Das Hamburger Rathaus der Freien und Hansestadt Hamburg ist ein denkmalgeschütztes, historisches Gebäude, welches in den Jahren 1886-1897 im Stil des Historismus erbaut wurde. Hinsichtlich seiner Einheitlichkeit des Baustils und seiner im Original erhaltenen Ausstattung stellt es eine kulturhistorische Besonderheit dar. Das Rathaus steht als Einzelgebäude unter Denkmalschutz.
Es liegt in der Stadtmitte, angrenzend an die „Kleine Alster“ und den Rathausmarkt und schließt mit Verbindungsbauten an die Handelskammer der Stadt Hamburg an. Das Gebäude ist eine breitgelagerte, symmetrische Anlage mit Sockel- und Mezzaningeschoss, zwei Hauptgeschossen und steilen Kupferdächern.
Im Hamburger Rathaus sind die Senatskanzlei und die Bürgerschaftskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg untergebracht. Laut der Bürgerschaftsdrucksache 20/13929 wird eine Barrierefreiheit des Rathauses für alle gefordert. Nach der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention im März 2009 und dem darin enthaltenen Artikel 9, der den gleichberechtigten Zugang für alle Menschen zu öffentlichen Einrichtungen und Diensten fordert, soll auch das Hamburger Rathaus barrierefrei zugänglich werden.
Die Planungsaufgabe umfasst die Konzeption und Planung einer barrierefreien Zuwegung aus der Eingangsdiele des Rathauses heraus. Hierzu wurden bereits Voruntersuchungen durchgeführt, die zu dem Ergebnis führten, den vorhandenen Aufzug in der Diele des Hauses zu ertüchtigen und über eine Hubplattform zu ergänzen, um so einen Großteil des Hamburger Rathauses selbstständig aus der Eingangshalle heraus barrierefrei erschließbar zu gestalten. Mit dieser Maßnahme können und sollen gleichzeitig weitere Zugangsmöglichkeiten verschiedenster Bereiche im Haus ermöglicht werden. Die erstellte Voruntersuchung kann in der Zuschlagsphase eingesehen werden.
Der in diesem Bereich bereits vorhandene Aufzug der Diele hat nur sehr geringe Abmessungen und besitzt bisher einen nicht barrierefreien Zugang auf einem Zwischenpodest eines Treppenlaufs.Für den Umbau soll ein Fensterbereich in der südlichen Ecke der Diele geöffnet und eine Plattform über der Kasematte zum Ehrenhof erstellt werden. Der damit geschaffene ebenerdige Zugang zum neuen Aufzug soll wettergeschützt ausgeführt werden und kann somit als erweiterter Eingangshallenbereich gesehen werden. Die Planung muss in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege erfolgen. Alle Geschossdecken vom Untererdgeschoss bis zum 2. Hauptgeschoss des Hauses müssen dafür in diesem Bereich geöffnet und ein komplett eigenständiger, entkoppelter Aufzugschacht in DIN-gerechten Mindestabmessungen für einen behindertengerechten Aufzug eingebaut werden. Der Einstieg in den neuen Aufzug soll dann nicht mehr wie bisher auf halber Treppe zum Obererdgeschoss, sondern zukünftig direkt aus der Diele heraus ebenerdig erfolgen. Dafür muss der neue Aufzugschacht auch nach unten erweitert werden. Dies berührt voraussichtlich Technikräume des vorhandenen Gastronomiebetriebes im Hamburger Rathaus. Dieses Restaurant ist über die Sprinkenhof GmbH extern verpachtet und Eingriffe in diesen Bereich müssen sowohl mit dem Pächter als auch der Sprinkenhof GmbH abgestimmt werden.
In den einzelnen Geschossen werden verschiedenste Funktionsbereiche durchschnitten: Aufenthaltsräume, Luftkanäle, Logistikbereiche, Lagerräume, zum Teil in versetzten Ebenen. Eine zusätzliche barrierefreie Zuwegung zum großen Fraktionssitzungsraum R.151 und den umliegenden Bürgerschaftskanzlei-Geschäftsräumen soll durch eine zusätzliche Hubplattform im Treppenlauf des Geschäftstreppenhauses der Bürgerschaftskanzlei geschaffen werden. Hierzu muss zwingend das Fluchtwegekonzept des Hauses überprüft werden.
Bei dieser Bauaufgabe wird eine besonders hohe Sensibilität bezüglich des Umgangs mit den baudenkmalgeschützten Räumlichkeiten des Hamburger Rathauses gefordert. Die Planungsaufgabe erfordert ein besonderes bauhistorisches Verständnis und fundiertes Wissen zu Bautechniken des 19. Jhdts. Eine große Fachkompetenz im Umgang mit Sandsteinfassaden als auch statischen Problemlösungsideen ist zwingend vorzuweisen.
Die Planung der Maßnahme erfordert im Detail eine enge Abstimmung mit dem Landesbetrieb RathausService als Dienstleister und Bauherrenvertreter der Senats- und Bürgerschaftskanzlei und dem Denkmalschutzamt der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg.
In der Zeit der Projektdurchführung sind die Bauarbeiten gemäß den räumlichen und organisatorischen Anforderungen des Auftraggebers durchzuführen, da das Rathaus als Regierungssitz der Freien und Hansestadt Hamburg für die Bauzeit nicht geschlossen werden kann und weiterhin Veranstaltungen im Haus stattfinden. Auf die Belange des Rathauses muss Rücksicht genommen werden. Der Dienstbetrieb darf nicht beeinträchtigt werden. Die Baumaßnahme muss mit minimalen Eingriffen in die Nutzbarkeit des Rathauses verbunden werden.
Die Räume des Rathauses stellen als Regierungsgebäude einen besonderen Sicherheitsbereich dar. Vor Beginn der Arbeiten müssen alle möglicherweise an der Ausführung beteiligten Mitarbeiter schriftlich mit Anschrift, Geburtsort und Geburtsdatum für eine Sicherheitsüberprüfung benannt werden. Entsprechende Vordrucke werden nach Abschluss des Vergabeverfahrens dem ausgewählten Bieter zur Verfügung gestellt. Erst nach positiver Rückmeldung zur Sicherheitsüberprüfung darf mit den Arbeiten im Haus begonnen werden. Eine Beauftragung nach Abschluss des Vergabeverfahrens erfolgt vorbehaltlich des positiven Abschlusses dieser Sicherheitsüberprüfung.
Die gewünschte störungsfreie Planung und Realisierung der Maßnahme, die Vorgaben des Auftraggebers und die technischen Anforderungen stellen spezifische Rand- und Rahmenbedingungen dar, die besondere Aufmerksamkeit und Erfahrung erfordern, die in der Bewerbung zur Teilnahme nachzuweisen sind. Bei der Planung und Realisierung des Bauvorhabens stellt die komplexe Planungssituation im Kern der Hamburger Innenstadt höchste Anforderungen an die Projektorganisation und die Baustellenlogistik.Den Bietern wird empfohlen, sich über die örtliche Beschaffenheit der Baustelle in Bezug auf die Baustofflagerung, Arbeits- und Transportmöglichkeiten usw. durch Besichtigung zu informieren.
Die Entwurfsplanung der Baumaßnahme soll Ende 2015 beginnen und Anfang 2016 abgeschlossen werden. Die Genehmigungsplanung und Realisierung der Baumaßnahme ist im Jahr 2016 vorgesehen, dies steht aber noch unter einem Vorbehalt der haushaltsrechtlichen Verfügbarkeit der erforderlichen Mittel. Es wird darauf hingewiesen, dass unmittelbar nach der Zuschlagserteilung mit der Projektbearbeitung begonnen werden muss.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2015-10-02.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2015-09-01.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Änderung einer Konzession/eines Auftrags während ihrer/seiner Laufzeit (2019-03-20) Öffentlicher Auftraggeber Name und Adressen
Name: Freie und Hansestadt Hamburg
Postanschrift: Rathausmarkt 1
Postort: Hamburg
Postleitzahl: 20095
Land: Deutschland 🇩🇪
Kontaktperson: Senatskanzlei, Leiterin der Abteilung Senat und Intendanz
Telefon: +49 40428312113📞
E-Mail: cornelia.schmidt-hoffmann@sk.hamburg.de📧
Fax: +49 40427915147 📠
Region: Hamburg🏙️
URL: http://www.hamburg.de/behoerden/🌏
Objekt Umfang der Beschaffung
Titel:
“Planungsleistungen Einbau eines barrierefreien Aufzugs und einer Treppenhubplattform bzw. einer Wandeltreppe in das Rathaus Hamburg”
Produkte/Dienstleistungen: Dienstleistungen von Architekturbüros bei Gebäuden📦 Beschreibung
Ort der Leistung: Deutschland🏙️
Ort der Leistung: Hamburg🏙️
Hauptstandort oder Erfüllungsort: Hamburg
Beschreibung der Beschaffung:
“Das Hamburger Rathaus der Freien und Hansestadt Hamburg ist ein denkmalgeschütztes, historisches Gebäude, welches in den Jahren 1886-1897 im Stil des...”
Beschreibung der Beschaffung
Das Hamburger Rathaus der Freien und Hansestadt Hamburg ist ein denkmalgeschütztes, historisches Gebäude, welches in den Jahren 1886-1897 im Stil des Historismus erbaut wurde. Hinsichtlich seiner Einheitlichkeit des Baustils und seiner im Original erhaltenen Ausstattung stellt es eine kulturhistorische Besonderheit dar. Das Rathaus steht als Einzelgebäude unter Denkmalschutz.
Es liegt in der Stadtmitte, angrenzend an die „Kleine Alster“ und den Rathausmarkt und schließt mit Verbindungsbauten an die Handelskammer der Stadt Hamburg an. Das Gebäude ist eine breitgelagerte, symmetrische Anlage mit Sockel- und Mezzaningeschoss, 2 Hauptgeschossen und steilen Kupferdächern.
Im Hamburger Rathaus sind die Senatskanzlei und die Bürgerschaftskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg untergebracht. Laut der Bürgerschaftsdrucksache 20/13929 wird eine Barrierefreiheit des Rathauses für alle gefordert. Nach der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention im März 2009 und dem darin enthaltenen Artikel 9, der den gleichberechtigten Zugang für alle Menschen zu öffentlichen Einrichtungen und Diensten fordert, soll auch das Hamburger Rathaus barrierefrei zugänglich werden. Die Planungsaufgabe umfasst die Konzeption und Planung einer barrierefreien Zuwegung aus der Eingangsdiele des Rathauses heraus. Hierzu wurden bereits Voruntersuchungen durchgeführt, die zu dem Ergebnis führten, den vorhandenen Aufzug in der Diele des Hauses zu ertüchtigen und über eine Hubplattform zu ergänzen, um so einen Großteil des Hamburger Rathauses selbstständig aus der Eingangshalle heraus barrierefrei erschließbar zu gestalten. Mit dieser Maßnahme können und sollen gleichzeitig weitere Zugangsmöglichkeiten verschiedenster Bereiche im Haus ermöglicht werden. Der in diesem Bereich bereits vorhandene Aufzug der Diele hat nur sehr geringe Abmessungen und besitzt bisher einen nicht barrierefreien Zugang auf einem Zwischenpodest eines Treppenlaufs. Für den Umbau soll ein Fensterbereich in der südlichen Ecke der Diele geöffnet und eine Plattform über der Kasematte zum Ehrenhof erstellt werden. Der damit geschaffene ebenerdige Zugang zum neuen Aufzug soll wettergeschützt ausgeführt werden und kann somit als erweiterter Eingangshallenbereich gesehen werden. Die Planung muss in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege erfolgen. Alle Geschossdecken vom Untererdgeschoss bis zum 2. Hauptgeschoss des Hauses müssen dafür in diesem Bereich geöffnet und ein komplett eigenständiger, entkoppelter Aufzugschacht in DIN-gerechten Mindestabmessungen für einen behindertengerechten Aufzug eingebaut werden. Der Einstieg in den neuen Aufzug soll dann nicht mehr wie bisher auf halber Treppe zum Obererdgeschoss, sondern zukünftig direkt aus der Diele heraus ebenerdig erfolgen. Dafür muss der neue Aufzugschacht auch nach unten erweitert werden. Dies berührt voraussichtlich Technikräume des vorhandenen Gastronomiebetriebes im Hamburger Rathaus. Dieses Restaurant ist über die Sprinkenhof GmbH extern verpachtet und Eingriffe in diesen Bereich müssen sowohl mit dem Pächter als auch der Sprinkenhof GmbH abgestimmt werden. In den einzelnen Geschossen werden verschiedenste Funktionsbereiche durchschnitten: Aufenthaltsräume, Luftkanäle, Logistikbereiche, Lagerräume, zum Teil in versetzten Ebenen. Eine zusätzliche barrierefreie Zuwegung zum großen Fraktionssitzungsraum R.151 und den umliegenden Bürgerschaftkanzlei-Geschäftsräumen soll durch eine zusätzliche Hubplattform im Treppenlauf des Geschäftstreppenhauses der Bürgerschaftskanzlei geschaffen werden. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme werden auf ca. 1,6 Mio. EUR netto in den KG 300 + 400 geschätzt. Die Planungsleistungen umfassen Grundleistungen nach Teil 3 Objektplanung Abschnitt 1 Gebäude und Innenräume der HOAI 2013. Weitere Besondere Leistungen können beauftragt werden (z. B. SiGeKo).
Mehr anzeigen Dauer
Datum des Beginns: 2015-05-26 📅
Datum des Endes: 2017-05-25 📅
Verfahren Administrative Informationen
Frühere Veröffentlichungen zu diesem Verfahren: 2016/S 026-042554
Auftragsvergabe
Vertragsnummer: 1
Titel:
“Planungsleistungen Einbau eines barrierefreien Aufzugs und einer Treppenhubplattform bzw. einer Wandeltreppe in das Rathaus Hamburg”
Datum des Vertragsabschlusses: 2015-05-25 📅
Name und Anschrift des Auftragnehmers
Name: Rimpf Architektur
Postanschrift: Holländischer Brook 1
Postort: Hamburg
Postleitzahl: 20457
Land: Deutschland 🇩🇪
Telefon: +49 40-5550-29780📞
E-Mail: info@rimpf.de📧
Fax: +49 40-5550-297893 📠
Region: Hamburg🏙️
URL: www.rimpf.de🌏
Der Auftragnehmer ist ein KMU ✅ Angaben zum Wert des Auftrags/der Partie (ohne MwSt.)
Gesamtwert des Auftrags/Loses: EUR 299614.90 💰
Ergänzende Informationen Körper überprüfen
Name:
“Finanzbehörde – Organisation und Zentrale Dienste – Grundsatzangelegenheiten (Abtlg. 11)”
Postanschrift: Große Bleichen 27
Postort: Hamburg
Postleitzahl: 20354
Land: Deutschland 🇩🇪
Telefon: +49 40428231448📞
Fax: +49 40428232020 📠 Dienststelle, bei der Informationen über das Überprüfungsverfahren eingeholt werden können
Name: Freie und Hansestadt Hamburg – Senatskanzlei
Postanschrift: Rathausmarkt 1
Postort: Hamburg
Postleitzahl: 20095
Land: Deutschland 🇩🇪
Telefon: +49 40428312113📞
E-Mail: cornelia.schmidt-hoffmann@sk.hamburg.de📧
Fax: +49 40427915147 📠
Quelle: OJS 2019/S 059-137383 (2019-03-20)