Menge oder Umfang
Vorbemerkung: Es wird darauf hingewiesen, dass der Auftragnehmer des hier zu vergebenden Auftrags aufgrund der Mitwirkung in diesem Verfahren einen nachfolgenden Auftrag im Rahmen des Architektenwettbewerbs ggf. nicht erhalten kann. Auf § 6 Abs. 6 VOL/A bzw. § 6 EG Abs. 7 VOL/A wird hingewiesen.Ausgangssituation— Der Freistaat Bayern beabsichtigt, im Alten Werksviertel auf einem vom Eigentümer, der OTEC GmbH, in Erbpacht überlassenen Grundstück ein Konzerthaus zu errichten, welches einen Konzertsaal mit herausragender Akustik und ca. 1.800 Sitzplätzen sowie einen weiteren, kleineren (Kammermusik)-Saal enthalten soll.— Im oder neben dem Konzerthaus sollen evtl. Räumlichkeiten für die staatliche Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) entstehen als Ersatz für Flächen im Umfang von ca. 3.600 m2, welche der HMTM derzeit am Gasteig zur Verfügung stehen. Eine synergetische Verbindung zwischen HMTM und Konzerthaus wird angestrebt.— Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BRSO) wird gegen eine noch zu verhandelnde Vergütung ein Residenz- und Erstbelegungsrecht für das Konzerthaus erhalten. Die Musikhochschule erhält evtl. einen eigenen kleinen Saal; andernfalls benötigt sie insbesondere Nutzungsmöglichkeiten im o.g. Kammermusiksaal. Die verbleibenden Belegungsmöglichkeiten sollen dem Münchener Musik- und Veranstaltungsmarkt zur Verfügung stehen.— Das neue Konzerthaus soll bezüglich seiner akustischen Qualität wie auch seiner architektonischen Gestaltung internationales Spitzenniveau erreichen. Hierfür ist ein Architektenwettbewerb geplant, dem ein belastbares und nachhaltiges Raum- und Funktionsprogramm (RFP) zugrunde liegen muss. Es liegen bereits Grundlagen in Form detaillierter Raumbedarfspläne des BRSO sowie der HMTM vor. Diese Grundlagen sollen zu einem vollständigen RFP ausgearbeitet werden, und zwar unter Einbeziehung eines Fachbeirates, dem u.a. Vertreter der unterschiedlichen Nutzergruppen (BRSO, private Konzertveranstalter, HMTM) sowie voraussichtlich ein Akustik- und ein Betriebsexperte angehören werden. Vertreter des Auftraggebers und der staatlichen Bauverwaltung werden den Sitzungen des Fachbeirates beiwohnen und für Rückfragen zur Verfügung stehen. Der Architektenwettbewerb wird durch die Bauverwaltung ausgelobt werden.— Die Aufgabe der Errichtung des neuen Konzerthauses betrifft den Tätigkeitsbereich von drei bayerischen Staatsministerien. Deren Arbeit wird in einer Lenkungsgruppe koordiniert, welcher Ministerialdirektoren der jeweiligen Staatsministerien sowie ein Abteilungsleiter der Staatskanzlei angehören. Parallel zur Vorbereitung des Architektenwettbewerbs werden geeignete Betreibermodelle für das Konzerthaus entwickelt und die Ausschreibung des Betriebs vorbereitet.Leistungsverzeichnis:Unterstützung bei der Erstellung eines Raum- und Funktionsplans (RFP) unter Berücksichtigung der akustischen Anforderungen:1) Fachliche Bewertung und Ergänzung der vom Auftraggeber erstellten Raumanforderungspläne des BR und der HMTM. Diese stellen die Basis des zu erarbeitenden RFP dar. Unter anderem müssen die benötigten Verkehrs-, Technik-, Sanitär- und sonstigen Nebenflächen auf Grundlage der Nutzflächenerfordernisse ermittelt werden.In die fachliche Bewertung muss ein Benchmarking bestehender Säle einfließen und nachgewiesen werden.2) Einbeziehung des vom Auftraggeber eingesetzten Fachbeirates zur Bedarfsermittlung für den RFP, u.a. durch Vorbereitung, fachlich strukturierte Moderation und Auswertung von Sitzungen.3) Einbeziehung der sich aus dem parallel entwickelten Betreibermodell ergebenden Bedarfe für den RFP durch angemessenen Austausch mit dem für die Entwicklung des Betreibermodells zuständigen Auftragnehmer.4) Vorstellung des Ausarbeitungsstandes des RFP und ggf. des Entscheidungsbedarfes in der vom Auftraggeber eingesetzten Lenkungsgruppe in ca. drei Sitzungen.Die Entscheidungen der Lenkungsgruppe sind im weiteren Prozess zu berücksichtigen. Der Lenkungsgruppe sind Differenzpunkte zwischen dem zu erstellenden Raum- und Funktionsprogramm, dem parallel entwickelten Betreibermodell und den Arbeitsergebnissen / Bewertungen des Fachbeirates frühzeitig – auch außerhalb der Sitzungen – zur Entscheidung vorzulegen.5) Erstellung des RFP in der für den Architektenwettbewerb erforderlichen Form in enger Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt München I sowie in Abgleich mit den Vorgaben des in Aufstellung befindlichen Bebauungsplanes.Das Raumprogramm ist auf der Basis der Vorlagen der Bauverwaltung zu erstellen. Diese Vorlagen werden vom Auftraggeber zur Verfügung gestellt. Erforderlich sind etwa differenzierte Angaben zu Brutto-/Nettoflächen, Kostenflächenarten und zum Rauminhalt.Das Funktionsprogramm besteht aus einem schriftlichen, erläuternden Teil, in dem alle Funktionsbereiche eingehend beschrieben und deren Verflechtungen dargelegt sind, sowie aus einem grafischen Teil, der die Beziehungen der unterschiedlichen Funktionsbereiche unter- und zueinander darstellt.In einer Anlage ist mit Begründung zu versichern, dass das vorgelegte Raum- und Funktionsprogramm auf die Anforderungen an einen in akustischer Hinsicht exzellenten Konzertsaal abgestimmt ist.6) Überarbeitung des RFP, sofern sich eine solche vor Beginn des Architektenwettbewerbs als notwendig erweist, z.B. bei Überschreitung des Kostenrahmens oder anderer triftiger Gründe. Die Kosten hierfür sind im Angebot gesondert auszuweisen.Die Bearbeitungszeit für Ziff. 1) bis 5) beträgt maximal drei Monate ab Zuschlagserteilung.Nach dem Ende der Angebotsfrist werden alle geeigneten Bieter eingeladen, die Darstellungen des schriftlichen Angebots im Rahmen eines kurzen Präsentationstermins (30-45 Minuten) zu erläutern.Der Präsentationstermin wird voraussichtlich ab dem 14.04.2016 stattfinden.Wir behalten uns vor, im Anschluss an die Präsentationen eine Anpassung der abgegebenen Angebote zuzulassen.