Goslarer Gebäudemanagement – Umbau Hauptschule Kaiserpfalz in einen Kulturmarktplatz
Der Schulstandort „Hauptschule Kaiserpfalz“ wurde mit Ende des Schuljahres 2014/15 in Goslar aufgegeben. Der Gebäudekomplex mit einer Nettogrundfläche von 8 000 m² liegt im Kerngebiet des „Weltkulturerbes Altstadt Goslar“ nur ca. jeweils 300 Meter Luftlinie vom Marktplatz der Stadt sowie der Kaiserpfalz entfernt. An diesem Ort, der unmittelbar an das „Museumsufer“ mit dem Goslarer Museum, dem Zinnfigurenmuseum und einer Platzanlage anschließt, die sich in den vergangenen Jahren als Ort der Kommunikation etabliert hat, soll der „Kulturmarktplatz Goslar“ entstehen, der die Stadtbibliothek, das Stadtarchiv, einen Kinderhort sowie räumliche Kapazitäten für den Kinder-, Jugend-Breitensport zusammenführt. Es soll ein Ort der Kommunikation, der Freizeitgestaltung, der Informations- und Bildungsvermittlung und der Integration geschaffen werden, der Bürgerinnen und Bürgern und gleichermaßen Gästen der Stadt in zentraler Lage zur Verfügung steht. Durch die Zusammenführung von Archiv, Bibliothek, Hort und Sportanlage mit den am Museumsufer bereits beheimateten Museen soll ein Zentrum geschaffen werden, dass mehr, als dies die einzelnen Einrichtungen an getrennten Standorten leisten könnten, einen kommunikativen Mittelpunkt der Stadt entstehen lässt. Eine vergleichbare Einrichtung, die Museen, Archiv, Bibliothek, Hort und Sporteinrichtungen nicht nur örtlich zusammenführt, sondern darüber hinaus in einen kommunikativen und erlebnisorientierten Gesamtzusammenhang stellt, existiert bisher in der Region nicht. Es besteht die begründete Hoffnung, dass eine entsprechende Ausstrahlung weit über die Grenzen von Stadt und Landkreis erreicht wird. Der Komplex der ehemaligen Hauptschule, der mit vier Gebäudeflügeln einen annähernd quadratischen Innenhof umschließt, soll durch einen zentralen Haupteingang aus Richtung der Platzanlage am Museumsufer erschlossen werden. Der Mitteltrakt des Nordflügels, der durch einen Neubau im Innenhof erweitert werden könnte, soll das großzügige gemeinsame Kommunikationszentrum – gegebenenfalls mit Leseterrasse – aufnehmen.
Das Bauvorhaben ist ein Förderprojekt des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) mit dem Titel „Kulturmarktplatz Goslar Neues Zentrum für Kommunikation, Kultur und Integration am ehemaligen Schulstandort „Hauptschule Kaiserpfalz“.
Das Projekt hat hohe Anforderung bezüglich der Berichterstattung und der Dokumentation des Projektes.
Projektbeschreibung:
Mit der Zusammenführung der Stadtbibliothek und des Stadtarchivs mit den Museen am Museumsufer sollen Synergieeffekte herbeigeführt werden, die sowohl personelle und strukturelle Verbesserungen bewirken, als auch das Bildungs-, Kommunikations- und Freizeitangebot der Stadt entscheidend verbessern. Der Kinderhort soll in ein optimales Umfeld eingebettet werden. Für die Stadtbibliothek werden gegenüber dem jetzigen Standort annähernd die dreifachen Flächenkapazitäten (ca. 1 500 m²) zur Verfügung stehen, von denen drei Viertel für die Bestands- und Zielgruppenbereiche vorgesehen sind. Besonderes Schwergewicht werden die Bereiche für Kinder- und Jugendangebote haben (400 m²), jeweils 300 qm sind für Belletristik sowie Sach- und Fachliteratur eingeplant. Sowohl bei der Literatur als auch bei den Non-book-Medien wird die Stadtbibliothek auf die sich in Folge der aktuellen Migrationsbewegungen ändernde Bevölkerungsstruktur reagieren. Ausstattung und Möblierung wird in allen Bereichen die Aufenthaltsqualität mit den Ansprüchen der jeweiligen Zielgruppe zum Maßstab haben. Zentrale Aufgabe des Stadtarchivs ist es, die kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Traditionen der Kommune in der archivischen Überlieferung von Urkunden, Akten, Karten, Bildern, Tonträgern usw. dauerhaft zu sichern, inhaltlich zu erschließen und auszuwerten sowie der Wissenschaft und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Am neuen Standort soll das Archiv – im Gegensatz zur heute vorliegenden räumlichen Begrenztheit mit dem Zwang, ein externes Archivlager zu unterhalten – eine seinen Aufgaben und seinem Rang als einem der wichtigsten Kommunalarchive angemessene Raumkapazität erhalten. Durch die Zusammenführung mit den anderen Einrichtungen des „Kulturmarktplatzes“ an einem zentralen Ort soll es seine Aufgaben der Identitätsstiftung, der Gewährleistung des Informationsrechts für alle Bürger und der Bewahrung der die Rechte der Kommune und ihrer Bürger sichernden Dokumente mit breiterer öffentlicher Wahrnehmung erfüllen können. Im unmittelbaren Zusammenhang mit Angeboten der Leseförderung, der Identitätsstiftung, der Bildungsvermittlung, der Freizeitgestaltung und des Sports ist für den zukünftigen Verbleib des Kinderhorts ein optimales Umfeld geschaffen. Die Gebäude der Hauptschule Kaiserpfalz werden mit dem Projekt „Kulturmarktplatz“ energetisch saniert und barrierefrei erschlossen. Gegenüber dem Ist-Zustand wird damit ein weiterer Beitrag zur Integration geleistet. Die bisherigen Standorte der Einrichtung sind weder barrierefrei noch energetisch auf der Höhe der Zeit. Einfachverglasung bei der heutigen Stadtbibliothek und auf Halogenstrahlern bzw. Leuchtstoffröhren beruhende Lichttechnik zeigen den Optimierungsbedarf an.
Bauaktivitäten:
— Sanierung und Neugestaltung Eingangsbereichs im Haupttrakt zur Erschließung aller Funktionen aus Richtung Museumsufer unter Einbindung des Innenhofes.
— Schaffung einer zentralen Treppenanlage mit Aufzug im Kommunikationsbereich.
— Komplette Sanierung inkl. neuer technischer Gebäudeausrüstung. Schaffung neuer sanitärer Anlagen. Bauliche Integration des Museums in direkter Nachbarschaft.
— Mögliche Erweiterung durch einen eingeschossigen Anbau im Erdgeschoss.
— Integration einer öffentlichen WC-Anlage.
— Neuanordnung der Wärmeerzeugeranlage und weiterer technischer Gebäudeausrüstung.
— Sanierung der Innenausstattung inkl. neuer technischer Gebäudeausrüstung (Neue Anforderungen Raum- und Nutzungskonzept).
— Sanierung aller Flächen in den Geschossen inkl. neuer technischer Gebäudeausrüstung.
— Energetische Sanierung im denkmalgeschütztem Bestand, sofern sinnvoll.
— Nutzungsoptimierte Flächengestaltung (Archiv & Bibliothek).
— Anpassung der Erschließungsstituation an die Erfordernisse der Nutzer.
Die vorgenannten Maßnahmen betreffen das komplette Raumprogramm. Die bisher erarbeiteten Arbeitsergebnisse in Form einer Machbarkeitsstudie sind im Wesentlichen mit den Nutzern abgestimmt.
Es ist beabsichtigt, die Maßnahme in drei Phasen durchzuführen.
2016 – Phase 1:
Planung und Baugenehmigung Planungsleistungen bis einschließlich Leistungsphase 4 (Genehmigungsplanung) inklusive der planungs-, bauordnungs- und denkmalrechtlichen Abstimmungen vor Einreichung des Bauantrages.
2017 – Phase 2:
Durchführung 1. Bauabschnitt:
Der 1. Bauabschnitt beinhaltet den Anbau des innenhofseitigen Kommunikationszentrums, den Umbau der bestehenden nördlichen und östlichen Gebäudeteile zur Bibliothek und zum Stadtarchiv. Ferner soll ein neues öffentliches WC im Untergeschoss des Bereiches zwischen dem nördlichen und westlichen Gebäude errichtet werden.
2018 – Phase 3:
Durchführung 2. Bauabschnitt:
Im 2. Bauabschnitt sind die Sanierung und der Umbau des gesamten westlichen Gebäudes für weitere Archivflächen vorgesehen. Außerdem soll in dem östlichen Gebäude im Erdgeschoss ein einzügiger Kinderhort integriert werden.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2016-04-14.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2016-03-17.
Anbieter
Die folgenden Lieferanten werden in Vergabeentscheidungen oder anderen Beschaffungsunterlagen erwähnt:
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2016-03-17
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Auftragsbekanntmachung
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2016-03-29
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Ergänzende Angaben
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2016-03-31
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Ergänzende Angaben
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2016-11-02
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Bekanntmachung über vergebene Aufträge
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