Durchführung einer archäologischen Flächengrabung, Neubau Fischerinsel /Ecke Mühlendamm
Auf dem Grundstück Fischerinsel Ecke Mühlendamm bzw. der am Mühlendamm südöstlich der Gertraudenstraße anbindenden begrünten Freifläche (ehemals von der Fischerstraße gequert und teils Standort des Köllnischen Fischmarktes) entsteht ein moderner Wohnkomplex. Die WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH (WBM) baut hier auf einem Areal von ca. 4 000 m2.
Die gesamte Baufläche ist durch die im Umfeld ausgewiesenen Fundstellen archäologisches Verdachtsgebiet und muss – im Juli 2016 beginnend – bauvorbereitend bzw. baubegleitend im Rahmen einer vollflächigen archäologischen Grabung untersucht und dokumentiert werden.
Das Ausgrabungsareal auf dem länglichen Talsandplateau der Spreeinsel gilt als eine der ältesten, von der entstehenden Stadt Kölln umfassten Siedlungsflächen und könnte durchaus den Nukleus der mittelalterlichen Stadt am Spreepass nach Berlin darstellen. Vom namengebenden Fischerkiez sind oberirdisch keine Strukturen mehr erhalten. Mittelalterliche Funde und Befunde aus der Frühgeschichte der Doppelstadt Berlin-Kölln wurden bei vorangegangenen Baubegleitungen und einer Voruntersuchung des Landesdenkmalamtes (LDA) bereits in kleinräumigen Sondagen festgestellt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass darüber hinaus früh- und mittelslawische sprewanische Siedlungsreste angetroffen werden. Deren Nachweis gelang etwa zuvor in der Burgstraße, im Nikolaiviertel an der Poststraße, nördlich des Mühlendamms mit Menkendorfer Keramik und einer Herdstelle der 1. Hälfte 10. Jh., an der Breiten Straße und an der Gertraudenstraße. Entsprechende Befunde sind als Reste kleiner offener Siedlungen nicht an Baustrukturen gebunden, die sich in historischen Stadtplänen wiederspiegeln. Zur Ergänzung der Kenntnisse der Siedlungsgeschichte im Berliner Stadtzentrum sind sie umso wichtiger.
Auf der Fischerinsel als einst von Kaufleuten besetztem Kern städtischer Ansiedlung werden wegen der Wasseranbindung gemeinhin bis ins 15. Jh. die Wohnsitze angesehener Fischer- und Schifferfamilien lokalisiert. Stein- und Ziegelbauten bzw. auf Steinfundamenten gegründete Fachwerkbauten scheinen allerdings erst nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) und der Regulierung der Spree im 17. Jh. errichtet und bis zum 19. Jh. verdichtet worden zu sein.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2016-04-11.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2016-03-10.
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Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2016-03-10
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Auftragsbekanntmachung
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