Architekten- und Ingenieurleistungen für die Sanierung und den barrierefreien Ausbau des denkmalgeschützten Gebäudes für die Nutzung durch die Nürtingen Grundschule in der Wrangelstraße 136, 10997 Berlin

Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin, Abt. Abteilung für Finanzen, Facility Management, Kultur und Weiterbildung, Serv

Es sollen Architekten- und Ingenieurleistungen für die Sanierung und den barrierefreien Ausbau des denkmalgeschützten Gebäudes für die Nutzung durch die Nürtingen Grundschule in der Wrangelstraße 136 in Berlin-Kreuzberg vergeben werden.
Der Auftrag beinhaltet Planungsleistungen entsprechend der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) Teil 3 Objektplanung für Gebäude. Es ist beabsichtigt, die Leistungsphasen 2 bis 9 gemäß § 34 HOAI ganz oder teilweise sowie ggf. besondere und zusätzliche Leistungen zu vergeben. Die Beauftragung erfolgt stufenweise, zunächst für die Leistungsphasen 2 und 3. Für die Grundlagenermittlung wurde 2015 ein Bausubstanzgutachten erstellt. Außerdem liegt das Nutzungskonzept bzw. Bedarfsprogramm für die Nürtingen Grundschule vor.
Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude in der Wrangelstr. 136 wird derzeit vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg als Schulgebäude der E.-O.-Plauen Grundschule genutzt. Mittelfristig soll das Gebäude von der angrenzenden Nürtingen Grundschule (Schulgebäude Mariannenplatz 28) schrittweise übernommen werden.
Das Gebäude verfügt über einen hohen Keller, Erdgeschoss, 1. bis 3. Obergeschoss und einen nicht ausgebauten Dachraum. Das Gebäude soll im Rahmen des Förderprogramms Städtebaulicher Denkmalschutz der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt saniert und barrierefrei ausgebaut werden. Auf Grund der Wirtschaftlichkeit ist jedoch abzuwägen, ob tatsächlich an allen Stellen der barrierefreie Ausbau erfolgen kann. Der Einbau eines Aufzuges zur Erschließung aller Geschosse ist jedoch bindend.
Das Schulgebäude ist in der Berliner Denkmalliste verzeichnet und wurde 1892-1894 errichtet (Architekt Herrmann Blankenstein). Der mächtige Bau der ehemaligen Gemeindeschule dominiert die Bebauung im Blockinnern. Die eindrucksvoll gestaltete Nordfassade mit dem mittig angelegten Haupteingang wird nicht mehr adäquat genutzt. Östlich und westlich umschließen die Seitenflügel, zusammen mit dem gegenüberliegenden Haus II, einen nahezu quadratischen Pausenhof. Die Gebäude wurden im 2. Weltkrieg kaum zerstört. Der nordöstliche Seitenflügel wurde in den 50er Jahren umgebaut bzw. ergänzt. In den 1980er Jahren war die Schule Gegenstand eines städtebaulichen Wettbewerbes, in dessen Folge der Bau einer Mehrfach-Turnhalle und eine Teilsanierung erfolgten.
Die kleine Turnhalle, ein Umbau der ehemaligen Späthschen Gartenhalle (Baujahr 1860), besteht seit 1892. Das Gebäude ist wahrscheinlich in seiner Grundsubstanz das einzige Gebäude, das aus der Späthschen Anlage noch nachweisbar ist.
Als bestehende Mängel müssen zunächst vor allem die Haustechnik erneuert, die barrierefreie Erschließung geschaffen, der Dachschaden an der alten Sporthalle, die Asbestbelastung der Klassenräume und die Fassadenschäden beseitigt werden. Außerdem sollen die Fenster und die Raumakustik ertüchtigt, die obere Geschossdecke gedämmt und Brandschutzmaßnahmen durchgeführt werden. Alle Materialien und Bauweisen sollen sich an der unter Denkmalschutz stehenden Bausubstanz und den Nutzungsanforderungen des Schulbetriebes orientieren. Auf die Nachhaltigkeit und einen geringen Pflege- und Wartungsaufwand ist zu achten.
Für die Sanierung des Schulgebäudes steht über die Förderung des „Städtebaulichen Denkmalschutzes“ ein Budget für Gesamtkosten in Höhe von ca. 4 800 000 EUR zur Verfügung. Darin enthalten sind ca. 2 800 000 EUR für die Kostengruppen (KG) 300 und 400 und ca. 180 T EUR für die KG 500. Insgesamt sind für die Baunebenkosten circa 1 100 000 EUR angesetzt.
Die E.-O.-Plauen Grundschule läuft aus und das Gebäude wird voraussichtlich ab 2018 freigezogen sein. Somit muss zu diesem Zeitpunkt die Baumaßnahme beginnen. Das Gebäude wird anschließend von der Nürtingen Grundschule übernommen und ab 2020 sollen die Schüler das Gebäude wieder nutzen können.
Für die Planung ist somit der folgende Zeitrahmen einzuhalten:
Beauftragung der Planer und Beginn der Bearbeitung: ab Mai 2016,
Vorlage VPU 6.7.2016,
Vorlage BPU 12.9.2016,
Ausführungsplanung 2017,
Baubeginn 2018,
Fertigstellung und Übergabe 2020.
Es werden vom Auftraggeber weitere Fachplaner/innen beauftragt, mit denen Abstimmungen durchzuführen sind: Diese sind z. B. TGA, Brandschutzgutachter, Bauphysik (Wärmeschutz, Schallschutz, Raumakustik), Tragwerksplanung, Freianlagenplanung, SiGeKo.
Grundlage der Beauftragung ist das gültige Vertragsmuster der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für Architektenleistungen einschließlich AVB (abrufbar unter: www.stadtentwicklung.berlin.de/service/rundschreiben).

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2016-02-12. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2016-01-12.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2016-01-12 Auftragsbekanntmachung
2016-05-11 Bekanntmachung über vergebene Aufträge