Ingenieurleistungen für die Ertüchtigung des Klärwerks Lindau, Objekt- und Fachplanungen nach Teil 3, Abschnitt 3 Ingenieurbauwerke und Teil 4 Abschnitt 1 Tragwerksplanung und Abschnitt 2 Technische Ausrüstung, jeweils nach HOAI 2013
Die Garten- und Tiefbaubetriebe Lindau betreiben im Osten der Stadt in Nähe zur BAB A 96 das Klärwerk Lindau. Das Klärwerk wurde als einstufige Belebungsanlage konzipiert und im Laufe der Jahre schrittweise ausgebaut. In der Mitte der 90-er Jahre wurde die Anlage auf ein zweistufiges Belebungsverfahren umgebaut und erweitert und besteht jetzt aus einer mechanischen Reinigungsstufe (Rechen, Sandfang und Vorklärung), einer nach dem NH4PO-Verfahren arbeitenden biologischen Reinigungsstufe und einem nachgeschalteten Flockungsfilter. Der anfallende Schlamm wird anaerob stabilisiert und entwässert. Das bei der Schlammfaulung entstehende Klärgas wird in einem BHKW elektrisch und thermisch verwertet. Im Klärwerk Lindau werden die Abwässer der Stadt Lindau (B) mit etwa 26 500 Einwohner und von 6 weiteren Gemeinden mit etwa 15 700 Einwohnern gereinigt. Das Klärwerk ist derzeit auf 60 000 Einwohnergleichwerte ausgelegt. Die wasserrechtliche Genehmigung des Klärwerks ist bis 2018 gültig. Die zukünftige Ausbaugröße ist im Rahmen der angefragten Planungsleistungen festzulegen.
Das Klärwerk wird über die beiden Pumpstationen Zech und Sigmarszell beschickt. Ein frei zulaufender Abwasserstrom besteht nicht.
Für das Klärwerk Lindau besteht derzeit keine dringende wasserrechtliche Notwendigkeit zur Sanierung infolge von Überschreitung von Bescheidswerten. Die Notwendigkeit zu einer nachhaltigen Ertüchtigung besteht vielmehr infolge baulicher Gründe (Alter und baulicher Zustand der Vor- und Nachklärbecken), die zu geringe Kapazität der Nachklärbecken, erwünschter verfahrenstechnischer und energetischer Verbesserungen sowie angestrebte generelle Verbesserungen der Betriebssicherheit. Da voraussichtlich künftig weitergehende Anforderungen an die Abwasserreinigung (4. Reinigungsstufe) sowie an die Klärschlammbehandlung/-verwertung (Trocknung,Phosphorrecycling) gestellt werden, sollte dies auch bei der Konzeption zur Ertüchtigung des Klärwerks Lindau mit berücksichtigt werden. Die angefragten Ingenieurleistungen der Objekt- und der Fachplanungen für die Ertüchtigung des Klärwerks Lindau sollen eine überschaubare Entwicklung für die nächsten 25 Jahre hinsichtlich Gestaltung, Zweckmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit, Betriebsergebnisse und Ablaufqualität sicherstellen.
Zur internen Entscheidung über die weitere Vorhaltung von bestehenden Vorratsflächen im unmittelbaren Bereich des Klärwerks und zur Abschätzung von möglichen Ausbauvarianten hat die Stadt Lindau im Jahr 2014 bei 3 Ingenieurbüros jeweils eine Studie beauftragt, um im Wege der kommunalen Planungsvorsorge entsprechende Beschlüsse des zuständigen Werkausschusses vorzubereiten. In Kenntnis der Studien fasste der Werkausschuss den Beschluss „die freiberufliche Dienstleistung zur Ertüchtigung und eventuellen Erweiterung des Klärwerks – ergebnisoffen – ohne Festlegung auf eine bau- und verfahrenstechnisch vorher festgelegte Lösung im Wege der vorgeschriebenen Vergabeordnung auszuschreiben und zu vergeben“. Zur notwendigen Information der Bewerber werden Bestands- und Betriebsunterlagen des Klärwerks Lindau als Anlage zum „Bewerbungsbogen mit Teilnahmeantrag“ beigefügt.
Die Ertüchtigung des Klärwerks Lindau ist unter laufendem Betrieb vorzunehmen.
Die Vergabe der Planungsleistungen erfolgt stufenweise in Abhängigkeit von der Projektfreigabe durch den Werkausschuss und der Sicherstellung der Finanzierung.
Die Bewerbung soll sich – dessen ungeachtet – auf die Übernahme aller Planungsleistungen für die vollständige Bauaufgabe beziehen.
Es ist beabsichtigt:
— die Objektplanung nach Teil 3, Abschnitt 3 Ingenieurbauwerke nach § 41 Gruppe 2 Bauwerke und Anlagen der Abwasserentsorgung mit den Leistungsphasen 1 bis 9 nach § 43 HOAI 2013,
— die Fachplanung nach Teil 4, Abschnitt 1 Tragwerksplanung nach § 49 mit den Leistungsphasen 1 bis 6 nach § 51 HOAI 2013 und,
— die Fachplanung nach Teil 4, Abschnitt 2 Technische Ausrüstung für die Anlagengruppen nach Ziff. 1, 2, 3, 4, 5 und 7 gem. § 53 Abs. 2 mit jeweils den Leistungsphasen 1 bis 9 nach § 55 HOAI 2013
an einen Bewerber oder an eine Bewerbergemeinschaft zu vergeben.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2015-10-06.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2015-09-04.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2015-09-04
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Auftragsbekanntmachung
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2016-03-10
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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