PMS (Patientenmanagementsystem), Lieferung und Implementierung eines standortübergreifenden Patientenmanagementsystems (PMS) für die Konzern-Notaufnahmen (KNA) der Mühlenkreiskliniken

Mühlenkreiskliniken (AöR)

Die Mühlenkreiskliniken sind eine in der Rechtsform einer Anstalt des öffentlichen Rechts zusammengefasster Verbund des Johannes-Wesling-Klinikum Minden sowie der Krankenhäuser Lübbecke-Rahden, Bad-Oeynhausen sowie der Auguste-Viktoria-Klinik. Träger des Zusammenschlusses ist der Kreis Minden-Lübbecke.
Die Mühlenkreiskliniken beabsichtigen für die Notaufnahmen der einzelnen Standorte, die als Konzern Notaufnahme zusammengeschlossen wurden, ein einheitliches Patientenmanagementsystem (PMS-KNA) zur Verwaltung und Dokumentation aller Abläufe zu beschaffen.
Ziel der Beschaffung ist die Implemetierung eines Workflow-Management-Systems zur Unterstützung aller notwendigen administrativen und interdisziplinären medizinischen Prozesse unter Einbindung an das bestehende administrative Krankenhausinformationssystem (Nexus KIS) sowie an das vorhandene bereichübergreifende Order Entry. Es wird eine Management-Software zur Verwaltung und Dokumentation aller Abläufe in den KNA gesucht. Die Lösung ist Teil der Gesamtorganisation der Notaufnahmen und hat insbesondere folgende Anforderungen zu erfüllen:
a) Ständiger Überblick über das Gesamtgeschehen in der Notaufnahme, insbesondere als individuell gestaltbares grafisches Layout des gesamten Behandlungsbereiches,
a1) Sichtbarkeit aller Patienten der Notaufnahme an allen Standorten auf einen Blick,
a2) Softwaregestützte Darstellung aller Patienten und deren Status im ZNA-Prozess auf einen Blick, dazu gehören,
b) Unterstützung der ZNA-spezifischen Prozesse mit bereits programmierten Abläufen hinsichtlich des Abfrageschemas der notfallmedizinischen Anamnese, Diagnostik und Therapie, hinterlegt nach unterschiedlichen Krankheitssymptomen.
c) Auskunft über, und Verwaltung der Ressourcen der Notaufnahme (z.B. Geräte oder Eingriffsräume),
d) Unterstützung bei der Einhaltung von Normen und Zeiten bei der Behandlung sowie Vermeidung von Doppeluntersuchungen,
e) Optische Alarmierung bei definierten Problemen und Zeitüberschreitungen,
f) Kontrolle von klinischen Behandlungspfaden, Hinterlegungsmöglichkeiten von SOP's/Algorithmen mit schnellem Zugriff ( als Assessments), ggf. Interaktions-/Abfragemöglichkeit,
g) Anordnungsdokumentation mit Hinterlegung von Mitarbeiter-Kürzeln und Zeitstempeln,
h) Auftragskommunikation und -verfolgung (Labor, Radiologie, Konsil, Medikation und sonstiger Anordnungen),
i) Optimierte digitale medizinische Dokumentation bezüglich aller Inhalte. Behandlungen und Zeitdauer,
k) Flexible Erstellung druckbarer verschiedener interner und externer Dokumente, Formulare und Briefe (z.B. Zuweiser) mit Übernahmemöglichkeit in spätere z.B. Entlassungsbriefe,
l) Verbesserte Leistungsabbildung und statistische Auswertung, auch für externe Netzwerke (Kerndatensätze, Trauma-Register, usw.),
m) Problemlose Integration der Fallklassifikationen und Patientenklassifikationen aus dem NEXUS- KIS
n) Assessments im Sinne von definierten Behandlungsleitlinien sind bereits leitlinienkonform programmiert und stehen somit vom ersten Tag an zur Verfügung
o) Alle Prozesseschritte sind live zu sehen und zu steuern – auch standortübergreifend.
p) An jedem Standort ist jeder Standort online zu sehen, mit nachfolgender Möglichkeit der sofortigen Ressourcennachsteuerung wenn notwendig.
q) Auswertungen von Prozessen und genutzten Ressourcen (Personal, Zimmer, Betten, Diagnostik, etc.) sind sofort und standortübergreifend möglich – Zahlen, Daten, Fakten, Prozesse vom gleichen Tag oder aus der Vergangenheit, Auswertungen zu Wartezeiten, zu Bettenbelegungen, Raumbelegungen, Anzahl von Infektionen
r) Innerhalb einer Anwendercommunity werden Änderungen der Leitlinien oder Standards der nationalen und internationalen Organisationen (DIVI, DGINA, EuSEM) in der Notaufnahme diskutiert. Veränderte Prozesse werden in der Software abgebildet.
s) Ergebnisdaten stehen für bundesweite Forschungsprojekte wie z.B. das AKTIN-Projekt (bundesweit gefördertes Abfragemodul für die klinische Notfallversorgung in Deutschland) zur Verfügung.
t) unproblematische Kopplung des Systems mit dem vorhandenen administrativen Krankenhausinformationssystem (NEXUS KIS) der Mühlenkreiskliniken zur Optimierung des Workflows und Vermeidung von Doppelerfassungen,
u) unproblematische Anbindung des Systems der bei den MKK vorhandenen Elektronischen Krankenakte (NEXUS) zur Übergabe von Befunden/Dokumenten/Anforderungen,
v) problemlose Anbindung von Untersuchungssystemen (Labor, Radiologie, Konsile, u.a.) zur Rückübermittlung der Untersuchungsergebnisse und des Auftragsstatus.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2015-04-23. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2015-03-17.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2015-03-17 Auftragsbekanntmachung
2016-02-05 Bekanntmachung über vergebene Aufträge