Historisches Rathaus Goslar – Umnutzung zum Welterbe-Info-Zentrum
Ausgangspunkt:
Das historische Rathaus der Stadt Goslar (erbaut um 1500) soll zu einem kulturellen Kristallisationspunkt im Zentrum der Welterbestadt entwickelt werden. Am touristisch stark frequentierten Markplatz mit bis zu 5 000 000 Tagesbesucher pro Jahr gelegen, bietet das Rathaus die Möglichkeit, wesentlicher Anlaufpunkt für Besucher des Welterbes „Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft“ zu werden. Das Rathaus ist prägendes Element des Welterbe-Teilbereiches „Altstadt Goslar“. Es ist bautypologisch ein wichtiges Beispiel der Hansezeit, die aufgehende Bausubstanz ist im 15. bis 17. Jahrhundert entstanden. Das Goslarer Rathaus zeichnet sich dadurch aus, dass die typischen Raumstrukturen und Teile der Ausstattungen dieser Zeit noch erhalten bzw. nachweisbar sind. Dies soll verstärkt für Besucher erlebbar gemacht werden. Das Rathaus ist insofern von nationaler und auch internationaler Bedeutung. Durch die Umnutzung des Rathauses in ein „Welterbe-Info-Zentrum“ wird die sinnvolle und denkmalgerechte Nachnutzung des aktuell leer stehenden Gebäudes sichergestellt. Das Bauvorhaben ist ein Förderprojekt des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) mit dem Titel „Umnutzung des historischen Rathauses zum „Welterbe-Info-Zentrum“. Das Projekt hat hohe Anforderung seitens der Berichterstattung und zur der Dokumentation des Projektes.
Baubeschreibung:
Im Rahmen des Förderprojektes sollen alle erforderlichen Baumaßnahmen zur Umnutzung des historischen Rathauses in ein Welterbe – Info – Zentrum durchgeführt werden. Die vorhandenen Räume sind entsprechend der neuen Nutzung und unter Berücksichtigung bauhistorischer und restauratorischer Befunde herzustellen. Hierbei sind neben neuer räumlicher Erschließungen auch brandschutztechnische und energetische Anforderungen zu berücksichtigen. Ein wichtiger Aspekt soll auch die barrierefreie Erschließung aller Ebenen des historischen Rathauses sein.
Das Projekt bezieht sich auf den Innenausbau des historischen Rathauses entsprechend den neuen Nutzungsanforderungen. Ein repräsentativer Anbau an der Rückseite des Gebäudes anstelle der heutigen Toilettenanlagen soll zu einer städtebaulichen Aufwertung dieses Areals beitragen.
Die neue Nutzungen machen erhebliche bauliche Maßnahmen erforderlich, die mit ICOMOS-Deutschland und dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt wurden. Zunächst soll der Eingangsbereich im Südosten baulich aufgewertet werden, da hier der zentrale Zugang zur neuen Touristinfo geschaffen werden soll. Die sich anschließende Marienkapelle wird als Frontoffice der Touristinfo mit sämtlichen technischen Anforderungen hergestellt. Von hier aus ist ein Zugang zum neuen Anbau auf der Rückseite des historischen Rathauses vorgesehen, der funktional ebenfalls der Touristinfo zugeordnet werden soll. Dieser Anbau tritt an Stelle der heutigen Toilettenanlagen, die entfernt werden.
Der historische Gewölbekeller des Rathauses wird für die Aufnahme der Welterbeausstellung baulich vorbereitet. Außerdem sollen hier neue sanitäre Anlagen für die Besucher entstehen.
Im ehemaligen Lichthof des Rathauskomplexes soll eine zentrale Treppenanlage mit einem Aufzug vom UG bis zum DG angeordnet werden und so für einen barrierefreien Zugang der Geschosse sorgen. Zusätzlich ist ein neues Fluchttreppenhaus im nordwestlichen Gebäudetrakt (backoffice der Touristinfo) brandschutztechnisch erforderlich und vorgesehen.
Sämtliche ehemaligen Büroräume sind zu sanieren und mit neuer technischer Gebäudeausrüstung zu versehen, wobei bauhistorische Befunde zu berücksichtigen sind.
Ein besonders Augenmerk gilt der Rathausdiele und dem ehemaligen Sitzungssaal, die ebenfalls entsprechend der restauratorischen Befunde neu gestaltet werden und in den historischen Rundgang durch das Rathaus integriert werden sollen.
Bauaktivitäten
— Sanierung und Neugestaltung Eingangsbereichs Süd – Ost (Bauaktivität 1). Hier soll der zentrale Zugang zur Touristinfo geschaffen werden.
— Schaffung einer zentralen Treppenanlage mit Aufzug – UG, EG, OG und DG (Bauaktivität 2) im Bereich des ehemaligen Lichthofes.
— Komplette Sanierung inkl. neuer technischer Gebäudeausrüstung des Untergeschoss (Bauaktivität 3). Schaffung neuer sanitärer Anlagen. Bauliche Integration der Anforderungen an ein Welterbe Info Zentrum – museales Konzept.
— Anbau als zweigeschossiger Neubau – Untergeschoss und Erdgeschoss (Bauaktivität 4 und 5). Wegnahme der öffentlichen Bestands WC Anlage. Rückbau KG des Bestandbaus inkl. Neuanordnung der Wärmeerzeugeranlage und weiterer technischer Gebäudeausrüstung.
— Sanierung des Bürobereichs im EG inkl. neuer technischer Gebäudeausrüstung mit Integration der Befundlage in das Ausstellungskonzept „hist. Rathaus“ (Bauaktivität 6).
— Umnutzung und Sanierung der Marienkapelle, wo das Tourismusbüro seinen Platz finden soll. (Bauaktivität 7). Schaffung von Durchbrüchen zum Neubau und Eingangsbereich Süd- Ost.
— Neues notwendiges Fluchtreppenhaus von EG bis DG inkl. Sanierung der angegliederten Büroräume als Backoffice inkl. Nutzungszuführung der Räume im DG (Bauaktivität 8)
— Sanierung der Innenausstattung der Ratsdiele und des großen Sitzungszimmer im OG inkl. neuer technischer Gebäudeausrüstung (Neue Anforderungen Raum- und Nutzungskonzept) mit Integration der Befundlage in das Ausstellungskonzept „hist. Rathaus“ (Bauaktivität 9 und 10).
— Sanierung des Bürobereichs im OG inkl. neuer technischer Gebäudeausrüstung mit Integration der Befundlage in das Ausstellungskonzept „hist. Rathaus“ (Bauaktivität 11 und 12).
— Sanierung des Bürobereichs im DG inkl. neuer technischer Gebäudeausrüstung mit Integration der Befundlage in das Ausstellungskonzept „hist. Rathaus“ (Bauaktivität 13).
Die vorgenannten Maßnahmen betreffen das komplette Raumprogramm, ausgenommen die Funktion „hist. Rathaus“, die im jetzigen Bestand verbleibt.
Die bisher erarbeiteten Arbeitsergebnisse in Form von Vorentwurfsplanungen sind im Wesentlichen mit ICOMOS, dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde abgestimmt.
Gegenstand des Auftrags ist die Vergabe von Planungsleistungen gemäß HOAI für den Umbau des Rathauses der Stadt Goslar in ein „Welterbe-Info-Zentrum“. Es erfolgt eine Aufteilung in 2 Lose:
Los 1:
Planungsleistungen für folgende Leistungsbilder der HOAI:
— Gebäude und Innenräume (§§ 33 ff. HOAI),
— Tragwerksplanung (§§ 49 ff. HOAI).
Los 2:
Planungsleistungen für folgende Leistungsbilder der HOAI:
— Fachplanung technische Ausrüstung AWG/WVA/LTA/NSA/GAA (Anlagengruppen 1, 2, 3, 7 und 8) und
— Fachplanung technische Ausrüstung STA/FIA/FÖA (Anlagengruppen 4 und 5 sowie Anlagengruppe 6).
Der Auftraggeber beabsichtigt für die in Los 1 und Los 2 genannten Planungsleistungen keinen Generalplanervertrag abzuschließen, sondern für die aufgeführten Planungsleistungen getrennte Verträge abzuschließen. Es ist eine Einzelbewerbung, eine Bewerbung als Bewerbergemeinschaft sowie eine Bewerbung als Bietergemeinschaft/Arbeitsgemeinschaft möglich. Im Falle einer Bewerbung als Bewerbergemeinschaft erfolgt der Vertragsabschluss mit dem jeweiligen Mitglied der Bewerbergemeinschaft, welches die jeweilige Planungsleistung erbringt.
Der Auftraggeber beauftragt zunächst die Leistungsphasen 1-3 gemäß HOAI und behält sich vor, die weiteren Planungsleistungen im Einzelnen oder im Ganzen weiter zu beauftragen. Es besteht kein Anspruch auf weitere Beauftragung, noch können daraus sonstige vertragliche Verpflichtungen für den Auftraggeber entstehen. Der Auftragnehmer ist im Falle des Abrufs verpflichtet, die Leistungen, ggfs. auch stufenweise bzw. im Einzelnen oder im Ganzen, zu erbringen. Der Auftraggeber beabsichtigt, sofern Mittel zur Verfügung stehen, die konstruktive Konsolidierung der Hülle im Bestand ebenfalls zu beauftragen. Die Beauftragung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2015-12-18.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2015-11-17.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2015-11-17
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Auftragsbekanntmachung
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2016-07-29
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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