„Forum Altes Rathaus – Hochbaumaßnahmen“ in Borken

Stadt Borken

Die Stadt Borken im westlichen Münsterland in Nordrhein-Westfalen beabsichtigt im Rahmen eines Vergabeverfahrens mit einem europaweiten vorgeschalteten Bewerbungsverfahren im „Alten Rathaus Borken“ – dem heutigen Stadtmuseum – ein Forum für Kunst und Gegenwart zu schaffen. Entstehen soll ein Ort der Begegnung, des Erlebens und Erfahrens.
Die Stadt Borken beabsichtigt die Planungsleistungen nach HOAI § 34 Leistungsphasen 1-9 zu vergeben. Die Beauftragung soll stufenweise an einen Bieter erfolgen. Beabsichtigt ist zunächst die Vergabe der Planungsleistungen der Leistungsphasen 1-3. Im Falle eines positiven Baubeschlusses durch den Rat der Stadt Borken wird die Weiterbeauftragung mit den Leistungsphasen in Aussicht gestellt. Die Planungsleistungen der Leistungsphasen 1-3 sollen noch in 2015 erbracht werden. Die weitergehenden Planungen ab Leistungsphase 4 sollen ab Anfang 2016 erfolgen, so dass noch im Präsentationsjahr der Regionale 2016 mit den Bauarbeiten begonnen werden kann.
Die Baumaßnahme wird voraussichtlich mit öffentlichen Mitteln gefördert, so dass hier strenge formale Anforderungen sowie Kosten- und Terminvorgaben einzuhalten sind. Die voraussichtlichen Baukosten einschließlich MwSt. werden nach DIN 276 für die Kostengruppe 300 mit 1.993.180 EUR und für die Kostengruppe 400 mit 711.830 EUR angenommen.
Begleitend zur Planung der Hochbaumaßnahme müssen die Arbeitsergebnisse mit weiteren Fachplanern für die technische Ausrüstung und Tragwerksplanung abgestimmt und berücksichtigt werden. Ebenso werden parallel zur Planung und Realisierung der Hochbaumaßnahmen „Altes Rathaus Borken“ weitere Planungs- und Baumaßnahmen im Umfeld stattfinden. Zu nennen sind hier die Neugestaltung des angrenzenden De-Wynen-Platzes sowie die Planung und Realisierung der Ausstellungskonzeption. Diese Maßnahmen sind nicht Gegenstand des hiesigen Vergabeverfahrens, jedoch wird hierdurch ein entsprechender Koordinationsaufwand mit anderen Fachplanern, Gremien und dem Auftraggeber erforderlich werden. Der Planer muss auch für Fragen in gemeindlichen Gremien, bei Bürgerinformationsterminen, bei Anliegerbeteiligungen und auch bei Fragen der städtischen Fachbereiche sowie der Verwaltungsvorstände zur Verfügung stehen. Zudem wird erwartet, dass eine detaillierte Kosten- und Bauablaufplanung erarbeitet und eingehalten wird.
Aufgabe
Die Stadt Borken beabsichtigt im „Alten Rathaus Borken“ ein Forum für Kunst und Gegenwart zu schaffen. Entstehen soll ein Ort der Begegnung, des Erlebens und Erfahrens.
Derzeit beherbergt das Gebäudeensemble, bestehend aus dem Rathausbau der 1950er-Jahre und der historischen Heilig-Geist-Kirche, das Stadtmuseum Borken. Im Erdgeschoss befindet sich eine Passage, die zum einen als direkter Durchgang zwischen Markt und De-Wynen-Platz fungiert und zum anderen den Eingang zu zwei Ladenlokalen (städtische Tourist-Info und ein Einzelhandelsgeschäft) und zum Stadtmuseum bietet. Diese Passage wurde im Zuge von Umbauarbeiten in der 1980er-Jahren geschaffen. Das Gebäude der Heilig-Geist-Kirche steht unter Denkmalschutz. Für die angebauten Gebäudeteile besteht Ensembleschutz.
Im Zuge der Regionale 2016 wurde der Gedanke einer Umgestaltung vom Stadtmuseum hin zu einem Forum für Kunst und Gegenwart entwickelt. Eine tragende Säule hierbei ist neben der inhaltlichen Weiterentwicklung die Umgestaltung des Gebäudeensembles. Hierzu wurden seit 2009 verschiedene aufeinander aufbauende und der inhaltlichen Entwicklung angepasste Vorentwürfe im Rahmen von Machbarkeits- und Projektstudien erarbeitet.
Eingebettet in das erweiterte integrierte Handlungskonzept für die Innenstadt, soll das Gebäudeensemble des „Alten Rathauses“ auf seine ursprüngliche Kubatur zurückgebaut und künftig als „Forum für Kunst und Gegenwart“ sowie als Sitz der Tourist-Information genutzt werden. Hierfür soll der bisherige Passagenbereich zu einem Foyer, welches sowohl vom Marktplatz als auch vom De-Wynen-Platz erschlossen wird, umgebaut werden. Neben den damit verbundenen Umbauarbeiten soll auch eine energetische Ertüchtigung des Gebäudes sowie eine Neuordnung der Ausstellungsbereiche mit der Schaffung unterschiedlicher Klimazonen, die den musealen Anforderungen gerecht werden, einhergehen. Den Belangen der Barrierefreiheit soll durch eine, alle Ebenen erschließende Aufzuganlage sowie Rampenanlagen und Platzgestaltung Rechnung getragen werden.
Dem zukünftigen Foyer mit seiner multifunktionalen Nutzung als Eingang des Stadtmuseums und Sitz der Tourist-Information kommt fortan eine besondere funktionale Bedeutung zu. Es ist eine einladende Gestaltung der Zugangssituation sowie eine gute Durchläufigkeit des Foyers als Ersatz für die im Bestand vorhandene Passage gewünscht. Die unterschiedlichen Höhenlagen der Plätze untereinander, wie auch die unterschiedlichen Fußbodenhöhen im Erdgeschosses der Heilig-Geist-Kirche und dem Rathausbau, stellen hier besondere Anforderungen an die Planung da.
Folgende Aspekte bedürfen besonderer Beachtung:
die Integration der Tourist-Information,
eine attraktive Gestaltung der Eingangssituation sowohl vom Marktplatz, als auch vom De-Wynen-Platz,
die sicherheits- und klimatechnische Abkoppelung des Museumsteils vom Foyer,
das Vermeiden von Zugerscheinungen durch die gegenüberliegenden Erschließungen sowie
die Gewährleistung der Barrierefreiheit trotz unterschiedlicher Höhenlagen.
Im Rahmen des Verhandlungsverfahrens wird von den Teilnehmern eine Überarbeitung des neuen Foyers – in Form einer Arbeitsprobe – gefordert. Hierbei soll für den Teilbereich des Foyers unter Beachtung der vorgenannten Aspekte eine konzeptionelle Überarbeitung auf Basis des letzten Planungsstandes der Projektstudie erfolgen. Der Umfang der Ausarbeitung ist begrenzt auf eine konzeptionelle Grundrisszeichnung und Schnittzeichnung mit Höhenangaben, eine aussagekräftige Ansichtszeichnung der Zugangssituationen sowie die Erläuterung zu den Aspekten der Barrierefreiheit, den funktionalen Zusammenhängen und des Erschließungskonzeptes.
Aufwandsentschädigung
Für die Überarbeitung des Foyers wird jedem Teilnehmer am Verhandlungsverfahren eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 2.500 EUR brutto erstattet. Insofern nicht fünf Teilnehmer an dem Vergabeverfahren teilnehmen werden, wird die Gesamtsumme in Höhe von 12.500 EUR brutto gleichmäßig auf die Teilnehmerzahl aufgeteilt.
Voraussichtliche (!) Terminkette
01.07.2015: Beginn europaweite Veröffentlichung
31.07.2015: Ende europaweite Veröffentlichung
03.08.2015, 12.00 Uhr: Abgabetermin Teilnahmeunterlagen
10.08.2015: Auswahl-/Lostermin
11.08.2015: Bereitstellung der Unterlagen für das Vergabeverfahren
28.08.2015, 12.00 Uhr: Abgabe der Unterlagen
08.09.2015: Vergabegespräche.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2015-08-03. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2015-06-30.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2015-06-30 Auftragsbekanntmachung
2015-10-27 Bekanntmachung über vergebene Aufträge