DLR-Forschungsplattform Windenergie – Design einer Experimentalturbine
Das DLR ist das Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt. Seine Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr und Sicherheit sind in nationale und internationale Kooperationen eingebunden. Darüber hinaus ist das DLR im Auftrag der Bundesregierung für die Planung und Umsetzung der deutschen Raumfahrtaktivitäten zuständig. Zudem fungiert das DLR als Dachorganisation für den national größten Projektträger.
Das DLR erforscht Erde und Sonnensystem, es stellt Wissen für den Erhalt der Umwelt zur Verfügung und entwickelt umweltverträgliche Technologien für Energieversorgung, Mobilität, Kommunikation und Sicherheit. Sein Portfolio reicht dabei von der Grundlagenforschung bis zur Entwicklung von Produkten für morgen. Das DLR betreibt Großforschungsanlagen für eigene Projekte und als Dienstleister für Partner in der Wirtschaft. Darüber hinaus fördert es den wissenschaftlichen Nachwuchs, berät die Politik und ist eine treibende Kraft in den Regionen seiner 16 Standorte.
I. Zum Auftragsgegenstand:
Das DLR beabsichtigt in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie – Projektträger Forschungszentrum Jülich ein Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb zum Design einer Experimentalturbine durchzuführen:
Das DLR baut eine DLR-Forschungsplattform Windenergie auf. Sie besteht aus drei Komponenten: mehrere Demonstratoranlagen im Megawatt-Bereich, einer virtuellen Anlage und einer Experimentalturbine als experimentellem Versuchsträger. Gegenstand dieser Ausschreibung ist die Experimentalturbine. Vor allem durch eine geeignete Konstruktion und ihre Größe soll die Experimentalturbine unterschiedlichen Aspekten Rechnung tragen. Da sie speziell auf die Anforderungen von Forschungsprojekten ausgelegt sein soll, soll die Experimentalturbine:
— geeignet sein, konstruktive Veränderungen mit vertretbarem Aufwand zu erlauben,
— eine Instrumentierung mit für Forschungsprojekte nötiger Messtechnik erlauben und
— in einem aus aerodynamischer Sicht relevanten Größenbereich liegen.
Die Experimentalanlage soll grundsätzlich zwei verschiedene Möglichkeiten eröffnen:
— die der Validation von Werkzeugen und
— die der Erprobung von Technologien.
Die Aufgabe des zukünftigen Auftragnehmers wird es sein, die Experimentalturbine innerhalb von 6 Monaten zu designen und auszulegen, so dass in einem weiteren Projekt der Zukauf bestimmter Teile der Turbine und der anschließende Zusammen- bzw. Aufbau erfolgen kann. Die Lösungserprobung, d.h. die Fertigung der Experimentalturbine ist nicht Gegenstand dieser Ausschreibung. Der Preis für die Erstellung des Designs darf 600.000,00 Euro zzgl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer nicht überschreiten. Weitergehende Informationen erhalten die geeigneten Teilnehmer im Rahmen der Aufforderung zur Angebotsabgabe.
II. Zum Verfahrensablauf:
1. Teilnahmewettbewerb
Zunächst müssen die Teilnehmer die Bewerbungsunterlagen per E-Mail (
ruth.schwegmann@dlr.de) abfragen, vollständig ausfüllen und fristgerecht bis zum 31.07.2015 um 11:00 Uhr MEZ per Post an die oben genannte Adresse oder persönlich (Gebäude 1, Raum 137) einreichen. Der Teilnahmeantrag ist im Original und zusätzlich einfach als Kopie vorzulegen. Der Auftraggeber prüft in dieser Phase die Eignung der Teilnehmer anhand der Eignungskriterien Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit. Die Teilnahmeanträge werden in einem ersten Schritt formal auf ihre Vollständigkeit hin gesichtet. Der Auftraggeber wird anschließend maximal 12 Teilnehmer zur Abgabe eines ersten Angebots auffordern.
Die vollständigen Teilnahmeanträge werden anhand folgender Kriterien ausgewertet:
Referenzen: 30 %, Projekterfahrung: 30 %, Berufliche und projektbezogene Befähigung des Projektleiters/Stellvertreters 10 %, Qualifikation/Berufserfahrung und Anzahl der vorgesehenen Mitarbeiter 30 %. Die Bewertung der Kriterien erfolgt anhand von Punkten. Diese reichen von 10 Punkten für die sehr gute Erfüllung eines Kriteriums bis zu 0 Punkten für die ungenügende Erfüllung eines Kriteriums. Die mangelhafte Erfüllung wird mit ein bis zwei Punkten bewertet, die ausreichende Erfüllung mit drei bis vier Punkten, die befriedigende Erfüllung mit fünf bis sechs Punkten, die gute Erfüllung mit sieben bis acht Punkten und die sehr gute Erfüllung mit neun bis zehn Punkten. Es können maximal 1000 Punkte erreicht werden.
Korrekturen des Teilnehmers an seinem Teilnahmeantrag müssen zweifelsfrei sein (z.B. soll kein Korrekturmittel verwendet werden; falsche Angaben sollen nicht überschrieben werden, sondern sind zu streichen; Streichungen sind mit Namenszeichen und ggf. Datum zu versehen). Die Teilnehmer haben sich unmittelbar nach Erhalt der Bewerbungsunterlagen über deren Vollständigkeit zu vergewissern. Auf die Rügepflichten gemäß § 107 Abs. 3 Nr. 2 GWB wird ausdrücklich hingewiesen.
Teilnahmeanträge können schriftlich per Post oder direkt eingereicht werden. Auf dem Postweg oder direkt eingereichte Anträge müssen unterschrieben sein und sind in einem neutralen verschlossenen 2. Umschlag einzureichen, als solche zu kennzeichnen (Titel der Ausschreibung, Kennziffer) und werden beim Auftraggeber bis zum Ablauf der Teilnahmefrist unter Verschluss gehalten (§ 14 EG Abs. 1, 2 VOL/A).
2. Verhandlungsverfahren
Die Vergabestelle beabsichtigt das Verhandlungsverfahren in verschiedenen Phasen abzuwickeln, um die Zahl der Angebote stufenweise zu verringern. Dabei wird folgende Vorgehensweise gewählt:
2.1. Erstes Angebot
In einem ersten Schritt werden den geeigneten Bieter die vollständigen Vergabeunterlagen nebst Leistungsbeschreibung 1 übersandt und aufgefordert ein erstes Angebot einzureichen. Das Angebot muss voraussichtlich in der KW 35 und 36 innerhalb von 2 Wochen erstellt werden. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass die Angebote früher oder später erstellt werden sollen. Diese Angebote müssen folgende Informationen enthalten:
a) Anhand der Leistungsbeschreibung 1 soll eine erste Ideenskizze erstellt werden. Der Umfang dieser Ideenskizze darf 10 DIN A4-Seiten nicht überschreiten.
b) Der grob kalkulierte Preis für die Erstellung des Designs und die Realisierung der Experimentalturbine ist kurz zu erläutern. Der Preis für die Erstellung des Designs darf 600.000,00 Euro zzgl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer nicht überschreiten. Der Preis für die Realisierung der Experimentalturbine darf 5.000.000,00 Euro zzgl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer nicht übersteigen. Die Kalkulation soll 5 DIN A4-Seiten nicht überschreiten.
2.2. Vor-Ort-Termine
Von allen eingegangenen Angeboten wird der Auftraggeber mit maximal sechs Bietern einen Vor-Ort-Termin vereinbaren. Der Auftraggeber wird den ausgewählten Bietern einen Terminvorschlag übermitteln. Die Vor-Ort-Termine werden voraussichtlich in der 39. bis 41. Kalenderwoche stattfinden. Für die Vor-Ort-Termine bei den sechs Bietern werden jeweils 4 Stunden angesetzt. Die Bieter werden gebeten eine maximal einstündige Präsentation über ihr Angebot vorzubereiten. Wir bitten außerdem darum, dass das gesamte Projektteam bei dem Vor-Ort-Termin anwesend ist. Im Anschluss daran besteht für den Auftraggeber die Möglichkeit Fragen zu stellen.
Der Auftraggeber wird im Anschluss an die voraussichtlich sechs Vor-Ort-Termine drei Teilnehmer zur Abgabe eines finalen Angebots auffordern.
2.3. Drei finale Angebot
Die drei finalen Angebote müssen innerhalb von zwei Monaten bis voraussichtlich zum 23. Dezember 2015 10:00 Uhr MEZ eingereicht werden. Die Erstellung der Angebote wird jeweils mit 15.000,00 Euro (in Worten: fünfzehntausend) zzgl. gesetzlicher Mehrwertsteuer vergütet. Aus diesen drei Angeboten wird der zu bezuschlagende Auftragnehmer ausgewählt.
3. Ausführungsphase
Die Konzeptstudien zum Design einer Experimentalturbine ist innerhalb von 6 Monaten (voraussichtlich in der Zeit von März 2016 bis Anfang September 2016) einzureichen.
III. Wichtiger Hinweis
Die Finanzierung der ausgeschriebenen Leistungen ist durch Fördermittel vorgesehen. Die im Zuwendungsbescheid bereitgestellten Mittel der „FE-Fremdleistungen“ sind derzeit kassenmäßig gesperrt. Der Zuwendungsgeber, also das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, wird das zu bezuschlagende Angebot prüfen und über die Aufhebung der Sperre entscheiden. Außerdem steht aktuell noch eine Entscheidung des Bundesministeriums über die Verlängerung des Bewilligungszeitraums aus. Ein Zuschlag kann nur dann erteilt werden, wenn der Zuwendungsgeber den Bewilligungszeitraum bis Ende 2016 verlängert und die Sperre der Mittel aufhebt.
Das Ausschreibungsverfahren steht demnach unter Vorbehalt. Ein Anspruch auf Beauftragung besteht für die Bieter nicht. Die Ausschreibung kann von der Vergabestelle aufgehoben werden, wenn schwerwiegende Gründe gemäß § 20 EG Abs. 1 lit. d) VOL/A bestehen. Ein solcher schwerwiegender Grund, kann darin liegen, dass der Auftraggeber beschließt, von dem Beschaffungsvorhaben endgültig Abstand zu nehmen, wenn die Mittelzusagen von Fördergeldern nicht in dem geplanten Umfang erfolgt. Das ausgeschriebene Vorhaben unterliegt daher dem oben beschriebenen Vorbehalt.
IV. Unterlagen
Die mit dem Teilnahmeantrag vorzulegenden Unterlagen, die der Auftraggeber für die Beurteilung der Eignung des Bewerbers verlangt:
1. Formular zur Haftpflichtversicherungsdeckung nebst Belege (Anlage 1).
2. Erklärung „Zuverlässigkeit/Steuern“ (Anlage 2).
3. Erklärung zum Gesamtumsatz und zum Umsatz für entsprechende Dienstleistungen und Lieferungen in den letzten drei Geschäftsjahren (Anlage 3).
4. Nachweise und Zertifikate (Anlage 4).
5. Erklärung zum jährlichen Mittel der beschäftigten Mitarbeiter in den letzten drei Jahren (Anlage 5).
6. Erklärung zur Bewerbergemeinschaft (Anlage 6).
7. Vertraulichkeitserklärung (Anlage 7).
8. Firmenvorstellung über das Portfolio, die berufliche/projektbezogene Befähigung des Projektleiter/Stellvertreters, die Qualifikation/Berufserfahrung und Anzahl der für dieses Projekt vorgesehenen Mitarbeiter (maximal 15 DIN A4-Seiten). Das Projektteam muss neben dem Projektleiter und dem Stellvertreter mindestens aus 7 Mitarbeitern bestehen.
9. Darlegung der Projekterfahrungen in folgenden Bereichen (maximal 10 DIN A4-Seiten):
— Konstruktion und Design von Windkraftanlagen (komplette Anlagen und/oder Komponenten);
— Darstellung, inwieweit das Design auch umgesetzt wurde in gefertigte und aufgestellte Anlagen (inkl. Anzahl der Anlagen);
— Erfahrung mit der Entwicklung von drei – zweiblättrigen Lee- oder Luv-Läufern.
10. Nachweis der Fachkunde durch Vorlage von mindestens 4 Referenzen in Form einer aussagekräftigen Darstellung (Eigenerklärung im Original, bitte maximal insgesamt 8 DIN A4-Seiten); die Referenzen werden nur gewertet, wenn sie die folgenden Voraussetzungen erfüllen; bei Nichterfüllen dieser Voraussetzungen wird der Teilnahmeantrag wegen nicht nachgewiesener Eignung und Unvollständigkeit vom Verfahren ausgeschlossen:
— es handelt sich um in den letzten 10 Geschäftsjahren erbrachte Leistungen;
— es sind dargestellt der Leistungsgegenstand sowie der Auftraggeber mit Ansprechpartner und Telefonnummer; Referenzen für verschiedene Leistungen können von demselben Auftraggeber oder von verschiedenen Auftraggebern stammen;
— die Leistungen sollten inhaltlich soweit wie möglich von Umfang und Komplexität vergleichbar sein mit der ausgeschriebenen Leistung. Insbesondere ist es gewünscht, sofern Referenzen zweiblättrige Anlagen bzw. Lee-laufende Anlagen zum Gegenstand haben.
Sofern Bewerbergemeinschaften einen Antrag stellen, sollten sich mindestens zwei Referenzen auf ein gemeinsames Projekt der Bewerbergemeinschaft beziehen.
Wenn vorhanden, sollen Kopien von Referenzschreiben der jeweiligen Auftraggeber als Nachweis beigefügt werden. Allein die Nichtvorlage von Referenzschreiben macht die Referenz aber nicht unvollständig.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2015-07-31.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2015-07-01.
Wer?
Wie?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2015-07-01
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Auftragsbekanntmachung
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