Architekten- und Ingenieurleistungen zum Umbau und zur Sanierung der Sporthalle des Rheingau-Gymnasiums, Schwalbacher Str. 11, 12161 Berlin
Es sollen Architekten- und Ingenieurleistungen für die bauliche Sanierung und den Umbau der Sporthalle in der Schwalbacher Straße 11, 12161 Berlin-Friedenau, vergeben werden. Die Doppelsporthalle in gestapelter Bauweise wird gegenwärtig von der Rheingau-Oberschule in der Schwalbacher Straße 3-4, der Paul-Natorp-Oberschule in der Goßlerstraße 13/15 und von Sportvereinen genutzt.
Der Auftrag beinhaltet Planungsleistungen entsprechend der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) Teil 3 Objektplanung für Gebäude. Es ist beabsichtigt, die Leistungsphase 2 gemäß § 34 HOAI sowie besondere und zusätzliche Leistungen zu vergeben. Optional ist die Beauftragung der Grundleistungen der Leistungsphasen 3 bis 9 sowie weiterer besonderer und zusätzlicher Leistungen vorgesehen.
Die Doppelsporthalle wurde 1974 in Stahlbeton-Skellettbauweise mit vorgefertigten Bauelementen als Systemhalle errichtet.
Die Wände und Brüstungen sind als Stahlbeton-Sandwichelemente mit 4 cm Polystyroleinlage ausgeführt worden. Die Fugen der damit ohnehin schlecht gedämmten Außenwände sind teilweise in desolatem Zustand.
Die Lichtöffnungen der Hallenfassade wurden als Glasbausteinwände errichtet. Diese sind nicht ballwurfsicher und weisen entsprechend häufig Beschädigungen auf. Zudem ist die Dämmwirkung sehr gering.
Die Flachdächer sind als Warmdächer konstruiert. Das Hallendach wurde um 1990 mit einer flach geneigten Binderdachkonstruktion aufgedoppelt. Der entstandene Dachhohlraum erhielt eine eingeblasene Dämmung aus künstlichen Mineralfasern. Aufgrund der Bauzeit muss die Dämmung als kanzerogen eingestuft werden.
Die vorhandenen Unterdecken sind als Holzpaneeldecken mit aufliegender Mineralfaser ausgeführt. Der eingelegte Rieselschutz ist stark gestört. Aus diesem Grund wurden Anfang 2011 Raumluftmessungen hinsichtlichtlich lungengängiger, künstlicher Mineralfasern durchgeführt. Die aufliegende Mineralfaser ist kanzerogen. Jedoch lag die Konzentration in der Raumluft bei den Messungen unterhalb des zulässigen Grenzwertes.
Die vorhandenen Decken erfüllen unter heutigen Standards nicht die für Sporthallen erforderliche Ballwurfsicherheit. Erschwerend kommt durch einen Wassereinbruch hinzu, dass zum einen die Wärmedämmung des Hallendaches und zum anderen die Mineralfaserauflagen der Unterdecke der oberen Halle zumindest partiell feuchtegeschädigt sind. Durch die Durchfeuchtung ist die Dämmwirkung nicht mehr gegeben.
Im Zuge der provisorischen Reparaturarbeiten an den bestehenden Regenwasserleitungen musste die Unterdecke der oberen Halle bereits großflächig geöffnet werden. Hierdurch liegt die durchfeuchtete Dämmauflage großflächig offen. Ein Schließen dieser Decke ist aufgrund Schadstoffhaltigkeit nicht zulässig. Die Decke kann somit nur noch komplett erneuert werden. Wird das Hallendach saniert, ändert sich aufgrund der aktuell anzusetzenden Niederschlagsmengen auch die erforderliche Installation der Regenentwässerung.
Bei der Erneuerung der Abhangdecken soll auch die bestehende, ineffektive und teilweise schadhafte Heizungsanlage erneuert werden. Vorzugsweise kommt hierbei eine Deckenstrahlungsheizung in Betracht. Um diese wirtschaftlich zu dimensionieren, ist die zeitnahe Dämmung der Außenhülle notwendig. Somit muss die Sanierung der gesamten Fassade unter Berücksichtigung der aktuellen energetischen Anforderungen erfolgen.
Auch der vorhandene Schwingboden der oberen Halle ist als Folge des Wassereinbruchs geschädigt. Die Trägerplatten aus MDF sind durch die Feuchtigkeit aufgequollen und die Platten selbst haben ihre Tragfähigkeit verloren. Die Feuchteschäden am Schwingboden der unteren Halle blieben auf kleine Teilbereiche beschränkt.
In den Sanitärbereichen steht seit etwa 6 Jahren kein Warmwasser zur Verfügung. Die Duschen sind gesperrt. Eine Kompletterneuerung der Sanitärinstallation ist unabdingbar.
Für die obere Halle ist der 2. bauliche Rettungsweg herzurichten.
Eine erste Kostenschätzung von 2013 anhand von Vergleichswerten anderer Sporthallen im Bezirk wies Gesamtbaukosten in Höhe von etwa 2,6 Mio. EUR aus (inkl. Unvorhergesehenem – ca. 10 %). Unter Berücksichtigung der gestiegenen energetischen Anforderungen und des Baukostenindex liegen die Sanierungskosten (einschl. UV) nunmehr bei geschätzt 3.370.000 EUR.
Für die Planung ist der folgende Zeitrahmen einzuhalten:
Beauftragung der Planer und Beginn der Bearbeitung: ab April 2016.
Es werden weitere Fachplaner/innen beauftragt, mit denen Abstimmungen durchzuführen sind: Diese sind z.B. TGA, Brandschutzgutachter, Bauphysik (Wärmeschutz, Schallschutz, Raumakustik), Tragwerksplanung, Freianlagenplanung, SiGeKo, Schadstoffuntersuchung.
Grundlage der Beauftragung ist das gültige Vertragsmuster der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für Architektenleistungen einschließlich AVB (abrufbar unter:
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/abau/).
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2016-02-11.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2016-01-11.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2016-01-11
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Auftragsbekanntmachung
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2016-05-31
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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