Evaluation und Weiterentwicklung Beruflicher Integrationsmaßnahmen in Berufsförderungswerken für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen

Berufsförderungswerk Thüringen GmbH

Das Berufsförderungswerk Thüringen ist ein Dienstleister für die berufliche Qualifizierung und Rehabilitation. Erwachsene, die aus gesundheitlichen Gründen ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben können, erhalten eine neue berufliche Perspektive. Das Ziel unserer Dienstleistungen fokussiert jeweils auf die dauerhafte Eingliederung in den Arbeitsmarkt.
Ausgangslage:
Die Anforderungen an Leistungen zur Teilhabe im Arbeitsleben haben sich über die letzten Jahrzehnte hinweg stark verändert. In Verbindung mit aktualisierten Grundsätzen, die sich in Begriffs-paaren wie „Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit“, „Fördern und Fordern“ oder „Individualisierung und Integrationsorientierung“ widerspiegeln, sind die Aspekte „Wohnortnähe“ und „Betriebsnähe“ zu zentralen Faktoren für eine gelingende berufliche Wiedereingliederung geworden.. Eine hohe Komplexität in der Förderung von Rehabilitandinnen und Rehabilitanden ergibt sich auch aufgrund der stark gestiegenen psychischen und psychosomatischen Beeinträchtigungen. Die Berufsförderungswerke heben gemeinsam mit den Leistungsträgern Angebote für spezifische Förderbedarfsgruppen entwickelt. Ein in dem Zuge entstandenes „Grundkonzept“ ist die Leistungsart „Integrationsmaßnahme für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen“. Diese Integrations-maßnahmen erfahren im regionalen Kontext eine hohe Akzeptanz, dennoch fehlt eine standort-übergreifende, unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten durchgeführte Evaluation, mit der das Grundkonzept hinsichtlich seiner Ansätze und Elemente systematisch analysiert und weiterentwickelt werden kann.
Der Gegenstand der Ausschreibung ist die Evaluation von Beruflichen Integrationsmaßnahmen für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen in den Berufsförderungswerken BFW Goslar, Nürnberg, Dresden, Thüringen.
Die Evaluation soll sowohl eine Konzept- und Umsetzungsanalyse als auch eine Bedarfs- und Zuweisungsanalyse beinhalten sowie prognostisch relevante Faktoren des beruflichen
Rehabilitationserfolges identifizieren.
Ziele der Konzept-und Umsetzungsanalyse:
— Analyse der Wirksamkeit der praktizierten Grundkonzepte
— Analyse der Kompatibilität der Projektdesigns mit den Bedürfnissen der Zielgruppe
— Analyse der Notwendigkeit der weiteren Differenzierung der Angebote entsprechend spezifischer
Diagnosegruppen sowie Qualifikationsebenen
— Analyse der Qualität der Projektumsetzung
— Analyse der Qualität und Quantität der Vermittlungsprozesse
— Nutzen und Erleben der Integrationsmaßnahmen aus der Sicht der Rehabilitanden
— Identifizierung von Prädiktoren der erfolgreichen beruflichen Integration
— Aufzeigen der Grenzen der Wirksamkeit beruflicher Integrationsprojekte hinsichtlich der differenzierten Zielgruppenstruktur
— Ansatzpunkte zur konzeptionellen Weiterentwicklung der Integrationskonzepte
— Vorschläge zur erfolgreichen Sensibilisierung potentieller Arbeitgeber
— Vorschläge zur Optimierung der Umsetzungsprozesse der Integrationsprojekte
Ziele der Bedarfs- und Zuweisungsanalyse:
— Prognose über die Entwicklung des Gesamtbedarfs an rehabilitativen beruflichen Integrationsmaßn. für Menschen mit psych. Beeinträchtigungen (Regionen bezogen entsprechend der Einzugsbereiche der beteiligten BFW)
— Entscheidungsgründe der Kostenträger in der Zuweisungspraxis
Es sollen u.a. auch Befragungen folgender Personenkreise vorgenommen werden: Projekt-verantwortliche/-mitarbeiter der beteiligten BFW, Teilnehmer von Integrationsmaßnahmen, Arbeitgebern, Kostenträger
Die Kommunikationsstruktur des Projektes soll umfassen:
— Projektbeirat (Zwischenergebnisse gemeinsam reflektieren und mögliche Handlungsoptionen ableiten; dafür sind fünf Treffen vorgesehen.)
— Steuerungsgruppe (Koordination und Kontrolle der wissenschaftlichen Projektumsetzung, Kontrolle des Projekterfolges, Planung und Organisation des Ergebnistransfers. Dafür sind sieben Treffen vorgesehen.)
Die Teilnahme und Mitwirkung des Bieters an den beschriebenen Veranstaltungen ist verpflichtend.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2015-09-22. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2015-08-07.

Wer?

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Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2015-08-07 Auftragsbekanntmachung