Entwicklung eines Nutzungskonzepts und Masterplans für den Spreepark in Berlin

Grün Berlin GmbH

Die Grün Berlin GmbH ist für die Entwicklung, die Realisierung und den Betrieb öffentlicher Freiraumprojekte und Parkanlagen auf einer Gesamtfläche von rund 700 ha im Land Berlin verantwortlich. Hierzu zählen unter anderem der Park am Gleisdreieck, das Tempelhofer Feld, der Britzer Garten, die Gärten der Welt sowie die Baumaßnahmen anlässlich der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2017. Die Grün Berlin GmbH setzt derzeit jährlich um die 50 000 000 EUR um. Zum 1.1.2016 wurde der Grün Berlin GmbH vom Land Berlin die Fläche zur Entwicklung und Bewirtschaftung des Spreeparks übertragen. Das Spreepark Gelände mit einer Fläche von 23,4 ha wurde von 1969 bis 2002 als Vergnügungs- und Freizeitpark genutzt. Seit 2002 ist der Freizeitpark nicht mehr dauerhaft für Besucher geöffnet; das Gelände und die sich darauf befindlichen Gebäude und verbliebenen Fahrgeschäfte verwahrlosten seitdem. Der Spreepark befindet sich im nord-östlichen Bereich, spreegelegen, im Plänterwald des Bezirks Treptow-Köpenick. Seit Übernahme der Verantwortung für das Gelände durch die Grün Berlin GmbH wurden insbesondere dringend erforderliche Sicherungsmaßnahmen in und am Parkgelände sowie an den Gebäuden durchgeführt, um die Verkehrssicherheit in den öffentlich genutzten Bereichen zu gewährleisten. Derzeit befinden sich auf dem Gelände noch eine Vielzahl von Hochbauten – neben größeren Gebäuden, wie einer Lagerhalle, beinhaltet dies auch kleine Pavillons und Technikhäuschen. Das im Gesamtkonzept zu integrierende „Eierhäuschen“ wird bis 2018 denkmalgerecht saniert und im Anschluss ebenfalls von der Grün Berlin GmbH betrieben.
Ausschreibungsgegenstand ist hierfür die Entwicklung eines Nutzungskonzeptes und eines Masterplans. Eine Nutzung als touristisch interessanter Kultur- und Freizeitpark wird favorisiert und ist im Flächennutzungsplan aus dem Jahr 2006 auch ausgewiesen. Ziel ist hierbei, auf dem Spreepark-Areal einen dem empfindlichen Teilraum angemessenen, hochwertigen und umweltverträglichen Kultur- und Freizeitpark zu entwickeln und das „Eierhäuschen“ als bedeutenden Anziehungspunkt mit künstlerischem, kulturellen und gastronomischen Angeboten zu reaktivieren. Bei der Erarbeitung einer langfristigen Konzeption muss insbesondere eine GRW-Förderfähigkeit mit einbezogen werden. Für das neue Nutzungskonzept ist daher eine überregional bedeutsame und touristische Wirksamkeit zwingend erforderlich.
Die Grün Berlin GmbH beabsichtigt eine konsistente Entwicklungsplanung für den Spreepark durchzuführen, mit dem Ziel eines Masterplans, der insbesondere touristisch attraktive Nutzungsbausteine integriert. Der Ort soll durch zusätzliche Komponenten aus den Bereichen Kunst, Kultur und Veranstaltung sowie neuen Nutzungsbausteinen touristischer Art eine inhaltliche Weiterentwicklung erfahren und einer modernen und zeitgemäßen Nutzung zugeführt werden. Zur Ermittlung eines Gesamtthemas zur zukünftigen Nutzung des Areals sollte auch die Geschichte des Ortes berücksichtigt werden. Als erster und einziger großflächiger Vergnügungspark der ehemaligen DDR hat das Gelände insbesondere im Gedächtnis der Generation der DDR eine besondere Bedeutung im Sinne der Freizeitnutzungen. Diese Wahrnehmung, die vor allem positive Erinnerungen hervorruft, sollte auch in der Zukunft eine bleibende Rolle einnehmen. Daher ist zu prüfen, inwiefern prägende architektonische Dominanten, wie das Riesenrad erhalten bleiben und im Einzelnen auch reaktiviert werden können. Die Grün Berlin GmbH verfolgt für das Erscheinungsbild des Parks also ein Konzept, das sich auch aus den vorhandenen, raumprägenden Strukturen entwickelt. Auf der Ebene der inhaltlichen Entwicklung und der zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten soll neben der touristischen Nutzung (Förderfähigkeit unter anderem durch GRW-Mittel) eine neue Parktypologie entstehen, die auch die Ansprüche und Bedürfnisse der Bevölkerung der Stadt berücksichtigt.
Kunst und Kultur sollen das inhaltlich prägende Gesicht des Spreeparks werden, sowohl im Sinne der Produktion wie auch zum Zwecke der Ausstellung und Veranstaltung. Ein neu zu entwickelndes Nutzungskonzept für den Spreepark muss mit dem im Jahr 2006 beschlossenen Änderungen zum Flächennutzungsplan übereinstimmen (Sonderbauflächen mit hohem Grünanteil, mindestens 60 % der Fläche unversiegelt).
Der hier ausgeschriebene Leistungsinhalt ist insofern interdisziplinär. Vor dem Hintergrund der gewünschten Nutzungen und der Herausforderung, den Ort auch touristisch zu etablieren, muss durch den Auftragnehmer bzw. die Auftragnehmerin der inhaltliche Rahmen geschaffen werden, um im Anschluss auf der erarbeiteten Grundlage einen Masterplan zu erstellen. Der oder die Auftragnehmer bzw. Auftragnehmerin ist verpflichtet, nach Beauftragung zunächst ein Gutachten zur Einordnung der touristischen Potenziale des zukünftigen Spreeparks und der Auswirkungen auf die Wirtschaftsstruktur zu erstellen (Projektbaustein 1). Das Gutachten ist zwingend durch ein Fachbüro aus dem Bereich Tourismus zu erstellen. In der folgenden Phase der Ideenentwicklung und Ausarbeitung, die vom Auftragnehmer bzw. Auftragnehmerin näher zu strukturieren ist, sollen in einem mit der Grün Berlin GmbH eng abgestimmten Verfahren Nutzungsziele definiert werden, die in ein Konzept führen (Projektbausteine 2 und 3). Auf Grundlage des erstellten Nutzungskonzepts soll durch den Auftragnehmer bzw. die Auftragnehmerin in enger Abstimmung mit der Grün Berlin GmbH ein Masterplan für den Spreepark entworfen werden (Projektbaustein 4). Im Anschluss an den Projektbaustein 4 oder während der Durchführung der Projektbausteine 2, 3 oder 4 können durch die Grün Berlin GmbH optional Leistungen der Freianlagenplanung und/oder der Gebäudeplanung der Leistungsphasen 1-9 gemäß §§ 39, 34 HOAI beauftragt werden.
Insofern muss der Auftragnehmer bzw. Auftragnehmerin spätestens mit Vertragsschluss sicherstellen, dass sie sowohl die Bereiche Tourismusentwicklung und das Kunst- und Kulturmanagement abdecken, als auch Landschaftsarchitektur, Szenografie und Architektur. Gegebenenfalls können weitere fachliche Perspektiven erforderlich sein. Die Grün Berlin GmbH empfiehlt, für die ausgeschriebenen Leistungen eine Bietergemeinschaft (Arbeitsgemeinschaft) zu bilden oder entsprechende Nachunternehmer für die oben genannten Arbeitsfelder mit einzubeziehen. Die Federführung muss durch ein Büro der Architektur oder Landschaftsarchitektur erfolgen.
Die Grün Berlin GmbH wird den hier ausgeschriebenen Gesamtauftrag stufenweise beauftragen. Mit Zuschlagserteilung werden zunächst ausschließlich die Leistungen des Projektbausteins 1 beauftragt, für die weiteren Projektbausteine soll der Grün Berlin GmbH ein Abrufrecht zustehen.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2016-04-18. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2016-03-04.

Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2016-03-04 Auftragsbekanntmachung
2016-11-15 Bekanntmachung über vergebene Aufträge