenen Möglichkeiten aussuchen (etwa Förderung, Besteuerung, Erlassung von Gesetzen und Umweltauflagen), die sie dem Akteur gegenüber vertreten wollen. Am Ende des Ausstellungsbesuches findet dann eine Auswertung dieser Entscheidungen statt, die mit einem Augenzwinkern aus der Ausstellung entlassen soll. Es soll deutlich werden, dass es nicht den einzigen und wahren, sondern viele mögliche Wege zu einer nachhaltigen Energieversorgung gibt.
Die Gestaltung der Sonderausstellung energie.wenden erfolgt auf der für Sonderausstellungen vorgesehenen Fläche im 1. OG des Deutschen Museums oberhalb des Zentrums für neue Technologien auf der Museumsinsel in München. Der Sonderausstellungsraum wurde 2009 vollständig renoviert. Die Grundfläche des gesamten Raumes beträgt ca. 1 450 m². Durch einzuhaltende Mindestabstände von Fenstern, Fluchttreppenhäusern und Lift sowie den Abzug von Flächen für einen Informationsstand bzw. eine Multifunktionsfläche und einen Vorraum verringert sich die tatsächlich zu bespielende Fläche auf 1 000 m².
Da davon auszugehen ist, dass die meisten Museen über eine kleinere Sonderausstellungsfläche verfügen, sollen von diesen 1 000 m² lediglich 700 m²-800 m² mit der eigentlichen Ausstellung bespielt werden. Für die restlichen qm ist ein Raum zu entwickeln, in dem verschiedene Begleitprogramme zur Ausstellung durchgeführt werden können.
Die Entwurfsplanung beinhaltet die Entwicklung eines gestalterischen und szenographischen Konzeptes, welches auf der Grundlage des durch die Kuratoren erstellten Ausstellungskonzeptes und deren Objektrecherchen zu erstellen ist. Es wird eine verschränkte Entwicklung im Dialog vor Ort erwartet, da es Teil des Grundverständnisses des Kuratorenteams ist, dass Inhalte und gestalterische Umsetzung nicht getrennt aufzufassen sind, sondern sich gegenseitig durchdringen. Von daher wird eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Ausstellungsteam sowie weiteren Fachbeteiligten vorausgesetzt.
Weitere Bestandteile der Entwurfsplanung sind die Medienplanung, die Gestaltung und Entwicklung von Demonstrationen und Spiel, die Erstellung eines Licht- und Graphikkonzeptes.
Die folgenden Realisierungsphasen sollen neben den Ausstellungsbauten u. a. auch die Realisierung der Medien, die Realisierung der Demonstrationen, die Realisierung der Ausstellungsgraphik, die Realisierung des Spiels, den Auf- und Abbau, das Einleuchten, die Bauleitung und Bauabnahme und die Erstellung aller erforderlichen Ausschreibungen umfassen.
Da die Ausstellungsgestaltung unter hohem Termindruck bei begrenztem Kostenrahmen erfolgen soll, werden neben einer hohen gestalterisch-kreativen Kompetenz auf hohes Koordinationsvermögen sowie straffe Kostenkontrolle Wert gelegt. Gute Kenntnisse im Qualitäts- und Sicherheitsmanagement werden erwartet.
Zu den Leistungen der ersten Phase gehört auch die Vorlage eines belastbaren Zeitplans für Entwurfsplanung und Realisierung bis zur Eröffnung am 1.12.2016.
Die detaillierte Aufgabenbeschreibung erhalten die ausgewählten Bieter des Verhandlungsverfahrens mit der Aufforderung zur Angebotsabgabe.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2015-03-30.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2015-02-24.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2015-02-24
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Auftragsbekanntmachung
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2015-03-19
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Ergänzende Angaben
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2015-08-06
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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