H 91-15, VE 334.5.1 Malerarbeiten IV restauratorisch auf Metall

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

Die Staatsoper Unter den Linden wurde 1743 als königliches Opernhaus von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff erbaut. Bedingt durch Brände, Kriegsschäden und Anforderungsänderungen wurde sie im Lauf ihrer über 250-jährigen Geschichte mehrfach grundlegend umgebaut. Das heutige Operngebäude wurde 1951 – 55 von dem Architekten Richard Paulick nach historischem Vorbild rekonstruiert und steht seit 1979 unter Denkmalschutz.
In den repräsentativen Bestandsräumen und Treppenhäusern des Zuschauerhauses (Bauteil A) sind die Oberflächen der historischen Ziergitter neu zu fassen, die vorhandenen Vergoldungen sind zu ergänzen und zum Teil erneuern. Die Ziermetalle stammen aus den Jahren 1953-55, der Zeit des Wiederaufbaus der Oper und des Neubaus des Intendanz- und Magazingebäudes. Sie stehen wie der gesamte Bestand unter Denkmalschutz. In den 1980er Jahren erfolgte die letzte Grundinstandsetzung. Aus dieser Zeit stammen die Sichtfassungen und –vergoldungen. Zielstellung ist die denkmalgerechte Wiederherstellung des baulichen Zustands von 1955.
Auf besondere wichtige Normen und Richtlinien wird hingewiesen:
— DIN 18299 – ATV Allgemeine Regelungen für Bauarbeiten jeder Art und
— DIN 18363 VOB/C Maler- und Lackiererarbeiten.
Bei den Ziermetallen handelt es sich hauptsächlich um Heizkörper- und Lüftungsöffnungsverkleidungen sowie um Geländer im Innenbereich. Die meist schmiedeeisernen Ziermetalle nehmen Bezug auf friderizianische Gestaltungen wie z.B. im Potsdamer Stadtschloss. Sie sind zum Großteil mit Schlagmetall ölvergoldet, aber auch bronziert oder mit Kunstharzlack farbig gefasst. Es sind ca. bis zu drei Fassungen und Vergoldungen festzustellen. Die vorhandenen Fassungen sind zum Teil schadhaft bis abgerieben.
Im Vorfeld fanden Muster und Tests zur Restaurierung und Neufassung statt, die für die Ausführung verbindlichen Charakter haben.
Vorbereitend sind Trocken- und Feuchtreinigungen durchzuführen. Instabile bzw. korrodierte Bereiche sind zu überprüfen und zu ertüchtigen. Die Vergoldungen sind je nach Erhaltungszustand und ästhetischen Anforderungen nur zum Teil zu erneuern, die gealterten Oberflächen werden in der Regel erhalten und werden restauriert. Die neu vergoldeten Bereiche sind durch Lasuren in den Altbestand einzubinden. Einzelne kleinere, überfasste Elemente wie die Zierköpfe in Blütenform an den Heizkörpergittern erhalten eine Bronzefassung. Die restaurierten und neuvergoldeten Oberflächen erhalten Schutzüberzüge.
Zum Einsatz kommen hochwertige Alkydharzlacke für die Grundierung und Farbfassung, hochwertige Bronzelacke sowie Ölvergoldungen mit Schlagmetall (Kompositgold). Die Arbeiten finden vor Ort im wieder eingebauten Zustand statt. Einzelne Elemente wie z. B. Heizkörpergitter können für die Bearbeitung temporär abgenommen werden.
Die Ausführung der Leistungen ist zu dokumentieren. Die Qualität der Dokumentation soll sich am „Merkblatt zur Erstellung von Dokumentationen in der Restaurierung und Baudenkmalpflege“ des Landesdenkmalamtes Berlin orientieren.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2015-07-21. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2015-06-09.

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Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2015-06-09 Auftragsbekanntmachung