Planung und Überwachung von Bauleistungen für die Sanierung der ehemaligen Ausflugsgaststätte „Zum Eierhäuschen“ Kiehnwerderallee 1-3 in 12437 Berlin

Liegenschaftsfonds Berlin Projektgesellschaft mbH & Co. KG vertreten durch die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH

Gebäudebeschreibung:
Das ehemalige Ausflugslokal befindet sich im Plänterwald am Spreeufer, im Außenbereich und im Landschaftsschutzgebiet. Die Zufahrt erfolgt über den Dammweg und die Kiehnwerderallee. Das Gebäude wurde zwischen 1890 und 1892 errichtet. Der Anbau eines Saals mit einer überdeckten, zur Spreeseite hin gerichteten Veranda entstand vermutlich um 1902. Umbauten und Instandsetzungen um 1960 und 1970 (insbesondere in den beiden Sälen) sind in den Akten des Bauaktenarchivs des Bezirksamts Treptow-Köpenick dokumentiert. Einzelne Grundrisse aus dieser Zeit befinden sich im Bauaktenarchiv. Eine -Entwurfszeichnung (Lageplan / Grundriss) von ca. 1890 ist in Berlin und seine Bauten (Verlag Wilhelm Ernst und Sohn, 1896) veröffentlicht.
Das Gebäude ist in einem gründerzeitlichen Schweizerhaus oder Heimatstil errichtet und ist geprägt von dekorativen Klinkerfassaden, vor- und rückspringenden Baukörpern und einem Turm. Die Dächer sind flach geneigt, ursprünglich mit Schiefer gedeckt, Dachüberstände sind deutlich ausgebildet und zum Teil mit Fachwerk abgefangen.
Das Kerngebäude ist zweigeschossig gegliedert. Der nördliche Teil ist zudem unterkellert. Der große Saal zum Süden mit apsidialer Raumerweiterung erstreckt sich über beide Geschosse. Dem zentralen Bereich war eine Veranda als Balkonanlage des Obergeschosses vorgelagert, von der heute nur noch der massive Sockelbau als Terrasse vorhanden ist. Der um 1902 angebaute Saal mit neuer Veranda im Süden ist eingeschossig ausgebildet und ist teilweise unterkellert.
Das Gebäude wird seit ca. 1990 nicht mehr betrieben und ist leer stehend. Seitdem erfolgte kein ausreichender Bauunterhalt. Vandalismus hat dem Gebäude überdies zugesetzt. Heute befindet sich das Gebäude in einem desolaten Zustand, der Fortbestand ist gefährdet.
Das Gebäude ist in der Denkmalliste des Landes Berlin als Denkmal geführt.
Ziel der Sanierung/Erläuterung der Maßnahme:
Das Gebäude und seine zukünftige Nutzung sind in ein Konzept für den Plänterwald einzubinden. Eine konkrete Nutzung steht derzeit noch nicht fest. Es wird im weitesten Sinne von einem Ausflugslokal ausgegangen. Dem fortschreitenden Verfall des Gebäudes soll Einhalt geboten werden. Erste Sicherungsmaßnahmen wurden bereits durchgeführt. Weitere Maßnahmen zur Verkehrssicherheit des Gebäudes werden beauftragt.
Das an vielen Stellen undichte Dach stellt derzeit die größte Gefährdung für den Bestand dar. Die Schäden am Dachstuhl sind erheblich. Auch einige Bereiche der letzten Geschossdecke sind auf Grund von Durchfeuchtung, Pilzbefall und resultierenden Holzschäden bereits einsturzgefährdet. Aus diesem Grund wurde die Planung für die Sanierung des Daches vorab ausgeschrieben, sodass die Sanierung des Daches als vorgezogene Maßnahme durchgeführt wird.
Derzeit wird ein Denkmalpflegeplan erstellt.
Das Gebäude soll für eine spätere Vermietung nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten saniert und eine Erschließung mit allen notwendigen Medien (Wege, Wasser, Abwasser, Gas, Strom, Telekommunikation) hergestellt werden. Energetische Gesichtspunkte sind hier, soweit der Denkmalschutz es zulässt, zu berücksichtigen. Eine brandschutztechnische Ertüchtigung und Schadstoffsanierung des Gebäudes soll erfolgen. Ein erstes Schadstoffgutachten liegt vor und wird im Verhandlungsverfahren zur Verfügung gestellt. Eine Überprüfung auf Vollständigkeit des Gutachtens muss erfolgen. Die Barrierefreiheit soll in Abstimmung mit dem Denkmalamt hergestellt werden.
Die räumliche Anordnung aus den Archivplänen bzw. dem Bestand wird als Basis für die Sanierung angenommen. Veränderungen (z. B. Erweiterungen, Teilabbrüche, wesentliche Umbauten oder größere Änderungen der Grundrisse) sind aufgrund einer noch ungeklärten späteren Nutzung nicht vorgesehen.
Zeitplan:
Der voraussichtliche Planungsbeginn ist das 1. Quartal 2016, geplante Fertigstellung der Bauausführung bis zum 2. Quartal 2018.
Ausschreibungsverfahren:
Ausgeschrieben werden die Leistungen in zwei Losen:
Los 1: gemäß HOAI 2013, Teil 3 Objektplanung, Abschnitt 1. Gebäude und Innenräume, §34, Anlage 10 Leistungsphase 1-9. Etwaige bereits ermittelte Grundlagen (Schadstoffgutachten etc.) werden in der Verhandlungsphase zur Verfügung gestellt. Mit der Objektplanung sind die Leistungen der Tragwerksplanung (§ 51), der Bauphysik, eines Brandschutzgutachters sowie eines Sicherheits- und Gesundheitskoordinators mit anzubieten.
LOS 2: gemäß HOAI 2013, Teil 4 Fachplanung, Abschnitt 2. Technische Ausrüstung, § 55, Anlage 15, Leistungsphase 1-9. Mit der Fachplanung sollen die Leistungen eines Energieberaters angeboten werden.
Zunächst werden im Ergebnis des VOF-Verfahrens die Leistungsphasen 1 bis 3 beauftragt. Die Beauftragung der Leistungsphasen 4 bis 9 wird vorbehalten. Ggf. erfolgt eine stufenweise Beauftragung der einzelnen Leistungsphasen.
Die Lose werden getrennt vergeben. Bewerbungen für beide Lose sind möglich.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2015-10-02. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2015-09-01.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2015-09-01 Auftragsbekanntmachung
2016-05-26 Bekanntmachung über vergebene Aufträge