Planung von Bauleistungen gemäß HOAI für die Sanierung und Herrichtung von Flächen für das Bezirksamt Berlin Pankow, Fröbelstraße 17 in 10405 Berlin
Der Gebäudekomplex befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen städtischen Kranken- und Siechenhauses zwischen der Fröbelstraße/Prenzlauer Allee/Diesterwegstraße.
Mit dem Bau wurde 1886 begonnen und unter dem Architekten und damaligen Stadtrat H. Blankenstein errichtet und 1889 fertiggestellt (Häuser 1, 2, 3, 4, 5a-jetzt 7-, 5b, 8). 1889 wurde die Anlage um das Haus 6 und 7 (jetzt 9) erweitert.
Bei Bombenangriffen im 2. Weltkrieg wurde das Haus 1 komplett zerstört, Haus 2 und 5a teilweise. Die Zerstörungen am Haus 2 und 5a wurden nach dem Krieg wieder aufgebaut. Das Haus 1 wurde komplett abgetragen.
Nach verschiedensten Nutzungen durch die SS, die Rote Armee, das NKWD und das Ministerium für Staatssicherheit, wurde das Gebäude ab 1986 durch das Bezirksamt genutzt.
Die ganze Anlage ist als geschlossene symetrische Anlage entsprechend der spätklassizistischen Architektur geplant worden.
Die 3-4 geschossigen Gebäude bestehen aus massivem Mauerwerk. Die Geschossdecken sind größtenteils massive Kappendecken, teilweise gibt es auch Decken aus Holzbalken z. T. mit Gusseisenstützen und Stahlträgern als Unterzügen.
Die Dächer sind flach geneigte Kaltdächer mit einem Holzdachstuhl, mit einer Eindeckung aus Bitumen, bzw. auch teilweise aus Teerpappe.
Die Fassaden wurden mit Verblendmauerwerk verkleidet. In einigen Bereichen (Brüstungen, Eingänge etc.) gibt es Terrakottaschmuck.
Alle Gebäude sind unterkellert, zwischen den Gebäuden gibt es unterirdische Versorgungskanäle, in Form von gemauerten Gewölben, bis zum Kesselhaus.
Grundsätzlich instand gesetzt wurde bisher nur das Haus 4. Am Haus 6 wurde das Dach instand gesetzt. Am Haus 2 erfolgte 2006 eine Dachsanierung und eine anteilige Brandschutzsanierung.
Der gesamte Gebäudekomplex steht unter Denkmalschutz.
Bestandteil und zugleich Hauptaufgabe dieser Maßnahme ist die Optimierung und Umsetzung der Einpassplanung der bereits größtenteils vor Ort untergebrachten Bezirksverwaltung. Die Umsetzung der Maßnahme erfolgt unter laufendem Dienstbetrieb. Dabei ist die Aufrechterhaltung des selbigen zwingend erforderlich. Es ist geplant eine kleinere Drehscheibe für die Interimsauslagerung von Teilen der Mitarbeiter in Form von Bürocontainern auf dem Gelände aufzustellen. Dies ist auch Bestandteil dieser Maßnahme.
Der Bedarf für die Umsetzung der Einpassungsplanung ist bereits durch den Nutzer formuliert und abgestimmt. Teilweise muss in einigen Bereichen die Raumstruktur angepasst werden. Diese Planung liegt bereits vor und wird zur Stufe 2 – Verhandlung den Bietern zur Verfügung gestellt.
Folgende Sanierungsmaßnahmen sind, in Abhängigkeit vom zur Verfügung stehenden Budget, dort geplant:
— Sanierung der Gebäudehülle (Dächer, Dämmung der oberen Geschossdecke, teilweise Austausch bzw. Sanierung der Fenster, Reparatur der Fassade);
— Maler- und Bodenbelagsarbeiten;
— Erstellung eines Brandschutzkonzeptes und Umsetzung der Forderungen;
— Erstellung Schadstoffgutachten und Umsetzung;
— teilweise Sanierung der Sanitärstränge;
— Barrierefreier Zugang, incl. Aufzug am Haus 7;
— Instandsetzung der technischen Infrastruktur und teilweise der inneren Erschließung;
— Herstellung der Verkehrssicherheit in den Außenanlagen.
Schwerpunkt der Maßnahme ist, neben der Umstrukturierung und teilweise Verdichtung der bezirklichen Verwaltung, die Beseitigung von Mängeln, die die Gebäudesubstanz direkt gefährden (z. B. der bauliche Brandschutz), eine Verbesserung der Barrierefreiheit und der energetisch wirksamen TGA. Eine Überschreitung des Projektbudgets ist auf keinen Fall möglich. Über eine Prioritätenplanung sind im Bedarfsfall Maßnahmen, die nicht zwingend für die Umsetzung des Projektzieles erforderlich sind, herauszuarbeiten.
ausgeschrieben werden die Leistungen in 2 Losen:
Los 1: gemäß HOAI 2013, Teil 3 Objektplanung, Abschnitt 1. Gebäude und Innenräume, § 34, Anlage 10, Leistungsphase 1-9. Die Ergebnisse der Einpassplanung werden in der Verhandlungsphase zur Verfügung gestellt. Mit der Objektplanung sind die Leistungen der Tragwerksplanung (§ 51), der Bauphysik, des Brandschutzes, des Schadstoffgutachters, sowie eines Sicherheits- und Gesundheitskoordinators mit anzubieten.
Los 2: gemäß HOAI 2013, Teil 4 Fachplanung, Abschnitt 2. Technische Ausrüstung § 53, Anlage 15, Leistungsphase 1-9. Mit der Fachplanung sollen die Leistungen eines Energieberaters angeboten werden.
Es wird vorausgesetzt, dass die Leistungen durch Architekten und Fachingenieure erbracht werden.
Zunächst werden im Ergebnis des VOF-Verfahrens die Leistungsphasen 1 bis 3 beauftragt. Die Beauftragung der Leistungsphasen 4 bis 9 wird vorbehalten. Ggf. erfolgt eine stufenweise Beauftragung der einzelnen Leistungsphasen.
Für jedes Los sind vollständige Bewerbungsunterlagen gesondert einzureichen. Die Lose werden getrennt vergeben. Bewerbungen sind für ein oder mehrere Lose möglich und sind getrennt in gesonderten Umschlägen einzureichen.
Voraussichtlicher Planungsbeginn ist März 2016. Der Ausführungszeitraum für die Realisierung ist geplant vom 4. Quartal 2017 bis 1. Quartal 2020.
Es ist davon auszugehen, dass im Verlaufe des Verhandlungsverfahrens eine Maßnahmen- und Kostenkonzeption erbeten wird. Dieses wird ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Auftragsvergabe sein.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2015-10-06.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2015-08-28.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2015-08-28
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Auftragsbekanntmachung
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2016-05-17
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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