Softwarepflege- und Softwareänderungs-Leistungen im IT-Bestandsverzeichnis des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg). Der Auftrag wird im Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb vergeben

Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw)

Durchführung Softwarepflege (SWP) d. h. Maßnahmen zum Erhalt und zur Wiederherstellung des Sollzustandes eines Produkts. Der Auftragnehmer unterstützt den Auftraggeber bei den in der „Leistungsbeschreibung für Vergaben Softwarepflege- und Softwareänderungsleistungen (SWPÄ) (allgemeiner Teil)“ beschriebenen durchzuführenden Leistungen.
Durchführung von Softwareänderungen (SWÄ) d. h. alle Maßnahmen, die ein für die Nutzung genehmigtes Softwareprodukt ändern oder erweitern. Der Auftragnehmer unterstützt den Auftraggeber bei den in der „Leistungsbeschreibung für Vergaben SWPÄ (allgemeiner Teil)“ beschriebenen durchzuführenden Leistungen. Durchführung laufender Aktivitäten d. h. alle Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Funktionstüchtigkeit des Softwareprodukts, die regelmäßig auszuführen sind. Der Auftragnehmer unterstützt den Auftraggeber bei den in der „Leistungsbeschreibung für Vergaben SWPÄ (allgemeiner Teil)“ beschriebenen durchzuführenden Leistungen.
Ergänzend zu den laufenden Aktivitäten in der allgemeinen Beschreibung, sind in diesem Verfahren weitere laufende Aktivitäten notwendig:
— der tägliche Überwachung von Abbrüchen in Batchläufen,
— der Kontrolle fehlgeschlagener Datentransfers zu externen Systemen.
IT-Bestandsverzeichnis (IT-BestVerz) BMVg.
Das Verfahren IT-BestVerz BMVg führt den urkundlichen Nachweis der IT-Produkte im Geschäftsbereich des BMVg. Mit Hilfe des Verfahrens wird die gesamte IT-Ausstattung im Bereich des BMVg vollständig, umfassend, einheitlich und aktuell erfasst und urkundlich nachgewiesen.
Neben den Grundinformationen zu den IT-Komponenten werden Informationen zu Verträgen, Zuordnung zu Dienststellen/Teileinheiten/Dienstposten, Aufstellungsorte sowie Zugehörigkeit zu DV-Vorhaben, erfasst. Diese Informationen können ebenen- und aufgabengerecht ausgewertet sowie zur Weiterverarbeitung mit MS-Standardprodukten in den entsprechenden Formaten genutzt werden.
Mit dem IT-BestVerz BMVg wird, bei entsprechender Befüllung durch die Dienststellen, die Revisionsfähigkeit gem. §78 Bundeshaushaltsordnung (BHO) sichergestellt.
Die Anwendung hält ihre Daten in derzeit 175 DB2-Tabellen auf dem Mainframe unter z/OS.
Der Anwender kann die Daten mittels 3270-Emulation direkt auf dem Mainframe pflegen, anzeigen und auswerten. Hierzu ist ein Dialogteil in Time-Sharing Option (TSO)/ Interactive System Productivity Facility (ISPF) realisiert. Darüber hinaus gibt es, mit identischer Funktionalität, eine graphische Benutzeroberfläche (GUI) auf Basis von Microsoft Access mit Codeanteilen in Visual C++, die sich mittels DB2-Connect auf die Datenbank verbindet. Die GUI wird qualitätsgesichert durch den Auftragnehmer dem Auftraggeber als ausführbares Programmpaket übergeben und dort, was nicht Gegenstand der Leistung ist, paketiert und auf die Arbeitsplatzrechner der berechtigten Nutzer ausgerollt.
Es bestehen bidirektionale Schnittstellen zu den Systeme in Nutzung (SinN)-Anwendungen 0100 Elektronisches Management Informationssystem Rüstung (EMIR) (2 Tabellen und 2 Dateien), 1104 TIV (2 Tabellen), 0001 IT-Unterstützung (ITU) BMVg (17 Tabellen), 8893 Integration der Vorhabenführungsmittel (IVF) Vorhabencontrolling (Vocon) (8 Tabellen), 0083 Organisations-, Stärke- und Ausrüstungsnachweisung (OSTAN) (2 Dateien). Weiterhin sind SAP-Systeme über eine DB2-Datenbank und das Assetmanagementsystem MAXIMO der BWI angebunden, wobei in der Regel alle Nutzdatentabellen referenziert werden.
Zum Laden, Entladen und Bereinigen von Daten sind derzeit 14 Batchjobs in Programming Language One (PL/1) realisiert, die sowohl periodisch, als auch bei Bedarf ausgeführt werden.
Als Konfigurationsmanagementsystem ist Software Configuration and Library Manager (SCLM) eingesetzt – dort sind ca. 18.000 Ressourceneinträge erfasst.
Weitere Kennzahlen der Anwendung:
Anz. Transaktionen (TSO, normiert halbjährlich): 26.434.836;
Batchlast (normierte CPU-Sekunden, halbjährlich): 598.300;
TSO-Last (normierte CPU-Sekunden, halbjährlich): 1.157.443.
Anzahl der Nutzer: ca. 3 000 aus den Dienststellen der Bundeswehr.
Es existiert ein ca. 350 Seiten umfangreiches Benutzerhandbuch. Die technische Dokumentation der Anteile auf dem Mainframe ist überwiegend in Autodoc vorhanden. Die Programme der graphischen Benutzeroberfläche sind weitgehend undokumentiert und weisen lediglich einzelne Kommentare im Quelltext auf. Übersichten zum Zusammenspiel der Komponenten, insbesondere zum Datenmodell, gibt es nicht.
Fehler und Änderungsforderungen werden ausschließlich funktionell beschrieben, d. h. die Leistung umfasst nicht nur die programmtechnische Umsetzung sondern auch die vorherige Analyse von Fehlern und die Grob- und Feinkonzeption von Änderungen, ferner die proaktive Beratung der Bundeswehr bezüglich vorzunehmender Anpassungen aufgrund von Änderungen in Vorschriften oder an den Schnittstellen.
Der Auftraggeber verfügt für den Anteil der graphischen Benutzeroberfläche dieses Verfahrens über keine Entwicklungsumgebung. Der Anbieter muss eine geeignete Entwicklungsumgebung für die Entwicklung der GUI unter MS Access und Visual C++ aufbauen, bereitstellen und pflegen. Im Übrigen gelten die erweiterten Leistungspflichten auf Grundlage der „Leistungsbeschreibung für Vergaben SWPÄ (allgemeiner Teil)“.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2015-08-13. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2015-06-26.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2015-06-26 Auftragsbekanntmachung
2015-08-07 Ergänzende Angaben
2016-11-21 Bekanntmachung über vergebene Aufträge