Erhebungs- und Anpassungsleistungen im Rahmen der Marktraumumstellung „L-/H-Gas-Anpassung“ im Netzgebiet der Gasversorgung Grafschaft Hoya GmbH
Die Auftraggeberin plant die Anpassung sämtlicher Gas-Verbrauchsstellen von L-Gas auf H-Gas in ihrem Gas-
Netzgebiet der Samtgemeinde Grafschaft Hoya in den Mitgliedsgemeinden Flecken Bücken und den
Gemeinden Hilgermissen, Hoyerhagen, Schweringen, Warpe, sowie der Stadt Hoya/Weser im Zeitraum Juli
2016 bis etwa Juni 2017.
Als Umstellungszeitpunkt, also die Einspeisung des H-Gases in die Leitungen ist derzeit der April 2017 avisiert.
Es bestehen etwa 2 600 Gasentnahmestellen (Zählpunkte) mit geschätzt 3 120 Gasgeräten. Diese etwa 3 120 Gasgeräte müssen überprüft und angepasst werden.
Die Auftraggeberin hat im Rahmen einer anderen Ausschreibung bereits das Projektmanagement und die spätere Qualitätssicherung für dieses Projekt ausgeschrieben. Die Verhandlungsverfahren zu diesen Leistungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen, so dass die Auftragnehmer dieser Leistungen bisher nicht feststehen.
In dem hier beschriebenen Verfahren werden die Erhebungsleistungen (Los 1) sowie die Anpassungsleistungen (Los 2) aller erhobenen Gasverbrauchseinrichtungen ausgeschrieben. Um keine Vermischung der
Kompetenzbereiche und der Verantwortlichkeiten herbeizuführen und insbesondere zur Vermeidung einer „Eigenüberwachung“ der beauftragen Unternehmen, legt die Auftraggeberin großen Wert darauf, dass das
Projektmanagement und die Qualitätssicherung einerseits sowie die Erhebung und die Anpassung der Gasgeräte andererseits nicht von demselben Unternehmen erbracht werden. Es ist daher zu beachten, dass
die späteren Auftragnehmer des Projektmanagements und der Qualitätssicherung nicht auch als Auftragnehmer für die Erhebungs- und Anpassungsleistungen in Betracht kommt/kommen.
Im Rahmen des Loses 1 (Erhebung) hat der Auftragnehmer die erforderlichen Vorleistungen der späteren Anpassung der Gasgeräte zu erbringen. Zu den Leistungen des späteren Auftragnehmers gehören die Identifikation und Dokumentation jeweils aller hinter den Gashausanschlüssen vorhandenen Gasverbrauchsgeräte, die Überprüfung jedes Gerätes auf Mängel, einschließlich des Gas- und Abgasanschlusses, sowie gegebenenfalls auch deren photographische Dokumentation, die Abgasanalyse, die Einregulierung bei Über- bzw. Unterlast sowie die Kennzeichnung des Gerätes, inkl. Aufkleber mit
ausgedruckten Protokoll. Der spätere Auftragnehmer hat sich bei der Leistungsausführung mit den übrigen Projektbeteiligten abzustimmen (insbesondere mit dem Projektmanager, den anderen Erhebungs- und Anpassungsunternehmen und dem Qualitätssicherer). Die genauen Leistungsanforderungen werden sich aus den Vergabeunterlagen ergeben, die den Bietern zur Verfügung gestellt werden, die zum Verhandlungsverfahren zugelassen werden.
Grundlage der Ausführung der Leistungen des Erhebungsunternehmens bilden die Anforderungen des DVGW Regelwerkes G 680, Umstellung und Anpassung von Gasgeräten, des DVGW Regelwerkes G 676 B1- Qualifikationskriterien für Umbau-, Anpassungs-, Kontrollfirmen und Projektmanagement (Engineeringfirmen) und des DVGW Regelwerkes G 695 (M) – Qualitätskontrolle von Umstell- und Anpassungsmaßnahmen bei Gasverbrauchsgeräten.
Das Los 2 umfasst die Anpassung der erhobenen Gasverbbrauchsgeräte. Hierzu werden insbesondere folgende Leistungen vom späteren Auftragnehmer zu erbringen sein: Analyse der Gasgeräteerhebung,
Beschaffung der für die Anpassung erforderlichen Ersatzteile und Materialien, Anpassung der Gasgeräte nach Gerätegruppen, Überprüfen der Gasgeräte auf Mängel und ihre Erfassung, Anpassung der Gasgeräte
nach Anpassungshandbuch, Funktionskontrolle und Abgasanalyse gem. dem DVGW Regelwerk G 680, Kennzeichnung der Gasgeräte sowie Dokumentation aller am Gerät vorgenommenen Arbeiten und aller
im Zusammenhang mit der Anpassung durchgeführten organisatorischen Aktivitäten. Grundlage für die auszuführenden Leistungen bilden ebenfalls die bereits genannten DVGW Regelwerke G 680, G 695 (M) und
G 676 B1. Detaillierte Informationen zur auszuführenden Leistung werden sich aus der Leistungsbeschreibung ergeben, die den aufzufordernden Bewerbern mit der Angebotsaufforderung zur Verfügung gestellt wird.
Die Auftraggeberin wünscht ausdrücklich die Beteiligung mehrerer Bieter an der Durchführung der Erhebungs- und Anpassungsleistungen in den Losen 1 und 2. Daher wird den Bietern eingeräumt, sich auch auf
Teilmengen der Einzellose zu bewerben, die im Folgenden definiert werden: Die Bieter dürfen für das Los 1 – Erhebungsleistungen und Los 2 – Anpassungsleistungen ein Angebot für ein Teilmengenlos von minimal
500 Geräten anbieten, maximal für das jeweilige Gesamtlos. Dazwischen können gestaffelt in 500er-Schritten sowohl für die Erhebung (Los 1) als auch für die Anpassung (Los 2) Teilmengen angeboten werden (also
z. B. 500, 1 000, 1 500 oder 2 000 Geräte etc.). Der maximale Umfang des jeweilig angebotenen Teilloses ist im Angebot des Bieters ausdrücklich zu vermerken. Aus Gründen der Vergleichbarkeit wird bei der späteren
Bewertung der Angebote der Preis für die Erhebung bzw. Anpassung von je 1 000 Geräten zu Grunde gelegt werden.
Sollten sich mehrere Bieter auf einzelne Lose bewerben, so können Angebote von Bietern, die bereits vorgesehen wurden, den Zuschlag auf die Erhebung oder die Anpassung von maximal 2 000 Geräten zu
erhalten, bei der Vergabe der weiteren Lose grundsätzlich nicht weiter berücksichtigt werden (Loslimitierung). Ebenso kann es sein, sollte die Anzahl der in dem jeweiligen Los zu bearbeitenden Geräte kleiner sein, als die
Summe der Angebote von geeigneten Bietern für dieses Los, dass der Zuschlag nicht auf den vollen Umfang der angebotene Teilmenge erteilt wird, sondern lediglich auf einen entsprechenden Anteil. Die Einzelheiten
zur Wertung der Angebote und zur Auswahl der Auftragnehmer bleiben den Ausschreibungsunterlagen vorbehalten. Ziel der Loslimitierung ist es, einen möglichst großen Wettbewerb zu ermöglichen und die
fristgemäße Umsetzung des Gesamtprojekts zu gewährleisten. Insbesondere sollen mehrere Bieter die Möglichkeit erhalten, Referenzen zu erwerben, damit auch für zukünftige L-/HGas-Anpassungsprojekte eine
ausreichende Anzahl qualifizierter Bieter zur Verfügung steht. Es wird darauf hingewiesen, dass Angebote, die unter Verstoß gegen den vergaberechtlichen Grundsatz des Geheimwettbewerbs abgegeben werden, nach der
Rechtsprechung des OLG Düsseldorf zwingend auszuschließen sind (vgl. OLG Düsseldorf; Beschl. v. 4.2.2013, VII Verg 31/12).
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2016-03-30.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2016-02-23.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum |
Dokument |
2016-02-23
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Auftragsbekanntmachung
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2016-07-15
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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