Dienstleistungsvertrag Rechenzentrumsbetrieb für SAP-R/3, SAP-BW und Archivserver IBM
Die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB) ist das zentrale Förderinstitut der Freien und Hansestadt Hamburg. Sie unterstützt den Senat bei der Erfüllung öffentlicher Aufgaben. Dabei führt sie im staatlichen Auftrag Fördermaßnahmen, insbesondere Finanzierungen im Einklang mit den Beihilfevorschriften der Europäischen Union und unter Beachtung des gemeinschaftsrechtlichen Diskriminierungsverbotes im eigenen Namen durch. Die Schwerpunkte liegen in der Wohnraum- und Umweltförderung sowie in der Wirtschafts-, Innovations- und Stadtentwicklungsförderung. Die Förderung erfolgt insbesondere durch die Gewährung von Darlehen und Zuschüssen sowie die Übernahme von Sicherheitsleistungen.
Die IFB strebt eine langfristige, partnerschaftliche und erfolgreiche Zusammenarbeit für die nächsten Jahre mit dem neuen Dienstleister an. Integrität, Flexibilität, Vertrauen und Zuverlässigkeit sind Werte, auf die die IFB in diesem Zusammenhang setzt. Die gesamte Kommunikation sowie Vertragsgestaltung mit der IFB hat in deutscher Sprache zu erfolgen.
Systemlandschaft der IFB:
SAP-R/3: SAP EHP6 for ERP 6.0 System mit den Modulen FI, FI-AA, FS-CML, CO, FSCM sowie ABAKUS auf Basis des Betriebssystems Server 2008/R2 Enterprise sowie der Datenbank ORACLE 11.2. Dieses System ist gegliedert in eine dreistufige System-Struktur (Entwicklung, Konsolidierung, Produktion). Auf den SAP-R/3-Systemen sind jeweils zwei getrennte Mandanten angelegt. Zum jetzigen Zeitpunkt belegen die einzelnen Systeme (komprimiert) folgenden Plattenplatz: Produktivsystem ca. 430 GB, Konsolidierungssystem ca. 430 GB und Entwicklungssystem ca. 150 GB. Zum Zeitpunkt der Übernahme wird das SAP R/3 System von ca. 240 Anwendern genutzt.
SAP-BW: Data Warehouse (im folgenden SAP-BW) SAP EHP 1 for SAP NetWeaver 7.0 auf Basis des Betriebssystems Server 2003 Enterprise mit einer Datenbank ORACLE 11.2 Datenbank. Dieses System ist gegliedert in eine dreistufige System-Struktur (Entwicklung, Konsolidierung, Produktion jeweils mit Anbindung an das entsprechende SAP-System). Zum jetzigen Zeitpunkt belegen die einzelnen Systeme folgenden Plattenplatz: Produktivsystem ca. 490 GB, Konsolidierungssystem ca. 490 GB und Entwicklungssystem ca. 112 GB. Zum Zeitpunkt der Übernahme wird das SAP R/3 System von ca. 65 Anwendern genutzt.
Elektronisches Archiv: Elektronisches Archiv mit einer Client-Server Architektur. Die Datenerfassung erfolgt mittels Scanner und Kofax Capture auf einem Windows Client in der IFB. Anschließend werden die Daten an den IBM DB2 Content Manager inklusive Library-Server und Resource-Manager übermittelt. Als Datenbank wird die IBM DB2 verwendet. Von dort werden die Daten über eine Schnittstelle (IBM DB2 CommonStore für SAP) nach SAP (ABAKUS-Anwendung) exportiert. Zum Zeitpunkt der Übernahme wird das elektronische Archiv von ca. 10 Anwendern genutzt.
Allgemeine Anforderungen:
Der RZ-Dienstleisters verpflichtet sich zur Einhaltung des Bundesdatenschutzgesetztes (BDSG) sowie des Hamburgischen Datenschutzgesetzes (HmbDSG). Er verpflichtet sich zur Gewährung von Auskunfts- und Prüfungsrechten gegenüber der IFB (interne Revision der IFB sowie externe Prüfer, insbesondere auch beauftragt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht). Die Prüfungsregelungen gelten auch für alle Subunternehmer des RZ-Dienstleisters. Darüber hinaus verpflichtet sich der RZ-Dienstleister, die Ordnungsmäßigkeit seines Rechenzentrumsbetriebs regelmäßig auf seine Kosten prüfen zu lassen (s. auch Punkt Zertifizierungen).
Die IFB geht davon aus, dass der Dienstleister die für ihn und sein Arbeitsumfeld notwendigen Lizenzen selbst stellt. Die SAP-Lizenzen und die Lizenzen für das elektronische Archiv werden von der IFB gestellt
Einzelanforderungen:
Leitungsanbindung:
Der Dienstleister übernimmt die Verantwortung für die Anbindung der IFB an sein RZ über eine verschlüsselte VPN-Verbindung/eine Standleitung.
Systemverfügbarkeiten:
Für die Systemverfügbarkeit der produktiven SAP-R/3- und SAP-BW-Systeme sowie für das elektronische Archiv gelten die folgenden Zeiten:
— Option 1: an Werktagen zwischen 7:00-18:00 Uhr, pro Monat: 98 % Verfügbarkeit.
— Option 2: an Werktagen zwischen 7:00-18:00 Uhr, pro Monat: 99 % Verfügbarkeit.
Für beide Optionen muss im weiteren Verlauf als Angebot abgegeben werden. Die IFB wird sich im Laufe des Verfahrens auf eine Option festlegen.
Die Wiederherstellungszeiten bei Systemausfall werden nach Priorität festgelegt. Die in der nachfolgenden Tabelle angegebenen Zeiten gelten so für die Produktivsysteme SAP-R/3, SAP-BW, das Archivsystem sowie die Leitungsanbindung.
Priorität Reaktionszeit Angestrebte Lösungszeit;
Sehr hoch 20 Min. 4 Stunden;
Hoch 30 Min. 8 Stunden;
Mittel 4 Stunden 48 Stunden;
Niedrig 4 Stunden 1 Woche.
Der Aufbau der Notfallsysteme in einem Ausweich-RZ darf nicht länger als 48 Stunden dauern.
Servicezeiten:
Vom Dienstleister ist ein Service Desk zu stellen. Die Kommunikation mit den Service-Desk-Mitarbeitern erfolgt grundsätzlich in deutscher Sprache.
Es gelten für die Servicebereiche des Dienstleisters in der Woche regulär folgende Servicezeiten:
Tag Bedienter Betrieb Unbedienter Betrieb;
Service Desk Mo.-Fr. 7:00-18:00 Uhr 00:00-7:00 Uhr / 18:00-24:00 Uhr;
SAP-Systeme Mo.-Fr. 7:00-18:00 Uhr 00:00-7:00 Uhr / 18:00-24:00 Uhr;
SAP-BW Mo.-Fr. 7:00-18:00 Uhr 00:00-7:00 Uhr / 18:00-24:00 Uhr;
Elektronisches Archiv Mo.-Fr. 7:00-18:00 Uhr 00:00-7:00 Uhr / 18:00-24:00 Uhr.
An Wochenenden sowie an gesetzlichen Feiertagen wird ein unbedienter Betrieb von 0-24 Uhr zur Verfügung gestellt. Serviceleistungen an Wochenenden können mit einer Vorlaufzeit von zwei Wochen von der IFB beim Dienstleister beantragt werden. Weiterhin können auch Rufbereitschaften beauftragt werden.
Zertifizierungen:
Der Dienstleister stellt der IFB den PS 951 jährlich zur Verfügung.
Die IFB berücksichtigt ausschließlich einen Dienstleister, der sich verpflichtet, die Leistungen für die IFB gemäß den gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen aus § 25a KWG und den MaRisk zu erbringen.
Weiterhin erwartet die IFB, dass sämtliche Prozesse des Dienstleisters ITIL-basierend abgewickelt werden und die eingesetzten Mitarbeiter diesbezüglich über ausreichendes Know-how verfügen.
Optional: Portalbetrieb
Die ABAKUS-Förderbankenkooperation hat eine Portallösung entwickelt, die die elektronische Kommunikation mit den Kunden in Bezug auf Antragstellung und die Bearbeitung diverser Geschäftsvorfälle abbildet und die mit dem SAP/ABAKUS verbunden wird. Die IFB setzt die Portallösung aktuell nicht ein. Bei der Ausschreibung des SAP-Rechenzentrumsbetriebs ist allerdings darauf zu achten, dass der zukünftige RZ-Dienstleister in der Lage ist, diese Dienstleistung ggf. zukünftig anbieten zu können.
Daher sollen im Rahmen der Ausschreibung Einrichtung und Betrieb des ABAKUS-Kundenportals sowie der 1st Level-Support für technische Fragen und Störmeldungen (Mo.-Fr. 7-18 Uhr) optional mit angeboten werden.
Transitionsprojekt:
Der Übergang aller SAP-Systeme, des SAP-BW und elektronischen Archivs soll bei Dienstleisterwechsel im Rahmen eines Transitionsprojektes vom derzeitigen IT-Dienstleister erfolgen. Die Transition umfasst die technische und organisatorische Verlagerung der ausgeschriebenen Leistungen zu dem neuen Dienstleister.
Die Leistung bedingt ggf. einen Migrationsphase, die am 1.7.2015 beginnen muss. Die eigentliche Leistungserbringung startet am 1.10.2015.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2015-03-03.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2015-02-06.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2015-02-06
|
Auftragsbekanntmachung
|
2015-12-10
|
Bekanntmachung über vergebene Aufträge
|