Architekten- und Ingenieurleistungen für die Sanierung der Jugendfreizeiteinrichtung „Drehpunkt“ Urbanstraße 43/44, 10967 Berlin
Architekten- und Ingenieurleistungen für die Sanierung der Jugendfreizeiteinrichtung „Drehpunkt“ Urbanstraße 43/44, 10967 Berlin.
Der Auftrag beinhaltet Planungsleistungen entsprechend der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) Teil 3 Objektplanung für Gebäude. Es ist beabsichtigt, die Leistungsphasen 2 bis 9 gemäß § 34 HOAI ganz oder teilweise sowie ggf. besondere und zusätzliche Leistungen zu vergeben. Die Beauftragung erfolgt stufenweise, zunächst für die Leistungsphasen 2 und 3. Für die Grundlagenermittlung wurde 2015 eine Bausubstanzuntersuchung und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung erstellt. (Die Bausubstanzuntersuchungen wird den Bewerbern voraussichtlich im Rahmen der 2. Stufe des Vergabeverfahrens zur Verfügung gestellt).
Das Gebäude wurde zwischen 1958 und 1960 als Jugendfreizeitheim und Jugendwohnheim errichtet. Es ist unterkellert, hat sechs Vollgeschosse und eine begehbare Dachterrasse.
Das Gebäude steht an der Urbanstraße in der alten Bauflucht. Unter Aufnahme der Traufhöhe ist es an das Mietshaus Urbanstraße 45 angebaut. Das Gebäude hat zwei getrennte Eingänge. Das Jugendwohnheim, das in dem 2.OG bis 5.OG untergebracht war, wurde von der Urbanstraße erschlossen, die Jugendfreizeiteinrichtung im EG und 1.OG von der Giebelseite an der Graefestraße.
Der Bau ist aus Hohlblocksteinen gemauert und hat Stahlbetonkassettendecken mit Estrichbelägen.
Über den Fluren und dem Heizkeller befinden sich Vollbetondecken.
Die Bodenoberflächen waren in den Fluren bauzeitlich aus PVC, in den Aufenthaltsräumen aus Linoleum und in den Sanitärbereichen gefliest. Sämtliche Decken außer im Keller tragen Lattungen, Rohr und Putze. Die Fenster sind als Kastenfenster in Holz in unterschiedlichen Gliederungen, die Treppenhausfenster als Verbundfenster ausgeführt. Die Innentüren sind glatte Sperrholztüren in Stahlzargen, die Außentüren Stahltüren mit Glasausfachungen. Die Straßenfront hat wohl Ornamente aus keramischem Material oder Glasmosaik erhalten.
Das Gebäude ist in seinem bauzeitlichen Zustand in allen seinen Teilen erhalten. 1984 erhielten die Fassaden eine 7 cm starke Wärmedämmung aus Hartschaum, ohne dass die Putze abgeschlagen wurden. Auch die Dachterrasse erhielt eine 8 cm starke Dämmung, Fenster und Türen wurden überarbeitet.
2001 wurde die vorhandene Eingangstür zu Urbanstraße in die Bauflucht gesetzt und die vorhandene Kellertür durch ein FH-Tür ersetzt. Der Einbau der vorhandenen giebelseitigen offenen Fluchttreppe ist nicht aktenkundig.
Das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz.
Während der Sanierung werden voraussichtlich für die Weiterführung des Betriebes Container genutzt.
Geplante Maßnahmen:
Es ist geplant, das Gebäude umfassend zu sanieren und behindertengerecht umzubauen.
Die vorhandene Nutzung bleibt erhalten. Grundlage der Umbaumaßnahmen ist das vorliegende Raumprogramm, aufgestellt im Dezember 2014. Die geplante energetische Ertüchtigung wird zum Anlass genommen die Fassaden zu überarbeiten. Die vorhandene Wärmedämmung aus Hartschaum wird durch eine Wärmedämmung aus Steinwolle ersetzt. Alle Fenster werden durch neue Holzfenster ersetzt.
Die gesamte Technische Gebäudeausrüstung wird mit Ausnahme des Hausanschlusses erneuert.
Die sanitären Anlagen im gesamten Haus werden umgebaut. Behindertengerechte Sanitärräume werden getrenntgeschlechtlich eingerichtet.
Das Gebäude erhält einen Aufzug, der ggf. in einem neuen, an der Giebelseite angeordneten Treppenhaus, untergebracht wird. Die vorhandene offene Fluchttreppe wird beseitigt.
Die bestehende Jugendeinrichtung Drehpunkt erhält zusätzlich zu ihren Räumen im EG und 1.OG die Räume im 2.OG. Dort werden nicht bauzeitlich hergestellte Raumaufteilungen rückgängig gemacht, sodass ein großer Raum entsteht, der für Tanz und Bewegung hergerichtet wird.
Die vorhandene bauzeitliche Wendeltreppe wird als interne Erschließung bis ins 2. OG geführt. In diesem Zusammenhang müssen Brandschutzmaßnahmen ergriffen werden, die zum Anlass genommen werden, Umbaumaßnahmen im Eingangsbereich und im Bereich der Wendeltreppe vorzunehmen.
Das 3.OG – 5.OG wird als Wohnheim für Jugendliche, die dort betreut werden, hergerichtet. Küchen und Bäder werden gemeinschaftlich genutzt, die Wohnräume einzeln oder zu zweit. Im 3.OG und 4.OG werden an den Stirnseiten durch Entfernung von nichttragenden Zwischenwänden größere Räume zur gemeinschaftlichen Nutzung gewonnen.
Auf dem Gelände der Jungendfreizeiteinrichtung ist zudem der Bau einer Kita angedacht. Diese ist aber nicht Bestandteil der zu vergebenden Leistung.
Gemäß der vorliegenden Kostenschätzung sind Gesamtkosten von 3 500 000 EUR veranschlagt. 3 200 000 EUR für das Gebäude und 300 000 EUR für die Container. Die Baukosten sind mit 2 760 000 EUR vorgesehen, die restliche Summe von 740 000 EUR deckt die entstehenden Nebenkosten. Die Gesamtsumme wird aus den zu Verfügung stehenden Mitteln des Förderprogramms Städtebaulicher Denkmalschutz gedeckt.
Für die Planung ist der folgende Zeitrahmen einzuhalten:
Beauftragung der Planer und Beginn der Bearbeitung: ab Mai / Juni 2016;
Vorlage BPU 2016;
Ausführungsplanung und Container 2017;
Baubeginn 2018;
Fertigstellung und Übergabe 2020.
Es werden vom Auftraggeber weitere Fachplaner/innen beauftragt, mit denen Abstimmungen durchzuführen sind: Diese sind z. B. TGA, Brandschutzgutachter, Bauphysik (Wärmeschutz, Schallschutz, Raumakustik), Tragwerksplanung, Freianlagenplanung, SiGeKo.
Grundlage der Beauftragung ist das gültige Vertragsmuster der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für Architektenleistungen einschließlich AVB (abrufbar unter:
www.stadtentwicklung.berlin.de/service/rundschreiben).
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2016-03-24.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2016-02-22.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2016-02-22
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Auftragsbekanntmachung
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2016-03-10
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Ergänzende Angaben
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2016-06-24
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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